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Handystrahlen: Niemand kennt die Langzeitfolgen

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Es ist immer dasselbe. Praktisch jeder benutzt fleissig sein Handy, praktisch niemand will aber die dafür notwendigen Mobilfunkantennen in seiner Nähe haben (siehe Seite 7). Und der Netzausbau schreitet weiter voran. Schon ab 2020 soll die nächste Mobilfunkgeneration 5G den heutigen 4G-Standard ablösen. 5G erlaubt auf dem Smartphone bis zu 100-mal höhere Übertragungs­geschwindigkeiten als der aktuelle 4G-Standard. Ganze Kinofilme könnten so in wenigen Sekunden heruntergeladen werden. Durch vereinfachte Bewilligungsverfahren und veränderte Messmethoden der Strahlenschutzgrenzwerte soll die Aufrüstung auf den 5G-Standard schneller realisiert werden können. Dagegen regte sich Widerstand. Der Ständerat lehnte es Anfang März ab, die Strahlenschutzwerte für Antennen zu lockern. Die kleine Kammer stellte sich damit gegen den Willen des Nationalrats und des Bundesrats. Auch der Berufsverband der Schweizer Ärzte (FMH) empfahl, von der aktuellen «bewährten Praxis« nicht abzuweichen, solange kein wissenschaftlicher Nachweis darüber bestehe, «dass eine höhere Belastung keine gesundheitlichen Auswirkungen hat». Während die Befürworter argumentieren, dass wissenschaftlich bis jetzt kein Zusammenhang zwischen Elek­trosmog und den von elektrosensiblen Menschen erlebten Symptomen nachweisbar ist, warnen die Gegner vor den gesundheitlichen Risiken, die durch den angestrebten 5G-Standard nochmals verschärft würden. Von einem erhöhten Krebsrisiko ist die Rede. Unlängst unterzeichneten über 180 Ärzte und Wissenschaftler aus 36 Ländern ein sogenanntes 5G-Moratorium. Fakt ist: Bis jetzt fehlen Langzeiterfahrungen über mehrere Jahrzehnte. Erst dann wird man abschliessend sagen können, ob die ­Sicherheitsbedenken über die Folgen der Strahlen begründet sind oder nicht. Bis es so weit ist, ist eine gewisse Vorsicht sicher angebracht. Und jeder sollte sich bewusst sein: Die grösste Elektrosmog-Quelle tragen wir mit unserem Handy immer bei uns.

Frank O. Salzgeber

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Kommentare

  • Heidrun Schall, München - 12

    Der vermeintliche Widerstand wird angeführt von kommerziell Interessierten. Mit der Angst vor Mobilfunk lässt sich Geld verdienen. Ob nun mit Messungen, Abschirmung oder wundersame Chips und Heilsteinen. Früher war es die Angst vor dem elektrischem Licht, elektrischen Motoren oder Stahlbeton heute ist es die Angst vor Funkmasten. Früher verbreiteten sich die Alarmmeldungen über die Wirtshäuser, heute ist es das Internet. Jeder kann da einstellen was ihm beliebt. Angsthasen oder Hypochonder, mit einem ausgeprägten Geltungsdrang. Sie sind die ehemaligen Marktschreier, entkoppeln die Angstmeldung vom Geschäftemacher. Verfolgt man die Spur des 5G-Appells (-Moratorium) führt dieser direkt zur Pseudowissenschaft. Auch heute noch haben die meisten Menschen Respekt vor dem Mann im weißen Kittel, den sich jeder überstreifen kann. Unter den Mitzeichner des Appells der 180 Wissenschaftler und Ärzte aus 36 Ländern befinden sich falsche Füffziger.

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