Standpunkt | Von Walter Bellwald

Die mit dem Wolf tanzen

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Erinnern Sie sich noch an den Filmklassiker «Der mit dem Wolf tanzt»? Während Offizier John Dunbar, gespielt von Kevin Costner, als einsamer Posten im Indianergebiet auf Verstärkung wartet, läuft ihm ein Wolf über den Weg, mit dem er sich anfreundet. Kaum ein Kino- oder Fernsehzuschauer, dem die herzzerreissende Szene, als Dunbar mit dem Wolf herumtollt, nicht in leben­diger Erinnerung geblieben ist.

Damals, Anfang der 1990er-Jahre, war die (Wolfs-)Welt, zumindest hierzulande, noch in Ordnung. Heute, knapp dreissig Jahre später, ist das vermeintlich zahme und zutrauliche Tier der Kinoleinwände zur Bestie mutiert. Die unzähligen Angriffe auf Schafe und Wildtiere haben das Ihre zum negativen Wolfsimage beigetragen. Der Wolf ist für Tierzüchter und Bauern zum Inbegriff von Mordlust, Gier und Ärger geworden. Die Meinungen sind gemacht:
Der Wolf ist ein unnützes Übel und muss eliminiert werden.

Auch die Politik hat diese Stossrichtung erkannt und versucht mit Vorstössen und Effekthascherei, dem Wolf endlich Herr zu werden. Aufwind bekommen haben die Wolfsgegner mit dem klaren Ja der Urnerinnen und Urner zur Wolfsinitiative. Damit scheint auch der Weg hierzulande geebnet zu sein, eine ähnliche Vorlage vors Stimmvolk zu bringen (s. Beitrag Seite 13). Die Wolfsgegner glauben mittlerweile sogar , dass auch eine Abstimmung auf nationaler Ebene «reelle Chancen haben wird».

Letztlich ist es egal, ob eine Abstimmung «Zur Regulierung von Grossraubtieren» – so der offizielle Wortlaut – angenommen wird oder nicht. Denn: Das Wolfsproblem wird dadurch nicht gelöst. Das belegen allein die Zahlen. Gemäss Bundesamt für Umwelt leben zurzeit 25 bis 30 Wölfe in der Schweiz. Zum Vergleich: In Italien, wo der Wolf zu den streng geschützten Arten zählt(!), leben zwischen 800 und 1000 Wölfe. Einige davon werden in die Schweiz und ins Wallis einwandern und lassen sich weder durch Grenzen noch Gesetze aufhalten.

Walter Bellwald

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