Sport | Visp

WM und Olympia im Visier

Erst vor neun Jahren begann Martin Imboden mit dem Bogenschiessen. Er zählt ­mittlerweile zu den Weltbesten in seiner Kategorie Compound Open.
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Erst vor neun Jahren begann Martin Imboden mit dem Bogenschiessen. Er zählt ­mittlerweile zu den Weltbesten in seiner Kategorie Compound Open.
Foto: zvg

Ein Unfall fesselte den ehemaligen Maler Martin Imboden an den Rollstuhl.
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Ein Unfall fesselte den ehemaligen Maler Martin Imboden an den Rollstuhl.
Foto: zvg

Quelle: RZ 0

Martin Imboden hat sich für die Weltmeisterschaften in Donaueschingen qualifiziert. Trotz der jüngsten Erfolge: Der Para-Bogenschütze hat schwie­rige Monate hinter sich.

«Während einiger Monate litt ich unter Goldpanik, das war schlimm», sagt Martin Imboden. Unter dem bei Bogenschützen weit verbreiteten Phänomen versteht man die Angst vor der Scheibe, deren innerster Kreis gelb oder goldfarbig ist. Die grosse Stärke des in Visp wohnhaften Para-Bogenschützen, sein absoluter Siegeswille, wurde ihm zum Verhängnis. Man will es zu gut machen, ist zu punkt­orientiert und plötzlich hat der Kopf Angst vor dem Versagen. Ein normales Schiessen ist dann nicht mehr möglich. «Drei Turniere missglückten mir. Ich lag rund 80 Punkte unter meinem normalen Schnitt», erzählt der 51-Jährige. Erst mithilfe einer Mentaltrainerin bekam Imboden sein Problem in den Griff. Rechtzeitig zu den Schweizer Indoormeisterschaften im März in Magglingen hat der gebürtige Hohtenner seine Treffsicherheit wiedergefunden und konnte schlussendlich einen weiteren Schweizer Meistertitel in seiner Kategorie Compound Open feiern.

WM-Limite geschafft

Nach seinem Erfolg bei den Schweizer Meisterschaften doppelte Imboden gleich nach. Schon im ersten von vier Qualifikationsturnieren schaffte er die nötigen Limiten, um sich für die im Sommer stattfindenden Weltmeisterschaften in Donaueschingen zu qualifizieren. Als Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft will er dort um Medaillen kämpfen. Gleichzeitig verfolgt die aktuelle Nummer 7 der Weltrangliste das grosse Fernziel: Die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro. «Die Olympischen Spielen in London 2012 verpasste ich im entscheidenden Qualifikationsturnier um einen halben Zentimeter», erinnert sich Imboden zurück.

Kampf um Olympiaplätze

An der WM in Donaueschingen werden auch 19 der insgesamt 32 Quotenplätze vergeben, die zum Start an den Olympischen Spielen in Rio berechtigen. Einen dieser Quotenplätze zu erobern, ist das erklärte Ziel von Imboden: «Die nächste Gelegenheit würde ich erst wieder an den Europameisterschaften in Frankreich im nächsten März erhalten.» Dort sind die Bedingungen allerdings ziemlich schwierig: Es werden nur zwei Plätze vergeben und während des Winters hat Imboden kaum Gelegenheit, auf der Open-Distanz von 50 Metern zu trainieren und entsprechend vorbereitet an die EM zu reisen.

Neue Technik

Seit letzten November arbeitet Imboden mit einem Privattrainer zusammen: «Mein Trainer hat eine unglaubliche Beobachtungsgabe. Ihm fallen auch kleinste Fehler auf.» Überhaupt wendet Imboden seit einiger Zeit eine neue Technik an in seinen Bewegungsabläufen: «Das Ganze nennt sich biomechanisches Bogenschiessen. Bevor der Pfeil abgeschossen wird, müssen zehn Schritte eingehalten werden.» Dadurch soll die Belastung auf den Körper reduziert und Verletzungen vorgebeugt werden. Mindestens zehn Stunden wöchentlich investiert Imboden in seinen Sport. Viermal pro Woche trainiert er mit dem Bogen. Ebenso wichtig sind regelmäs­siges Kraft- und Mentaltraining, denn «die Wettkämpfe werden zu 80 Prozent im Kopf entschieden», ist er überzeugt.
Am 16. Mai folgt schon der nächste Test: Imboden reist ans Weltranglistenturnier in die Niederlande.

Frank O. Salzgeber

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