Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Bayard Medien haben Linke einen Sitz gekostet

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben in der Rhonezeitung.
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Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben in der Rhonezeitung.
Foto: Mengis Media

Quelle: RZ 1

Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und Schriftsteller Oskar Freysinger im Wortgefecht.

Peter Bodenmann, ehemaliger SP-Schweiz-Präsident und Hotelier

Hätte, hätte Fahrradkette…

Die Mengis Medien machten eine noch nie gesehene, einseitige Kampagne für Sion 2026. Trotzdem stimmte die Mehrheit der Oberwalliserinnen und Oberwalliser gegen dieses unsinnige Projekt. Eigentor Nummer 1.

Die Mengis Medien wollten die Wahl von Viola Amherd zur Bundesrätin verhindern. SP und Grüne wählten in Bern – verglichen mit der von Beat Rieder unterstützten Urnerin – das kleinere Übel. Eigentor Nummer 2.

Die Mengis Medien machten eine faktenfreie Kampagne zugunsten von Beat Rieder, Philipp-Matthias Bregy, Thomas Egger und Franz Ruppen. Beat Rieder beklagte sich auf rro, dass die Medien im welschen Wallis nicht wie Pomona-Messdiener funktionieren würden. Thomas Egger ist weg, Franz Ruppen bleibt. Halbes Eigentor Bodenmann.

In der Politik gilt: Hätte, hätte, Fahrradkette. Und knapp daneben ist eben auch daneben. Trotzdem belegen die Zahlen: Wenn der «Walliser Bote» im Vorfeld der Nationalratswahlen halbwegs korrekt und ausgeglichen berichtet hätte, hätte die SVP ihren Oberwalliser Sitz verloren. Dieser wäre entweder zu den Freisinnigen oder zur SP gewandert.

Denn die CVP ist kantonal unter die 35 Prozent abgesackt. Die SVP – trotz Oskar Freysinger, dem selbst ernannten besten Wahlkampfleiter westlich der Oder-Neisse-Grenze – auf unter 20 Prozent. Kein Detail: Die SP und die Grünen machen trotz der WB-Kampagne im Oberwallis mehr Stimmen als die CVP schweizerisch.

Auch halbe Erfolge machen süchtig: Der «Walliser Bote» hetzt weiterhin gegen das welsche Wallis. Und stellte der unfähigen Kandidatin Marianne Maret bisher nicht eine kritische Frage. Einst war der «Walliser Bote» dank Journalisten wie Luzius Theler und Beat Jost eine offene Zeitung. Tempi passati. Jetzt will das Medienhaus Mengis dem Wallis jene Marianne Maret auf das Auge drücken, die nicht Deutsch kann und affektiert immer die gleichen nichtssagenden Sätze wiederholt. Ohne dass die Herren Armin Bregy und David Biner in der Fernsehsendung aus der Pomona auch nur einmal kritisch nachgefragt hätten. Typisch.

Material hätte es gegeben. Ein Beispiel unter vielen: Marianne Maret bekam vor 18 Monaten als Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission einen Bericht des korrekten Chefbeamten Joël Rossier zugestellt und hat diesen Bericht rechtswidrig unterschlagen und versteckt. Wenige kennen das Dossier besser als der in der Sendung ebenfalls anwesende korrekte SVP-Mann Cyrille Fauchère. Armin Bregy erklärte auf Rückfrage, Fragen dazu hätten nicht in den «Plot» gepasst. Als ob das verschmutzte Grundwasser zwischen Gamsen und Steg nicht ein Stück Oberwallis wäre. Ein Stück von uns.


Oskar Freysinger, ehemaliger SVP-Staatsrat und Schriftsteller

Die Bayard Medien, ein Vorbild für unabhängige Berichterstattung

Peter Bodenmann hat für einmal recht: Die Bayard Medien haben in der Tat verhindert, dass auch Franz Ruppens Nationalratssitz wie jener von Thomas Egger ins Unterwallis abwandert. Dazu genügte es, Peter Bodenmann eine Kolumne anzubieten, in der sich der «rote Zar» durch massive Angriffe auf Franz Ruppen zu dessen bestem Wahlhelfer entwickeln konnte. Also müsste es eigentlich heissen: Peter Bodenmann hat der Linken aufgrund seiner stupiden Angriffe auf Franz Ruppen einen Sitz gekostet!

Es ist schon seltsam, dass Bodenmann eine der seltenen Mediengruppen der Schweiz angreift, die nicht dem globalen Kapital hörig ist. Als Beleg für diese Unabhängigkeit diene der Umstand, dass die Mengis Gruppe zwei Kolumnisten zu Wort kommen lässt, welche die globale Wirtschaftselite aus völlig entgegengesetzten Gründen resolut bekämpfen: Bodenmann, weil er den Kapitalismus abschaffen will und wie sein Klon Reynard eine reine Planwirtschaft anstrebt, und mich, weil ich an die Souveränität des Rechtsstaates glaube und das Primat der Politik über das reine Wirtschaftsdenken nicht kampflos aufgeben will.

Nun fürchtet Bodenmann, dass Marianne Maret – die er als unfähig betitelt, ohne, wie üblich, seine Behauptung zu belegen – dem linken Phrasendrescher Reynard, der die Walliser zusammen mit seiner SP in Sachen Lex Weber und Raumplanungsgesetz Milliarden gekostet hat, doch noch den Rang ablaufen könnte. Die Verantwortung dafür schiebt er schon mal vorsorglich den Bayard-Medien zu.

Dass keine linke Tageszeitung im Gegensatz zur RZ und zur «Weltwoche» je einem gegnerischen Meinungsträger eine Kolumne anbieten würde, erwähnt er nicht. Dass der «Nouvelliste» den Leichenberg Mellys kleinredet, Darbellays abenteuerliche Eskapaden mit Schweigen überzieht und Reynard völlig parteiisch in allen Tönen als neuen Messias preist, auch nicht. Nein, ihn stört die unabhängige Bayard-Presse, die sich erdreistet, ihm statt eines leicht zu ohrfeigenden Weicheis einen Freysinger als Kontrahenten entgegenzustellen.

Bodenmann ist nur dann für die Medienfreiheit, wenn sie seinen Interessen dient. Sein Regierungsmandat hat er aufgegeben, um seine Erbgemeinschaft zu retten. Seither missbraucht er das ideologische Schamtüchlein, um (fast) unbemerkt in die eigene Tasche zu wirtschaften. Von seinem Grundstück, das er dem Staat für den Spitalbau unterjubeln wollte, über das World Nature Forum und den Belalp Ski-Pass bis hin zu seiner Oppositionswut hat er immer nur für sich geschaut. Gegen alle, für seine Privilegien.

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Kommentare

  • Remo Ritz, Lalden - 64

    Herr Bodenmann, nicht die Bayardmedien (die haben bis auf die Kolumnen der alten Politstars alles richtig gemacht) wählen NR und SR, sondern das Volk. Genau Jene, die sie seit Jahrzehnten politisch bevormunden möchten.
    Wie sehr sie Herr bBodenmann das Volk noch spüren (nicht einmal in der eigenen Stadtgemeinde), haben die Wahlen wohl aufgedeckt. Ich hoffe, es war die letzten poltitischen Wahlprognosen ihrerseits.

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