Region | Herausforderung für Eltern

Kein Religionsunterricht – so läuft es an Privatschulen

An der gd-Schule in Bratsch organisieren die Eltern den Religionsunterricht für die Kinder.
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An der gd-Schule in Bratsch organisieren die Eltern den Religionsunterricht für die Kinder.
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Quelle: RZ 0

Privatschulen sind zurzeit im Trend. Das Problem: Sie bieten meist keinen Religionsunterricht an. Das sagen die Verantwortlichen.

In seiner Schule gibt es keine Schulfächer, keine Noten und keinen Stundenplan. Demnach fällt an der gd-Schule in Bratsch auch der Religionsunterricht weg. Das stellt die Eltern vor eine Herausforderung. Denn: Die Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung geschieht im deutschsprachigen Teil des Bistums im Rahmen des konfessionellen Religionsunterrichts in der Schule. Generalvikar Richard Lehner sagt dazu: «Wer Erstkommunion und Firmung empfangen will, besucht den Religionsunterricht in allen sechs Jahren der Primarschule in seiner Ganzheit und nicht nur in den Jahren, in denen die Sakramente gespendet werden.»

Eltern in der Verantwortung

Damian Gsponer, Schulleiter der gd-Schule in Bratsch, betont, dass er die Schule auf christlichen Werten aufgebaut hat und sich dazu auch bekennt. «Wir sind jedoch konfessionell unabhängig und führen weder Religionsunterricht noch Sakramente durch», sagt er. Diese werden von den Eltern privat und ausserhalb der Schule organisiert, so Gsponer. Generalvikar Richard Lehner erinnert daran, dass «gemäss Mitteilung der Dienststelle für Unterrichtswesen Privatschulen im Kanton Wallis verpflichtet sind, die im Stundenplan der öffentlichen Schule vorgesehenen Fächer ins Schulprogramm aufzunehmen». Die Bistumsleitung empfehle, dass die Kinder den Religionsunterricht in der öffentlichen Schule besuchen. «Wo das aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist, organisieren die Eltern in Absprache mit dem Pfarrer die Vorbereitung ihrer Kinder durch eine Katechetin, die über eine entsprechende Ausbildung verfügt», sagt Lehner. Trotz seiner klaren Worte zeigt der Generalvikar Verständnis dafür, dass die Organisation eines eigenen Religionsunterrichts an einer Privatschule aufwendig ist. Er fordert, dass «die Verantwortlichen an den Privatschulen bereit sind, die Schülerinnen und Schüler für den Besuch des offiziellen Religionsunterrichts in der öffentlichen Schule freizustellen, wenn die Eltern das wünschen».

Mandela-Schule wie gd-Schule

Wie an der gd-Schule in Bratsch stellt auch die Privatschule «Mandela» in Venthône oberhalb von
Siders ihre Schüler für den Reli­gionsunterricht frei. Schulleiterin Myriam De Carlo-Bonvin sagt: «Die Eltern organisieren sich bezüglich des Religionsunterrichts selbstständig, das funktioniert bei uns ohne Probleme.»

Simon Kalbermatten

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