Region | Wegen Priestermangel

Fällt die Fronleichnamsprozession in einigen Gemeinden aus?

Die Fronleichnamsprozession (im Bild Naters) ist gelebte Tradition.
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Die Fronleichnamsprozession (im Bild Naters) ist gelebte Tradition.
Foto: rro

Quelle: RZ 1

In fast allen Gemeinden im Oberwallis findet am Herrgottstag die Fronleichnamsprozession statt. Doch das dürfte sich bald ändern.

Die Männer in Uniformen und die Frauen in Trachten. Fronleichnam, im Oberwallis besser bekannt als Herrgottstag, ist gelebte Tradition. Jetzt droht Ungemach. Denn: Wegen Priestermangels dürfte die Prozession in einigen Orten bald einmal ausfallen.

Kein Verständnis

«Es ist in der Tat nicht einfach, allen Pfarreien gerecht zu werden», sagt Generalvikar Richard Lehner (55). Der Grund: Weil es immer weniger Priester gibt, müssen am Herrgotts­tag vermehrt Aushilfspriester einspringen. «Bis jetzt hat sich dieses System bewährt, nicht zuletzt deshalb, weil auch Priester, die im Ruhestand sind, in den Pfarreien ausgeholfen haben», sagt Lehner. Weil manche Priester altersbedingt kürzertreten müssen und keine Aushilfen mehr zur Verfügung stehen, dürfte bald einmal in einigen Gemeinden die Fronleichnamsprozession ausfallen. «Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, werden wir nicht drum herumkommen, die Prozession gar nicht oder alternierend zwischen zwei Gemeinden durchzuführen», erklärt Lehner. Dieser Vorschlag stösst bei vielen Gemeinden auf Unverständnis. Denn: Die Fronleichnamsprozession steht nicht nur für ein hohes kirchliches Fest, sondern auch für gelebte Tradition. «Es ist uns bewusst, dass die Pfarreien und Pfarrei­angehörige nur schwer nachvollziehen können, dass dieses kirchliche Hochfest in ihrer Gemeinde nicht mehr gefeiert werden soll. Aber die Zeichen der Zeit sprechen eine andere Sprache», meint Lehner. «Das Bistum bricht nur ­ungern mit dieser Tradition, aber wenn niemand da ist, der die Messe und die Prozession gestaltet und zelebriert, dann wird es schwierig.»

Keine Laientheologen

Den Vorschlag, dass eventuell Laientheologen die Prozession gestalten könnten, lässt Lehner nicht gelten. «Fronleichnam ist das Fest des Leibes und Blutes Christi», erinnert Lehner. «Wenn nun ausgerechnet an dem Tag, an dem wir die Eucharistie ins Zentrum stellen, ein Wortgottesdienst stattfinden soll, ist das ein Widerspruch in sich und theologisch nicht vertretbar.» Eine Alternative zum Priester sei einzig ein Diakon, dem es kirchenrechtlich erlaubt sei, einer eucharistischen Prozession vorzustehen. «Aber auch Diakone gibts nicht allzu viele», so Lehner. Darum müssten früher oder später einzelne Gemeinden zusammenspannen. «Im Obergoms zum Beispiel findet schon heute nicht mehr in jeder Pfarrei eine Prozession statt. Genauso in Bürchen und Unterbäch, wo die Fronleichnamsprozession alternierend stattfindet», weiss Lehner. «Während in einem Ort Fronleichnam gefeiert wird, findet am anderen die Prozession am Segensonntag statt.» Darauf müssten sich auch andere Gemeinden einigen. Aber auch hier stösst die Kirche auf Widerstand. «Nicht nur der Herrgottstag ist unverhandelbar, sondern auch die Zeit, wann die Messe beginnen soll», sagt Lehner resigniert. «Ganz einfach darum, damit man rechtzeitig mit den weltlichen Traditionen beginnen kann.»

Walter Bellwald

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Kommentare

  • Zehnder Damian, Zermatt - 00

    Was Stalden (SaasTal) macht ist unglaublich: die stellen den Altar auf die Kantonsstrasse und der ganze Verkehr Saas Fee, Zermatt, Visp ist lahmgelegt für 45 Minuten. Letztes Jahr war der Stau bis Randa.

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