Standpunkt | Zur Zensur von Medien

Sucht Wallis stellt sich quer

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Das Journalisten-Leben ist zuweilen nicht ganz einfach. Während Geschichten über die Ernennung eines neuen Präsidenten oder die Einweihung einer neuen Sesselbahn von den zuständigen Stellen gepusht werden, sind kritische Texte oder das Aufdecken von Machenschaften von den Protagonisten unerwünscht. Dabei werden die Medien gerne mundtot gemacht. Oder die Interviews werden von kantonalen Einrichtungen oder anderen Organisationen nach Bedarf angepasst. Das geht mitunter so weit, dass diese Stellen den Medien vorschreiben wollen, wann sie ein Interview oder einen Medientext veröffentlichen sollen und was darin zu stehen hat. Jüngstes Beispiel in diesem «Wunschkonzert» ist die Stiftung Sucht Wallis, die ein Interview der «RhoneZeitung» über einen längeren Zeitraum zurückgehalten hat, um später dann das zensurierte Interview zur Veröffentlichung freizugeben. Erst auf Nachfragen und Drängen der Redaktion hin wurde eine neue, aber immer noch zensurierte Version zugestellt. Dieses Vorgehen sorgte auf der Redaktion für Unverständnis und Kopfschütteln. Zum einen darum, weil die Mitarbeitenden von Sucht Wallis berichtigt werden und zum anderen, weil mit der Zensur die Pressefreiheit beschnitten wird. Gerade eine Einrichtung wie Sucht Wallis müsste doch ein grosses Interesse daran haben, sich der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und ihre Arbeit der Bevölkerung vorzustellen. Stattdessen versucht man mit allen Mitteln, aus unerklärlichen Gründen Zeit zu schinden und der Redaktion ein vorgefertigtes Interview zukommen zu lassen. Das ist nicht nur unprofessionell, sondern wirft auch ein schlechtes Licht auf die Organisation. Das just zum gleichen Zeitpunkt ein unabhängiger Expertenbericht veröffentlicht wird, der harsche Kritik am Stiftungsrat anbringt, scheint kein Zufall zu sein. Vielleicht sollte Sucht Wallis nicht nur suchtkranke Menschen ­therapieren, sondern sich selbst den Spiegel vorhalten.

Walter Bellwald

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