Offizielle Empfänge | Gibt die öffentliche Hand zu viel Geld aus?

100 000 Franken für ein Apéro

Bei Empfängen und Apéros soll nicht mehr mit ganz so grosser Kelle angerichtet werden.
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Bei Empfängen und Apéros soll nicht mehr mit ganz so grosser Kelle angerichtet werden.
Foto: zvg

Quelle: RZ 4

Wird eine neue Grossratspräsidentin oder -Präsident empfangen, so lässt sich der Kanton nicht lumpen. Geht gar nicht, finden einige Politiker und verlangen Mässigung.

Der offizielle Empfang für die neue höchste Walliserin oder den höchsten Walliser ist eine grosse Sache. Um der Würde des Amtes gerecht zu werden, greift man tief in die Staatskasse. Zu tief findet Grossrat Gaël Burgeois von der Linksallianz. «Apéros und Empfänge, zu denen nur die offiziellen Gäste eingeladen sind und folglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, können locker mit über 100 000 Franken zu Buche schlagen», sagt Burgeois. «In einer Zeit, in der auch der Grosse Rat den Gürtel enger schnallen muss, sollten wir uns bei den Empfängen und Apéros bescheidener zeigen.»

Stehlunch sollte reichen

Burgeois und mehrere weitere Politiker aus dem gesamten Parteispektrum haben darum einen Vorstoss im Parlament eingereicht, um die Ausgaben für die Empfänge und Apéros zu senken. Der Grosse Rat befasst sich damit in der kommenden Woche. «Es geht hier nicht darum, Sündenböcke zu finden oder einen besonders pompösen Empfang anzuprangern», sagt Grossrat Burgeois weiter. «In einer Zeit, in welcher die öffentliche Hand an allen Ecken und Enden sparen muss, sollte allerdings auch bei diesen Apéros und Empfängen die Sparschraube angezogen werden.» Oder, so Burgeois weiter, man sollte die Öffentlichkeit zumindest an den Anlässen teilhaben lassen. «Der Kanton Neuenburg hat für den Empfang des Präsidenten statt eines Galadiners beispielsweise einen Stehlunch eingeführt, was völlig ausreicht», sagt Burgeois. Des Weiteren haben die Politiker bei ihrem Vorstoss nicht nur die Kantonsfinanzen, sondern auch die der Gemeinden im Blick.

Signal für die Kommunen

Auch die Gemeinden geben nach Ansicht der Politiker zu viel für die Empfänge und Apéros aus. «Keine Kommune will hinter der anderen zurückstehen», erklärt Gaël Burgeois. «Das birgt das Risiko, dass auch hier von Jahr zu Jahr mehr Geld ausgegeben wird, da die Gemeinden ihren Ruf als gastfreundliche Kommune nicht gefährden wollen. und sich die Kostenspirale so immer höher dreht.» Darum gehe es beim Vorstoss auch darum, ein Signal an die Gemeinden zu senden, dass ein würdevoller Empfang für die Präsidentin oder den Präsidenten nicht mit immensen Ausgaben verbunden sein müsse, so der Unterwalliser SP-Mann.

Martin Meul

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Kommentare

  • Beobachter - 146

    " Beispiel"
    Wenns nur um reine Steuergeldverschwendung geht , würde ich einer grossen Oberwalliser Stadt den ersten Preis in Form eines Wanderweges überreichen,

    • Ingeniör - 22

      Den Preis würde ich eher an ein Ingenieurbüro überreichen....

  • Beobachterin - 2210

    Die Auswüchse einer Kleptokratie: unter Ausschluss der SteuerzahlerInnen werden die Steuergelder verprasst.

  • Hans-Jörg S. - 5512

    Das wurde Zeit, dass man diesen Missstand anprangert. Wenn eine Gemeinde den Grossratspräsidenten empfangen darf, werden alle Grossräte eingeladen. Galadiner, Musik, Arbeit der Gemeindeangestellten uvm. kostet die Gemeinde mehr als Fr. 100'000.00. Und wir normale Bürger haben gar nichts davon. Und im Übrigen: Was bringt der organisierenden und bezahlenden Gemeinde dieser Präsident denn eigentlich sonst für ein Mehrwert??

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