Gesundheitswesen | Bersets Powerplay zeigt Wirkung

Ärzte und Krankenkassen vereinbaren Pauschalpreise

Der Krankenkassendachverband Santésuisse teilte am Freitag mit, er habe mit dem Verband der invasiv und chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzte (FMCH) den Vertrag über einen ambulanten Pauschaltarif unterzeichnet. (Archiv)
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Der Krankenkassendachverband Santésuisse teilte am Freitag mit, er habe mit dem Verband der invasiv und chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzte (FMCH) den Vertrag über einen ambulanten Pauschaltarif unterzeichnet. (Archiv)
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Alain Bersets Powerplay zeigt Wirkung. Der Gesundheitsminister hat den Spezialärzten Anfang Jahr die Vergütungen zusammengestrichen. Nun hat sich eine erste Fachrichtung mit Pauschalen einverstanden erklärt.

Der Krankenkassendachverband Santésuisse teilte am Freitag mit, er habe mit dem Verband der invasiv und chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzte (FMCH) den Vertrag über einen ambulanten Pauschaltarif unterzeichnet. Dieser betrifft den Fachbereich Augenchirurgie: Mit Leistungspauschalen vergütet werden können Operationen des grauen und grünen Stars sowie Eingriffe am Glaskörper.

Der Vertrag muss noch von den kantonalen Gesundheitsdirektoren genehmigt werden. Die Teilnahme am Fixpreis-System ist freiwillig. Ärztinnen und Ärzte, die pauschal abrechnen, machen gleichzeitig bei einem europäischen Qualitätssicherungsprogramm mit. Dieses erfasst unter anderem die Indikationen sowie die Komplikationsrate bei einem bestimmten Eingriff.

Kritische Fragen

Pauschalen sind eine Möglichkeit, die Kosten im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen. Die mit den Augenchirurgen vereinbarten Preise liegen leicht unter den bisherigen Durchschnittskosten. Santésuisse-Direktorin Verena Nold ist daher überzeugt, dass Einsparungen möglich sind, wie sie auf Anfrage sagte.

Gleichzeitig werden effiziente und kostenbewusste Chirurgen mit einer Pauschale belohnt. Teure Ärzte, die am Einzelleistungstarif festhalten, müssen mit kritischen Fragen der Krankenkassen rechnen. Heute werden Behandlungen in der Arztpraxis nach einem komplizierten Tarifsystem vergütet, bei dem praktisch jeder Handgriff separat verrechnet wird. Einige schwarze Schafe in der Ärzteschaft nutzen dieses System aus und treiben damit die Kosten in die Höhe.

Ärzte unter Druck

Ärzten und Krankenkassen ist es bisher nicht gelungen, diese Entwicklung zu stoppen. Letztes Jahr hat der Bundesrat ein Machtwort gesprochen und die Vergütungen der Spezialärzte pauschal gesenkt. Fast eine halbe Milliarde Franken pro Jahr sollen damit eingespart werden.

Das habe zu grosser Verärgerung geführt, sagte FMCH-Präsident Josef Brandenberg der Nachrichtenagentur sda. Gewisse Leistungen könnten gar nicht mehr kostendeckend erbracht werden. Nach Ansicht von Brandenberg ist ein amtlich verordneter Tarif nicht sachgerecht. "Wenn man das über die Köpfe der Betroffenen hinweg macht, kommt es nicht gut."

Sinnvoll bei häufigen Eingriffen

Immerhin scheint der Tarifeingriff Bewegung in die Sache gebracht zu haben. Die Verhandlungen über pauschale Vergütungen laufen seit Jahren, doch erst jetzt hat eine erste Fachrichtung zugestimmt.

Brandenberg spricht von einem "guten und gangbaren Weg". Sinnvoll seien Pauschalen bei häufig durchgeführten, standardisierten Eingriffen, bei welchen das Risiko von Überraschungen gering sei. Solche sind bereits identifiziert: Die Verhandlungen über Pauschalen in den Fachbereichen Handchirurgie, Radiologie, Kinderchirurgie und Orthopädie sind weit fortgeschritten.

Die Ärzte nehmen damit nicht nur politischen Druck weg. "Es braucht keine komplizierten Rechnungen mehr", sagte Brandenberg. Auch bei den Krankenkassen geht der Aufwand für die Rechnungsstellung und die Rechnungskontrolle zurück. Dass sich das auf die Kosten auswirkt, hat auch die vom Bundesrat eingesetzte Expertengruppe erkannt: Eine der wichtigsten Massnahmen, die sie in ihrem Bericht vom letzten Oktober vorschlägt, sind Pauschalen im ambulanten Bereich.

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