Leuk | Mit Ameisen Zecken bekämpfen

Keine Zeckenbekämpfung im Wallis

Eine Zeckenbekämpfung mit Nestern der Roten Waldameise kommt im Wallis nicht infrage.
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Eine Zeckenbekämpfung mit Nestern der Roten Waldameise kommt im Wallis nicht infrage.
Foto: zvg

Quelle: RZ 0

Der Schutz vor Zecken ist ein Dauerthema. Die Berner Fachhochschule (BFH) scheint mit einer Studie zur Roten Waldameise ein natürliches Bekämpfungsmittel gefunden zu haben. Trotzdem will man beim Naturpark «Pfyn-Finges» nichts über deren Ansiedlung wissen. Beim Kanton fühlt sich niemand zuständig.

Ein Forschungsteam der BFH hat rund zwei Jahre lang daran gearbeitet, den Zusammenhang zwischen dem Vorkommen der Roten Waldameisen und dem Zeckenbestand zu untersuchen. Das verblüffende Resultat der Studie: Auf einer Fläche von 100 Quadratmeter sinkt der Zeckenbestand um fast 70 Prozent, sobald ein Ameisennest von rund einem halben Kubikmeter in der Nähe ist. Die Schlussfolgerungen im Forschungsbericht der BFH zeigen, dass die Rote Waldameise ein probates Mittel wäre, um der Zecken auf natürliche Weise Herr zu werden. Das Problem: Am Beispiel des Naturparks «Pfyn-Finges» will man zum Schutz der Biotope keine breite Ansiedlung der Roten Waldameise vornehmen. Und beim Kanton Wallis fühlt sich für die Bekämpfung niemand zuständig.

Keine Lösung für den Naturpark

«Der Mensch spielt manchmal ‹Zauberlehrling›», nimmt Olivier Péter, Verantwortlicher beim Naturpark «Pfyn-Finges» in Sachen Zecken, Bezug zur Studie der BFH. Die Einführung einer Art, die nicht natürlich vorhanden sei, könne eine ökologische Katastrophe auslösen, so Péter weiter. Konkret: Der Naturpark «Pfyn-Finges» will nicht, dass mit einer breiten Ansiedlung der Roten Waldameise in irgendeiner Weise in den natürlichen Kreislauf eingegriffen wird. Für die Naturliebhaber gibt es daher keine Entspannung, sodass statt einer Bekämpfung der Zecken auf den Schutz vor ihnen gesetzt wird. «Wir müssen lernen, mit Zecken zu leben, die Risiken sowie die Verhinderungsmöglichkeiten von Zeckenstichen zu kennen, und wenn man von ihnen gestochen wird, wie diese so schnell als möglich zu entfernen sind.» Es sei wichtig zu wissen, dass wir diejenigen seien, die auf Zecken treffen, und nicht umgekehrt, so Péter.

Unklare Zuständigkeiten im Kanton

Über die Wirkung der Waldameisen auf den Zeckenbestand und eine mögliche Anwendung der Berner Feldstudie im Wallis gibt sich die Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft (DWFL) bedeckt. «Wir sind darin nicht federführend und auf Stufe Kanton ist uns nichts darüber bekannt», sagt Jean-Christophe Clivaz, Sektionschef Wald. Da ein Zeckenbiss für den Menschen gesundheitliche Probleme zur Folge haben könne, sei die Dienststelle für Gesundheit (DGW) dafür zuständig, weist die DWFL die Verantwortung von sich. Eine Anfrage bei der DGW blieb bis Redaktionsschluss indes unbeantwortet.

Thomas Allet

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