Standpunkt | Zur Diskussion um den Klimaschutz

Beim Klimaschutz sind wir alle Heuchler

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In der bekannten Fernsehserie «Die Simpsons» stellt Helen Lovejoy, die Frau des Reverends, gern einmal die Frage: «Denkt denn auch jemand mal an die Kinder?» Meistens, so zumindest in der TV-Serie, wird das in dem Moment nicht getan. Doch wie so oft wohnt auch einer Zeichentrickserie immer ein Fünkchen Wahrheit inne. Denn wenn es um das Thema Klimaschutz geht, so muss man, wenn man diese Frage der Mehrheit der Menschen stellt, konsequenterweise sagen: An die Kinder wird nicht gedacht. Als kinderloser Mann erstaunt mich diese Nonchalance vieler Eltern, schliesslich wird in allen anderen Bereichen ein gewaltiges Aufheben um den Nachwuchs gemacht. Plakative Aussagen wie «Kinder sind die Zukunft» oder «Ich würde für mein Kind sterben» hört man öfter, als einem lieb sein kann. Die Wahrheit sieht jedoch anders aus. Statt den Kindern einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen, scheint man vielmehr nicht einmal bereit zu sein, auf ein dickes Auto zu verzichten oder anderweitige Abstriche beim eigenen Lifestyle zu machen. Viel lieber gefallen sich viele Zeitgenossen darin, das Problem des Klimawandels kleinzureden oder gar ganz zu leugnen. Ob das eigene Kind – und ja, der Klimawandel wird keineswegs nur von Kinderlosen geleugnet – eines Tages einen kaum noch bewohnbaren Planeten vorfindet oder mit gewaltigen sozialen Spannungen aufgrund schwindender Lebensräume zu kämpfen hat, wird einfach ignoriert. Es «könnte» ja alles gar nicht so schlimm werden. Besser man wirft vor, besonders gern jungen Leuten, Heuchler zu sein und sich von einer ominösen Öko-Industrie instrumentalisieren zu lassen. Doch wie heuchlerisch ist es zu sagen, dass man alles für sein Kind tun würde, aber bei einer der grossen Bedrohungen für die Menschheit einfach auf Durchzug stellt? Es spielt nämlich keine Rolle, ob der Klimawandel menschengemacht ist oder nicht. Wir haben die Möglichkeit, ihn zumindest zu verlangsamen, und wer kein Heuchler sein will, ergreift diese Möglichkeit.

Martin Meul

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