Kulturgut | In der Grafschaft wird wieder Roggen angepflanzt

Wiederbelebtes Ritzingerfeld

Auf dem Ritzingerfeld werden wieder Roggen und Kartoffeln angepflanzt. Mit positiven Effekten auf Fauna und Flora.
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Auf dem Ritzingerfeld werden wieder Roggen und Kartoffeln angepflanzt. Mit positiven Effekten auf Fauna und Flora.
Foto: RZ

Alte Traditionen werden wieder belebt. Müller Norbert Schmidt erklärt die Funktionsweise der restaurierten Stockmühle in Selkingen.
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Alte Traditionen werden wieder belebt. Müller Norbert Schmidt erklärt die Funktionsweise der restaurierten Stockmühle in Selkingen.
Foto: RZ

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Im Goms wird seit drei Jahren wieder Roggen angepflanzt und daraus Brot gebacken. Eine Sache, die vielfältige positive Auswirkungen hat.

Die Idee, im Goms wieder Roggenbrot vom Korn bis hin zum fertigen Produkt zu produzieren, entstand mit der Restaurierung der Stockmühle im Jahr 2013. Seither pflanzt man auf dem Ritzingerfeld den Roggen an, welcher anschliessend in der Mühle in Selkingen gemahlen und dann im Backhaus in Biel zu Roggenbrot verarbeitet wird. Die Genossenschaft Grafschaft Kultur will so die Tradition des Roggenanbaus im Wallis erhalten und die einheimische Landwirtschaft stärken.

Landschaft profitiert

Alles beginnt auf dem Ritzingerfeld, wo man im Mehrjahreswechsel Roggen und Kartoffeln anpflanzt. Speziell dabei: Auf dem Ritzingerfeld wächst kein Walliser Roggen, sondern die Sorte Cadi, die aus dem Bündnerland stammt. Um das Korn zu ernten, hat die Genossenschaft Grafschaft Kultur extra einen eigenen Mähdrescher angeschafft. «Dass auf dem Ritzingerfeld wieder Roggen wächst, ist eine tolle Sache», sagt der landwirtschaftliche Berater von Grafschaft Kultur, Norbert Agten. «Einerseits wird das Landschaftsbild stark aufgewertet, andererseits, wurden dadurch viele Pflanzen und Tiere wieder angesiedelt.» Nach der Ernte wird der Roggen im Tenn eines Stadels zum Trocknen ausgelegt. Sobald die Körner genügend Härte aufweisen und ausgetrocknet sind, werden sie mit der Windwanne im Stadel gereinigt.

Stockmühle gerettet

Die gereinigten Roggenkörner werden anschliessend nach Selkingen in die Stockmühle geliefert. Diese Mühle wurde im Jahr 2013 mit Spendengeldern restauriert. Nach 40 Jahren Dornröschenschlaf konnte sie wieder in Betrieb genommen werden. Müller Norbert Schmidt sorgt dafür, dass die Mahlsteine die Roggenkörner zu feinem Mehl verarbeiten. «Neben handwerklichem Geschick ist auch ein gutes Ohr gefragt», erklärt Hobbymüller Schmidt. «Denn die Feineinstellung der Mühle erfolgt über die Geräusche, die der Läuferstein bei seinen Umdrehungen verursacht.» Mit der Restaurierung der Stockmühle hat Grafschaft Kultur ein wichtiges historisches Gebäude vor dem Verfall bewahren können. «Immerhin wurde hier über viele, viele Jahre das Korn für das Dorf gemahlen», sagt Schmidt. Das gemahlene Roggenmehl wird anschlies-send im Backhaus in Biel zu Roggenbrot weiterverarbeitet.

Backhaus in Biel

Im Backhaus in Biel kommt es dann zum entscheidenden letzten Schritt. Das Korn aus der Selkinger Mühle wird hier mit einem Sauerteig zu Roggenbrot verarbeitet. «Bis zu 1300 Roggenbrote werden hier so pro Jahr hergestellt», sagt Müller Schmidt. «Das ist natürlich sehr positiv, denn einerseits wird das Korn vom Ritzingerfeld direkt vor Ort verarbeitet und wir können ein Produkt anbieten, das sowohl bei Einheimischen wie auch Gästen beliebt ist.»

Weitere Gebäude instand stellen

In diesem Jahr hat die Genossenschaft zudem einen erhaltenswerten Stadel sowie einen Spycher gekauft. Die beiden Gebäude sollen nun renoviert werden. Die Kosten für den Kauf und die Instandhaltung belaufen sich auf rund 100 000 Franken. «Das lohnt sich, denn es wäre sehr schade, wenn diese alten und kulturell wertvollen Gebäude eines Tages nicht mehr da wären», sagt der landwirtschaftliche Berater der Stiftung Kultur, Norbert Agten.

Katrin Biderbost

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