Standpunkt

Hundehalter an die Leine

RZ-Standpunkt
1/1

RZ-Standpunkt
Foto: RZ

Quelle: RZ 1

Vor rund drei Wochen wurde in Blatten im Lötschental eine trächtige Rehgeiss von zwei freilaufenden Hunden gerissen (die RZ berichtete). Die Tiere der Rasse «Rhodesian Ridgeback», die in Afrika speziell für die Löwenjagd gezüchtet werden, attackierten das Reh minutenlang, bevor es schliesslich von den Hunden totgebissen wurde.
Dass eine Rehgeiss von zwei freilaufenden Hunden in Dorfnähe gerissen wird, mag zwar den Tierfreund erschüttern, für den ­Statistiker hingegen ist es eine Zahlenspielerei.
Denn: Nimmt man die kantonale Statistik zur Hand, ist dieser Wildriss nur einer von vielen. Allein im Jahr 2016 wurden im Wallis nicht weniger als 22 Wildtiere von Hunden gerissen.
Noch weitaus geringer nimmt sich diese Zahl im Vergleich mit Tierunfällen im Strassenverkehr aus. Im Wallis sind es jährlich rund 500 Wildtiere, die unter die Räder kommen und dabei getötet werden. Schweizweit starben 2015 sogar 8400 Rehe nach Zusammenstössen mit Autos. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht: Erstens wurden im besagten Fall die Hunde eingangs des Dorfes von der Leine gelassen, obwohl innerhalb der Ortschaft eine Leinenpflicht besteht. Und zweitens muss ein Hund mit starkem Jagdtrieb auch ausserhalb von Siedlungsgebieten an der Leine geführt werden.
Dass sich der Hundehalter nicht daran gehalten hat, ist nicht nur fahrlässig, sondern auch verantwortungslos. Die Folge: Die Rehgeiss musste einen langen und grausamen Todeskampf ausstehen.
Jetzt droht dem Hundehalter eine lächerliche Busse. Ob er seinen Teil aus den Vorkommnissen lernt, darf zumindest bezweifelt werden und zeigt auf, dass einige Halter mit ihren Tieren masslos überfordert sind. Vielleicht sollte man nicht nur die Hunde, sondern auch solche Hundehalter von Gesetzes wegen künfig enger an die Leine nehmen.

Walter Bellwald

Artikel

Kommentare

  • Martin Brantschen, St. Niklaus VS - 102

    Das Wallis hat doch eines der schärfsten Gesetze betreffend Hunde ? Wieso wird hier nicht härter durchgegriffen ? Darunter leiden müssen wieder alle Hundehalter, die die Hunde im Griff haben und nicht solche Rassen führen. Unverständlich für mich ist, dass wenn man schon ein solche Rasse hat, dass man noch 2 von diesen Hunden hält.

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login

Oberwalliser Baby-Galerie

Charbel GuarniniAmélie Martins DiasAlex Huter
zur Baby-Galerie

Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Offene Fragen zur Corona-Pandemie

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben bis auf weiteres im Walliser Bote.

RZ | Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und [...]

1815.märt - Jetzt inserieren

Hier können Sie Ihre Inserate direkt, günstig und flexibel im Walliser Bote und der Rhone Zeitung aufgeben.

Sitemap

Impressum

MENGIS GRUPPE

Pomonastrasse 12
3930 Visp
Tel. +41 (0)27 948 30 30
Fax. +41 (0)27 948 30 31