Gesundheit | Kritik an Verkaufssautomaten an Schulen

Schluss mit Süssigkeiten an den Walliser Schulen?

Noch finden sich in den Automaten am Kollegium Süssigkeiten und Softdrinks.
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Noch finden sich in den Automaten am Kollegium Süssigkeiten und Softdrinks.
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Der Staatsrat sagt ungesunder Ernährung an Schulen den Kampf an. Darum sollen Schülerinnen und Schüler an den Automaten keine Süssigkeiten mehr kaufen können.

Ein Snack zwischen den Stunden, ein Schokoriegel für die Pause. An vielen Schulen im Wallis stehen den Schülerinnen und Schülern dafür Verkaufsautomaten zur Verfügung. Doch mit den süssen Versuchungen für Schüler soll, geht es nach dem Willen der Regierung, schon bald Schluss sein.

Gefährdung der Gesundheit

Der Staatsrat schreibt nämlich auf einen Vorstoss von vier Unterwalliser Parlamentarierinnen von Grünen, Linksallianz, CVP und FDP, dass er ein Verkaufsverbot von Süssigkeiten an Schulen unterstützt. Auch wenn zwischen dem Übergewicht und dem Konsum süsser und fettiger Lebensmittel ein grosser Zusammenhang bestehe, so sei vor allem der übermässige Konsum gesundheitsgefährdend, hält die Regierung fest. «Dieser übermässige Konsum kann sehr wahrscheinlich vor allem bei den Jüngeren durch einen erleichterten Zugang wie einen Warenautomaten begünstigt werden, da sie noch nicht unbedingt urteilsfähig sind», so der Staatsrat.

Weg mit den Automaten

Daher ist der Staatsrat der Überzeugung, dass sich in der Angelegenheit etwas ändern muss, auf Primarschulstufe sogar radikal. «Wir sind der Meinung, dass die Warenautomaten in den Primarschulen abgeschafft werden sollen», schreibt die Regierung. Die Automaten, welche in den OS-Zentren, in den Berufsschulen und anderen, höheren Schulen stehen, sollen zwar nicht gänzlich verschwinden, da der Staatsrat deren komplette Abschaffung aufgrund der nicht überall vorhandenen Kantinen als unrealistisch betrachtet. «Nichtsdestotrotz wird sich das Departement durch seine zuständigen Dienststellen über die Machbarkeit eines Ersetzens der Süssgetränke, Schokolade und anderen Süssigkeiten in diesen Warenautomaten durch gesunde und regionale Lebensmittel Gedanken machen», lässt die Regierung weiter verlauten. Als gesunde Alternativen nennt der Staatsrat Früchte, Wasser und Fruchtsäfte. Ob es den Süssigkeiten in den Schulautomaten wirklich an den Kragen geht, entscheidet sich indes Mitte November. Dann befasst sich der Grosse Rat mit den Vorschlägen des Staatsrats.

Eigenverantwortung wichtig

Am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig steht man den Vorschlägen des Staatsrats indes kritisch gegenüber. «Für uns ist die Selbstverantwortung der Schülerinnen und Schüler wichtig», sagt Rektor Gerhard Schmidt. «Daher haben wir im Automaten noch Süssgetränke und dergleichen. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen selber entscheiden, was für sie gut ist.» Die wissenschaftlichen Grundlagen einer gesunden Ernährung vermittle man ihnen im Unterricht. «Verbote erachten wir als nicht zielführend», so Gerhard Schmidt.

Martin Meul

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