Saas-Fee | Wegen fehlender Aufarbeitung der Vergangenheit

Altgemeinderat sorgt sich um Saaser Tourismus

Wie weiter? In Saas-Fee macht man sich Gedanken um die künftige 
touristische Entwicklung.
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Wie weiter? In Saas-Fee macht man sich Gedanken um die künftige 
touristische Entwicklung.
Foto: PPR/Manuel Lopez

Quelle: RZ 2

Die Bergbahnen hätten mit rückläufigen Frequenzen zu kämpfen und gleichzeitig gebe es immer weniger Gästebetten. «Die touristische Entwicklung wirft Fragen auf», sagt alt Gemeinderat Rinaldo Andenmatten.

«Ich sehe kein langfristiges und nachhaltiges Konzept für unseren Tourismus», sagt Rinaldo Andenmatten, welcher bis Anfang der 1990er-Jahre als Gemeinderat von Saas-Fee amtete. Die Übernachtungszahlen seien rückläufig, was sich schliesslich negativ auf die Frequenzen der Bergbahnen auswirke. Erschwerend komme hinzu: «Immer mehr Hotels werden geschlossen und zu Wohnungen umgewandelt, welche schliesslich für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Bahnen und der ganzen Destination fehlen», sagt er.

Weniger Logiernächte

Konkret: Weniger Gäste bedeuten weniger Wertschöpfung – am Ende des Tages fehlt Geld, welches dann für Investitionen nicht vorhanden ist. Für eine klassische «Residenzdestination» wie Saas-Fee sind Bergbahnen und Beherberger aufeinander angewiesen. Was passiert, wenn Gästebetten fehlen, zeigte sich diesen Sommer. Weil Hotels und Ferienwohnungen geschlossen blieben, transportierten die Bahnen im Vergleich zum Vorjahr prompt weniger Gäste. Ein Blick in die längere Vergangenheit: Waren es in Saas-Fee vor gut dreissig Jahren noch über 900 000 Logiernächte, fielen diese bis 2015 unter 600 000. Seither steigen sie wieder bis auf rund 780 000 letztes Jahr. Trotzdem sagt Andenmatten: «Man hat die strukturellen Probleme und gemachten Fehler nie tief greifend analysiert und geht nun weiter völlig konzeptionslos in die Zukunft.»

Optimistische Touristiker

Ganz so schwarzmalen wollen die Verantwortlichen derweil nicht. Es seien zwar rund 200 Hotelbetten in Wohnungen umgewandelt worden, welche aber grösstenteils wieder bewirtschaftet würden. «Rund 60 Betten sind aber leider nicht mehr auf dem Markt», sagt der Präsident des Hoteliervereins von Saas-Fee/Saastal, Klaus Habegger. Aber: Der Ort werde sich mindestens auf dem Niveau der alpinen Bergdestinationen entwickeln. «Die grössten Schwierigkeiten liegen nicht in unseren Händen. Der Eurokurs und Brexit sind hier dominanter», sagt Habegger. Auch bei den Bergbahnen tönt es optimistisch. Diesen Sommer sei viel in die Betteninfrastruktur investiert worden. «Auch die Bergbahnen werden davon profitieren», sagt CEO Simon Bumann. Man helfe auch bei der Vermarktung der Destination mit, was auch zu besserer Auslastung führe. «Wir fördern auch vermehrt den Tages- und Ausflugstourismus, welche die nötigen Frequenzen für den Betrieb und Unterhalt der Bahnen bringen», so Bumann.

Peter Abgottspon

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Kommentare

  • Edmond Offermann, New York - 541

    Sehr geehrter Herr Baudinot,
    Danke für die gute kritische Fragen. Daten sind wichtig. Ohne gute Daten kann man das Problem nicht erkennen und damit keine Lösung schaffen. Besser als Daten sind nur mehr Daten ;-) .
    Folgende Hotels (und wahrscheinlich habe ich eine oder andere vergessen) sind geschlossen worden über die letzte 1-2 Jahren: Belmont, Berghof, Britannia, Derby, Fletschhorn, Gletschergarten, Metropole. Insgesamt 162 Zimmer und 331 Betten. Diese Betten werden nicht mehr auf dem Markt kommen als Hotelbetten, nur kalte Ferienwohnung Betten. Mein Datenbank zeigt das diese Betten verantwortlich sind für ~ 35,000 Übernachtungen/Jahr. Über die letzte 5 Jahren gibt es durchschnittlich 310,000 Übernachtungen/Jahr in Saas Fee Hotels.
    Wieviele "kalte" Betten zurück =kommen werden weis ich nicht und wie gut ihre Belegung sein wird weiss ich auch nicht aber Saas Fee hat über die letzte 1-2 Jahren mehr als 10% (!) ihre Hotelbetten verloren.
    Jeder der sich nicht mit meine Zahlen übereinstimmt bitten melden, ich liebe sachliche Diskussionen .

    lg Edmond Offermann der Dom Gruppe Saas-Fee
    ps. wir sind 8% der Hotelübernachtungen in Saastal

  • gerold Baudinot, Saas-Almagell - 1119

    Lieber Herr Abgottspon
    Ich bin schon etwas enttäuscht über Ihren Artikel. Ein bisschen mehr Hintergrund zu der Situation und nicht nur berichten was ihnen jemand erzählt hat würde Licht ins Dunkel bringen. Sie haetten zb recherchieren können wieviele Übernachtungen diese 60 Betten bedeuten und wie gross die Auslastung in Saas-Fee in dem angegeben Zeitraum war.
    So haben Sie einfach ein paar Hausnummern zersägt und die Leser verwirrt zurück gelassen.
    Mit freundlichem Gruss
    Gerold Baudinot

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