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Wird das Sperrfeuer gegen den Simplon-Schiessplatz zum Rohrkrepierer?

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Die Schweizer Armee will ihre Militäranlagen auf dem Simplonpass für 30 Millionen Franken ausbauen. Neben einem 50 Meter langen Betriebsgebäude sind unter anderem ein Helikopterlandeplatz, eine Panzerpiste und eine Schiessanlage geplant. Dagegen regt sich Widerstand. Mit einer Sammelaktion auf dem Briger Sebastiansplatz sollen am kommenden Samstag Unterschriften für die Petition «Stop Panzerpiste Simplon» gesammelt werden. Hinter der Petition stehen Hüttenbesitzer auf dem Simplonpass (siehe Artikel Seite 5). Auch verschiedene Umweltschutzorganisationen unterstützen das Anliegen. Sie sprechen von «einem unverhältnismässigen und zerstörerischen Eingriff in ein einzigartiges und intaktes Natur- und Landschaftsbild». Das ist legitim. Umweltschutz und Armee ist mitunter ein heikles Thema. Erinnert sei etwa an die Rothenthurm-Initiative von 1987. Damals gewichtete das Schweizer Stimmvolk den Schutz einer Moorlandschaft höher als die Interessen des Militärs. Was in jener Zeit noch als politische Sensation galt, ist heute Courant normal. Die Schweizer Armee ist längst keine heilige Kuh mehr, sondern hat oftmals Mühe, ihre Anliegen politisch durchzubringen. Doch wie es die Aufgabe eines Umweltschützers ist, sich für die Natur einzusetzen, ist es seitens der Armee legitim und notwendig, dass sie für die Ausbildung ihrer Truppen eine geeignete Infrastruktur schaffen will. Genau dies plant sie auf dem Simplon. Und vergessen wir nicht: Die Anwesenheit des Militärs war und ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, von dem gerade auch das örtliche Gewerbe profitieren kann, besonders in einer Randregion. Im Wallis ist die Armee vielerorts schon verschwunden, wie aus dem Goms, oder beabsichtigt es in naher Zukunft. Der Flughafen Sitten soll 2021 aufgegeben werden, was Dutzende von Arbeitsplätzen kosten wird. Letztlich geht es also um eine Güterabwägung. Was ist wichtiger? Denn, wer der Armee zu viele Steine in den Weg legt, darf sich nicht wundern, wenn sie sich einen anderen Standort sucht. Dann wird das Sperrfeuer gegen den Simplon-Schiessplatz zum Rohrkrepierer.

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