Leukerbad | Kritk an Ausbauplänen der Torrentbahnen

«Wir lassen uns nicht auspressen»

Die Allianz Zweitwohnungen kritisiert die Ausbaupläne der Torrent-Bahnen.
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Die Allianz Zweitwohnungen kritisiert die Ausbaupläne der Torrent-Bahnen.
Foto: Leukerbad Tourismus

Quelle: RZ 5

Kaum sind die Torrent-Bahnen gerettet, planen die Verantwortlichen neue Millioneninvestitionen. Bei der Allianz Zweitwohnungen löst das Kopfschütteln aus.

Mitte April zogen die Torrent-Bahnen den Kopf gerade noch so aus der Schlinge. Bahnen und Gläubiger einigten sich auf einen massiven Schuldenschnitt, um das Unternehmen vor dem drohenden Konkurs zu retten. Wie viele Schulden der Bahn erlassen werden, ist nicht bekannt. Die Gläubiger waren anfangs bereit, auf 9,8 Millionen Franken zu verzichten, die Bahnen forderten einen Nachlass von 12 Millionen Franken. Die tatsächlich erlassenen Schulden dürften also irgendwo zwischen den beiden Beträgen liegen. Über den genauen Betrag wurde Stillschweigen vereinbart.

Ausbau auf Torrent geplant

Über die Zukunftspläne der Bahnen schwiegen sich die Verantwortlichen allerdings nicht aus. Vollmundig kündigte der Steuerungsausschuss der Leukerbad AG, die die touristischen Akteure im Bäderdorf vereint, an, man wolle nun unverzüglich auf die Suche nach frischem Kapital gehen, um wieder kräftig zu investieren. Wie der «Walliser Bote» berichtete, stehen dabei nötige Ersatzinvestitionen, ein Ausbau der Beschneiungsanlagen, neue Angebote im Torrentgebiet sowie die Erschliessung des Vorgipfels, bekannt als Walliser Rigi, im Vordergrund.

Geld von Gemeinden und Privaten

Die wohl nicht unerheblichen finanziellen Mittel sollen derweil bei den Gemeinden, Betrieben und Privatpersonen beschafft werden. Darunter dürften auch die Zweitwohnungsbesitzer fallen. Das löst beim Dachverband der Zweitwohnungsbesitzer, Allianz Zweitwohnungen, Kopfschütteln aus. Und zwar aus zweierlei Gründen. Heinrich Summermatter, Präsident von Allianz Zweitwohnungen, stellt auf der einen Seite die Nachhaltigkeit des Vorhabens infrage. «Wenn sich ein Unternehmen gerade noch so retten kann, ist es unverständlich, dass direkt im Anschluss wieder von Millioneninvestitionen geträumt wird», sagt er. «Vielmehr müsste man zuerst einmal die gesamte Ausrichtung und Strategie prüfen und erst dann entscheiden, wie man die Zukunft gestalten will.» Offenbar sei es schliesslich so, dass das bisherige Konzept nicht funktioniert habe, denn ansonsten würden sich die Torrent-Bahnen nicht in einer solch misslichen Lage­ befinden, so Summermatter. «Wir Zweitwohnungsbesitzer lehnen solche Scheinlösungen in Form von fraglichen Investitionen entschieden ab, da ein nachhaltiger Erfolg mitnichten garantiert ist», wird der Präsident von Allianz Zweitwohnungen deutlich.

«Wir sind keine goldenen Gänse»

Zudem stört sich Summermatter daran, wie die Investitionen finanziert werden sollen. «Von den Banken gibt es vermutlich kein Geld, also sollen die anderen Akteure das Risiko tragen», sagt er. «Die Zweitwohnungsbesitzer kommen da, nicht nur in Leukerbad, oft gerade recht, da man ihnen Abgaben aufbrummen kann, ohne sie in einer demokratischen Form um ihre Meinung fragen zu müssen.» Allerdings seien Zweitwohnungsbesitzer keine goldenen Gänse, die man nach Belieben zur Kasse bitten könne. «Irgendwann ist das Mass voll, auch wenn man bedenkt, dass in Leukerbad gerade erst die Kurtaxen massiv erhöht wurden», sagt Heinrich Summermatter weiter. «Man muss sich nicht wundern, wenn Zweitwohnungsbesitzer plötzlich vor Gericht gehen oder wenn die Kinder der Besitzer keine Lust mehr haben, die Immobilien der Eltern zu übernehmen.» Wolle man investieren, müsse man andere Investoren als die Privatpersonen finden. «Man kann uns nicht beliebig weiter auspressen.»

Martin Meul

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Kommentare

  • Lydia Witschard-Loretan - 47

    Heute Abend die Verantwortlichen von Leukerbad einen weiteren Informationsabend organisiert.Diese Leute versuchen mit grossen Einsatz die Geschicke von Leukerbad und Albinen in positive Bahnen zu lenken und dann kommen jeweils Reporter vom WB und nun auch von der RZ und wissen nichts Gescheiteres und bringen jeweils auf der Frontseite irgend einen negativen Kommentar der dann meistens nur die halbe Wahrheit beinhaltet. Wann hören Sie auf auf Leukerbad rumzuhacken ???? Einmal waren WB und ..eine Zeitung mit christlichem Hintergrund, wo holen Sie jetzt Ihre Wertvorstellungen????
    Lydia Witschard-Loretan

    • Anne Nymos - 71

      Die Verantwortlichen versuchen doch seit Jahren die Geschicke von Leukerbad positiv zu Lenken. ?
      Sollen die so immer weiter und weiter machen dürfen, ohne dass kritisch beobachtet und nachgefragt wird? Das ist die Aufgabe der Redakteure einer Freien Presse. Und übrigens sollten gerade die Leukerbader kritisch sein mit dem, was die Granden da wieder anstellen. Schließlich wird es so oder so wieder das Geld der Bewohner sein, das riskiert wird.

  • Almuth Lurz - 85

    Pro Bett ein Jahres-Abonnement und das Problem mit der Finanzierung ist gelöst.
    Liebe Zweitwohnungsbesitzer: Ihr könnt doch unmöglich erwarten, dass die Allgemeinheit die Infrastruktur aufrechterhält, damit ihr ab und an, je nach Belieben und wenn es euch gerade passt davon profitieren könnt.

    • Beat - 83

      A. Lurz, so nicht. Der ZWB soll - notabene ohne jegliche Mitbesitmmung - bezahlen ohne Ende. Für eine Infrastruktur, für die heute oder morgen keine Nachfrage (mehr) besteht? Und die anderen Gäste ohne ZW oder Einheimischen mit oder ohne ZW, die dieselbe Infrastruktur nutzen? Zudem ist es eine Unverfrohrenheit dem zahlenden Gast (auch der ZWB ist Gast und nutzt die Bahnen nicht gratis) zu unterstellen, er profitiere nach Belieben. Es wäre an der Zeit, die Sache realistisch anzugehen und nicht nur die ZWB zu vergrämen, auszunehmen.

  • angesprochener - 3022

    Ganz schlecht geschrieben. Eine Meinung die aus dem Kontext gerissen ist.
    Das Problem ist doch ein wenig komplexer als Sie es hier widerspiegeln.. Sie machen es sich sehr einfach!
    Wo sind die Zweit- und Drittmeinungen von Zweitwohnungsbesitzern die vor Ort und hinter dem Projekt stehen?.. Schlicht und einfach nicht vorhanden!
    Das ist kein Journalismuns, auch nicht für einen Gratiszeitung

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