Zermatt | Staubproblem ärgert Zermatter

«Zermatt hat ein Staubproblem»

Ständig sind die Tische von Manfred Julen voller Staub. Das ärgert den Zermatter.
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Ständig sind die Tische von Manfred Julen voller Staub. Das ärgert den Zermatter.
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Ständig sind die Tische von Manfred Julen voller Staub. Das ärgert den Zermatter.
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Quelle: RZ 7

Wegen nicht betonierter Flächen eingangs Zermatt hat das Dorf ein grosses Staubproblem. Einem Unternehmer stinkt dies gewaltig. Er fordert Massnahmen.

Manfred Julen, Betreiber eines Restaurants, eines Hotels und eines Sportgeschäfts in Zermatt, ist frustriert, mächtig frustriert. «Zermatt hat ein Staubproblem», sagt er. Der Sachverhalt dazu präsentiert sich gemäss Julen wie folgt: Weil mehrere grosse Flächen am Dorfeingang nicht betoniert oder begrünt sind, tragen Lastwagen, die über diese Flächen fahren, eine Menge Dreck in den Dorfkern. «Bei Schnee oder Regen entsteht so ein widerlicher Matsch auf den Strassen, wenn es trocken ist, fliegen ungeheure Staubmengen herum», ärgert sich Julen, «und das tagein, tagaus.»

«Staub verursacht hohe Kosten»

Für Manfred Julen eine unhaltbare Situation. «Das ist doch kein Zustand für eine Destination wie Zermatt, die voll auf Qualitätstourismus setzt», sagt der Unternehmer und poltert weiter: «Zudem verursacht der Dreck enorme Kosten und ist schlicht mühsam.» Da wären einerseits Reinigungskosten. Julen schätzt, dass der Mehraufwand, der durch zusätzliche Reinigungsarbeiten in seinen drei Betrieben entsteht, fast 15 000 Franken pro Jahr beträgt. Und nicht nur das. «Meinem Personal stinkt es gewaltig, dass es alle paar Minuten die Tische auf der Terrasse unseres Restaurants putzen muss», sagt Manfred Julen. Aber auch die Gäste würden beeinträchtigt. «Es kommt vor, dass Gäste ihr Essen zurückgehen lassen, weil sich Staub darauf abgesetzt hat. Oder sie setzen sich auf dreckige Stühle, weil wir mit dem Putzen nicht nachkommen, was den Kunden natürlich auch keine Freude macht.» Hochgerechnet auf das ganze Dorf, würde der Dreck einiges kosten, führt Julen weiter aus. «Nicht zuletzt, weil die Gemeinde mit viel Aufwand versucht, die Strassen zu putzen», sagt er. «Aber solange man das Problem nicht grundsätzlich löst, sprich die unbefestigten Flächen betoniert oder begrünt, ist das so, als ob man die ganze Zeit Wasser aus einem Boot schöpfte, das ein Leck hat.»

Gemeinde hat wenig Verständnis

Konfrontiert mit den Vorwürfen weist der Zermatter Gemeindepräsident Christoph Bürgin auf die Bemühungen der Verwaltung hin, für ein sauberes Dorf zu sorgen. «Die Gemeinde tut sehr viel für ein sauberes Zermatt und gibt dafür auch viel Geld aus», erklärt er. «Sobald und solange es die Temperaturen erlauben, werden die Strassen regelmässig gewaschen. Während der Aushubszeit von Mai bis Oktober jeden Freitagabend.» Gleichzeitig ärgert sich Bürgin auch über die Vorwürfe. «Fakt ist, dass es viele Einwohner gibt, die kein Verständnis für Witterungsverhältnisse haben. Kaum ist der Schnee geschmolzen, müssen die Strassen gewaschen werden», sagt der Gemeindepräsident. «Dass es dafür aber milde Temperaturen und eisfreie Abläufe braucht, will niemand hören.» Erst letzte Woche sei das ganze Dorf mit der Maschine und von Hand gewaschen worden. Und Bürgin legt nach: «Die letzten Tage hatten wir Saharastaub. Dass dieser nicht innert Stunden weg ist, leuchtet wohl jedem ein.» Auch der Forderung, dass die Gemeinde aktiv werden solle, damit die betroffenen Flächen asphaltiert oder begrünt werden, erteilt der Gemeindepräsident eine Absage. «Wir haben das Thema schon mehrfach im Gemeinderat diskutiert», erklärt Bürgin. «Die betroffenen Grundstücke sind in Privatbesitz, ein Eingreifen der Gemeinde ist daher unmöglich.» Wenn die Gemeinde anfangen würde, private Flächen zu asphaltieren, würde dies Schule machen und jeder Private würde anschliessend Ansprüche stellen. Manfred Julen dagegen verweist auf das kantonale Strassengesetz. «Dieses sieht vor, dass man den Verursacher von Verschmutzungen zur Verantwortung ziehen kann», sagt er

Martin Meul

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Kommentare

  • Oskar Ruppen - 79

    Das mit einem nassen Schwamm auf den dunkelen Tisch geschriebene Wort zeugt vom Niveau des Hotelbesitzers.

  • Karin Zumwald - 118

    Lieber Manfred, die Zeiten der billigen Abzocke sind vorbei. Die Touristen wollen heute guten Service fürs Geld: freundliche Gastegeber (nicht massiv frustierte), gutes Essen (kein Massenfrass), saubere Tische und vor allem keine offene Ausländerfeindlichkeit. Also Manfred eine Terasse mit Blick aufs Matterhorn reicht alleine nicht mehr aus...

  • Biner Susi - 1011

    Der "mächtig frustrierte" Manfred Julen ist zufällig SVPO-Ortspräsident von Zermatt. Da stört natürlich der Saharastaub aus Nordafrika. Aber die SVPO-Ortsgruppe könnte ja eine Putzstaffel organisieren um das Dorf zu entstauben...

  • Bim Julen - 1923

    Es wird problematisch den Verursacher des Saharastaubes zur Verantwortung zu ziehen. Aber Manfred Julen kennt sicher die Adresse... oder er kann Geld sammeln, um die Sahara zu asphaltieren oder zu begrünen. Erst Hirn einschalten und dann meckern.

  • christian - 1522

    werden jetzt die zermatter gemeinderatswahl nach amerikanischem vorbild mit medienkampagnen und öffentlichen anschuldigungen lanciert... ? vielleicht ist die unterschiedlieche politische couleur der im bericht erwähnten natürlich auch reiner zufall...

    • Thomas Abgottspon - 3012

      Lieber Christian, - zeigt ein Bürger Zivilcourage und äussert sich öffentlich, bleibt dabei sachlich und greift niemanden an, so wir er gleich als politisch motiviert abgetan. Und das noch unter einem nicht klar zuzuordnenden Namen.... Vielleicht sind wir deshalb in unserem Dorf nicht weiter, - schade!

  • Thomas Abgottspon - 3112

    Nicht nur Tische und Stühle sind verstaubt und verdreckt sondern auch Häuser, Läden, Wohnungen etc. Teppiche gehen kaputt, Türführungen von automatischen Türen und Liften werden verstopft etc. Bestes Beispiel neue Garage im Spiss: Total verdreckt trotz ständigem Putzen. Fährt man mit dem Velo und offenem Mund durch's Dorf, so sammelt sich der Dreck regelrecht im Mund an. Dabei sieht das Verkehrsreglement mit Art. 23, Abs. 4 genau vor, wie die Fahrzeuge zu verkehren haben, - nämlich sauber!

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