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Flirten mit dem Bund – eine Lachnummer als Weihnachtsgeschenk

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Die Verwaltungsdelegation der Bundesversammlung hat den Parlamentarierinnen und vor allem den Parlamentariern ein Weihnachtsgeschenk gemacht. Unter dem Weihnachtsbaum der Damen und Herren im Bundeshaus liegt nämlich der ultimative Flirtratgeber. Als Konsequenz der «Affäre Buttet», Achtung Wortspiel, wissen unsere Politiker jetzt, was den Unterschied zwischen einem Flirt und einer sexuellen Belästigung ausmacht. Das geht dann so: Ein Flirt ist aufbauend, löst Freude aus, ist von beiden Seiten erwünscht, stärkt das Selbstwertgefühl und so weiter. Eine sexuelle Belästigung hingegen ist erniedrigend und beleidigend, löst Ärger aus, ist von einer Person nicht erwünscht, untergräbt das Selbstwertgefühl und so weiter. Die Bundesversammlung macht auch uns Bürgern damit ein Weihnachtsgeschenk. Schliesslich richten sich diese Tipps ja an unsere Volksvertreter, in der Konsequenz also auch an das Volk, sprich an jeden Einzelnen von uns. An einem Geschenk soll man ja bekanntlich nicht herumnörgeln, hier muss es aber dennoch sein. Einerseits scheint die Verwaltungsdelegation der Bundesversammlung kein grosses Vertrauen in die intellektuellen Fähigkeiten der Politiker zu haben. Anders sind diese so extrem simplifizierten Tipps, dass sie der feuchte Traum eines «Bravo»-Redaktors sein könnten, kaum zu erklären. Gleichzeitig ist der Verhaltenskodex auch eine deutliche Ansage an uns Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, denn offenbar haben wir nur Idioten nach Bern gewählt, die selbst über die einfachsten Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens aufgeklärt werden müssen. Schande über uns. Aber schliesslich steht Weihnachten bevor, und da wollen wir mal nicht so sein. Betrachten wir die Flirttipps doch besser als eine Möglichkeit, uns herzhaft zu amüsieren. Eine Lachnummer aus Bern als Weihnachtsgeschenk sozusagen. Denn Geschenke, die uns nicht passen, finden wir am Sonntag sicher genug unter dem Weihnachtsbaum. Die RZ wünscht frohe Weihnachten.

Martin Meul

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