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Internetbuchungen am Pranger

Walliser Hotels stören sich an den teils hohen Kommissionen bei Internetbuchungen.
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Walliser Hotels stören sich an den teils hohen Kommissionen bei Internetbuchungen.
Foto: RZ

Quelle: RZ 2

Hotels sind über die steigende Bedeutung von Internet-Buchungsplattformen verärgert. Der Vorwurf: Der Preisdruck steigt.

«Zusammen mit der jetzigen Euro-Situation verkraften die Hotels das nicht mehr», sagt Georg Anthamatten, Verwaltungsratspräsident des Hotels Walliserhof in Saas-Fee. Der Umsatz durch Internetbuchungen sei in den letzten Jahren auf 30 Prozent angestiegen. So weit so gut, meint er, aber: «Pro Jahr bezahlen gewisse Betriebe einen sechsstelligen Betrag an Kommissionen.» Zudem würden die Preise allgemein sinken, weil jeder Anbieter so günstig wie nur möglich sein möchte um damit zuoberst auf der Startseite der Plattformen zu erscheinen.

Grosse Herausforderung für Hotels

Diesen Trend bestätigt Markus Schmid, Präsident des Walliser Hoteliervereins: «Buchungen über Internetplattformen sind eine grosse Herausforderung.» Erschwerend komme hinzu, dass Stammgäste mittlerweile auch über solche Plattformen buchen würden. «Wir bezahlen darauf 15 Prozent und mehr Kommission.» Wenn ein Beherberger seine Zimmer über eine Internetplattform, beispielsweise wie eine der bekanntesten «Booking.com» anbiete, sei eine der Geschäftsbedingungen, dass der Beherberger auf seiner eigenen Internetseite keinen günstigeren Preis als der auf der Internetplattform angezeigt, anbieten dürfe. «So ist es für «Booking.com» einfach zu behaupten, sie hätten garantiert das günstigste Angebot», so Schmid. Da es nicht sicher sei, ob diese «Regel» dem geltenden Schweizer Recht entspreche, sei auf schweizerischer Ebene die Wettbewerbskommission (Weko) eingeschaltet worden. Bis ein Entscheid gefällt sei, sei man den Spielregeln ausgeliefert. «Booking.com» teilt dazu schriftlich mit: «Wir verlangen eine Kommission zwischen 12 und 15 Prozent und liegen damit im mittleren Bereich des Marktes. Eine höhere Kommission gilt für Unterkünfte, die sich freiwillig für eine bessere Sichtbarkeit auf der Plattform entschieden haben.» Das Unternehmen sei immer um ein gutes Verhältnis gegenüber ihren Partnern bemüht und spreche sich für einen offenen Dialog aus.

Chancen vorhanden

Die RZ fragt bei Damian Constantin, Direktor von Valais/Wallis Promotion, nach: «Da Internetbuchungen zunehmen, wird es für die Beherberger immer bedeutender, auf den wichtigsten Plattformen präsent zu sein.» Da Benützer dieser Plattformen häufig Erstgäste seien, könne die weltweite Präsenz auf diesen Plattformen auch als Marketinginstrument verstanden werden.

Zermatt mit Alternative

Auf die Frage, ob es für eine einzelne Destination möglich ist, sich eigenständig im Internet zu positionieren, nennt Constantin Zermatt. Dort gebe es «Openbooking». Laut Constantin ist das eine Internetsuche für Unterkünfte über mehrere Buchungsanbieter hinweg. Dazu Daniel Luggen, Kurdirektor von Zermatt: «Obwohl die Reichweite noch nicht die selbe ist, ist unser System trotzdem eine gute Alternative.» Die damit verbundenen Buchungen würden zunehmen.

Peter Abgottspon

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Kommentare

  • Horst Kummer - 10

    Aha, das soll also das Problem sein. Nicht etwa die veraltetete Infrastruktur, Zimmerausstattungen auf dem Niveau einer 80'er Jahre Jugendherberge und ein Preis/Leistungsverhältnis, dass noch den patriotischsten Eidgenossen Urlaub in den Nachbarländern machen lässt.
    Wie weit muss es kommen, bevor Raum für Einsicht ensteht, oder sind wir einfach zu stur dafür?

  • Lars - 30

    Schlimm dieser Wettbewerb. Und das man für die Dienstleitung Marketing&Vertrieb einen Teil seines Umsatzes lassen soll ist ein Skandal!
    Am besten meidet man diese Vertriebswege und hängt einen Zettel in den COOP mit Zimmer frei, das ist günstiger.

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