Region | Die SP vor den Staatsratswahlen

Bodenmann: «Die SP holt zwei Staatsratssitze»

Während Peter Bodenmann den Staatsratswahlen optimistisch entgegen sieht....
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Während Peter Bodenmann den Staatsratswahlen optimistisch entgegen sieht....
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....ortet Thomas Burgener Schwierigkeiten.
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....ortet Thomas Burgener Schwierigkeiten.
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Quelle: RZ 10

Peter Bodenmann sieht in der Doppelkandidatur seiner Partei für die Staatsratswahlen einen Glücksfall. Ganz anders als alt Staatsrat Thomas Burgener.

War es wahltaktisch klug, neben der amtierenden Staatsrätin Esther Wae­ber-Kalbermatten auch Ex-Nationalrat Stéphane Rossini als Kandidat für die Staatsratswahlen im kommenden Frühjahr aufzustellen? Von einem üblen Spiel mit der Staatsrätin war im Vorfeld zu lesen. Von Stärke durch Einigkeit sprachen die beiden Kandidaten, nachdem die offene Liste feststand. «Nur eine geeinte SP Wallis kann die Anliegen der Bevölkerung wirksam vertreten», sagte Staatsrätin Waeber-Kalbermatten an der Nominationsversammlung der SP Wallis vor ein paar Wochen. Trotz der parteiinternen Konkurrenz wolle sie sich weiterhin für ein solidarisches und offenes Wallis einsetzen, so die Staatsrätin.

«Es ist komplizierter geworden»

Kaum war die Doppelkandidatur bekannt, brachte sich die SVP in Stellung, um aus der vermeintlichen Spaltung der SP Kapital zu schlagen. Staatsrat Oskar Freysinger nominierte die Briger Stadträtin Sigrid Fischer-Willa als zusätzliche Kandidatin für die SVP-Liste. Die Botschaft war klar: «Die SP hat sich selbst ein Bein gestellt, mit einer Oberwalliser Frau auf der SVP-Liste kann man eventuell etwas reissen.» Klar scheint auf den ersten Blick – einfacher ist die Wiederwahl für Staatsrätin Waeber-Kalbermatten nicht geworden. Das sieht auch alt Staatsrat Thomas Burgener so. «Die Situation ist in der Tat etwas komplizierter, als wenn man mit einer Einer-Kandidatur zur Wahl antreten würde.» Dennoch hält Burgener die Wahlchancen von Waeber-Kalbermatten für durchaus intakt. «Ich denke, dass die Staatsrätin im Oberwallis wieder ein gutes Resultat erzielen wird», sagt er. «Zudem hat sie auch im Unterwallis in- und ausserhalb der Partei viele Unterstützer.» Stéphane Rossini räumt der Altstaatsrat im Oberwallis keine grossen Chancen ein. «Dafür waren seine Angriffe auf Waeber-Kalbermatten im Vorfeld zu heftig.» Rossini werde im Unterwallis jedoch Stimmen holen, so Burgener, gleichzeitig würden einige welsche Genossen die amtierende Staatsrätin von der Liste streichen. «Ich denke aber, dass Waeber-Kalbermatten im internen Rennen die Nase klar vorne haben und darum im zweiten Wahlgang den Sitz für die SP verteidigen wird.» Nicht zuletzt, weil Waeber-Kalbermatten für eine klare und pragmatische Sachpolitik stehe. «Rossini als Nicht-Staatsrat kann leicht Wahlprogramme verkünden. Wenn man in der Regierung sitzt, sieht die Sache ganz anders aus. Bei Waeber-Kalbermatten wissen die Wählenden, für wen und welche Politik sie stimmen.» Zur SVP sagt Burgener: «Dass die SVP auch mit Sigrid Fischer-Willa antreten wird, darf man nicht unterschätzen. Freysinger wird sie mitziehen, und die Oberwalliser SVP-Wähler werden sie nicht von der Liste streichen. Auch wenn sie nicht sehr bekannt ist, wird sie im Oberwallis bei der SVP-Wählerschaft punkten.»

«Das Beste, was passieren konnte»

Ganz anders sieht die Angelegenheit ein anderer bekannter SP-Mann. «Die Doppelkandidatur ist das Beste, was der Walliser SP passieren konnte», sagt Peter Bodenmann, der die SP ebenfalls im Staatsrat vertreten hat. «Der Effekt, was die Mobilisierung betrifft, ist gewaltig. Mit der Doppelkandidatur hat die Partei es geschafft, dass Wählerpotenzial in beiden Kantonsteilen möglichst vollumfänglich abzuschöpfen.» Esther Wae­ber-Kalbermatten werde viele Stimmen im Ober- und Unterwallis auf sich vereinen. «Rossini wird im Oberwallis sicher kein gutes Resultat machen, was jedoch keine Rolle spielt, da das Oberwallis für den Ausgang der Wahl keine grosse Bedeutung hat», erklärt der ehemalige Präsident der SP Schweiz. Aufgrund dieser Ausgangslage geht Bodenmann gar noch einen Schritt weiter. «Die SP holt bei den Wahlen zwei Staatsratssitze», prophezeit er. «Es braucht nur einen kleinen Stolperer eines anderen Kandidaten und schon wird sich die offene Liste als sehr cleverer Schachzug entpuppen.» Einen kleinen Kratzer im Lack sieht jedoch auch Bodenmann. «Waeber-Kalbermatten und Rossini sind sich charakterlich sehr ähnlich», erklärt er. «Wir werden zwei übervorsichtige SP-Staatsräte bekommen.»

Martin Meul

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Kommentare

  • Peter - 120

    Im Gegensatz zur SP, sehe ich beim FC Eischoll noch Potenzial nach oben.

  • Petschi - 228

    Egal welche Partei oder Politiker in die Regierung kommt, wird sich kaum was ändern, die Bürger werden schon lange nicht mehr wahrgenommen. Leider haben wir kein Volksvertreter mehr. Alle sind eigenmächtig und habgierig geworden. Eigentlich sollte niemand gewählt werden.

  • Walliser - 413

    In der Politik ist es wie beim Sport - wenn man zu lange auf die gleichen Spielern setzt - 30 Jahre mit derselben Mannschaft in der gleichen Liga spielen - da erübrigt sich wohl jeder weitere Kommentar.

  • Petschi - 5811

    Herr Bodenmann, bitte nehmen Sie sich ein bisschen ernst.
    Die SP im Oberwallis ist politisch bedeutungslos.
    Also werden die Welschen den Oberwalliser SP bei diesen Wahlen so richtig das Fell ausziehen.

  • Das Soleil - 587

    Träumen ist schön,denke nicht,dass die Unterwalliser Frau Esther Weber viele Stimmen geben werden.Die wollen ihren Kanditat herausbringen und kümmern sich nicht um das Oberwallis.

  • lu - 5112

    lalalafftinomeh

  • Oberländer - 729

    Die SP kann froh sein, wenn sie den Sitz behalten können.

  • Andre Josef - 3557

    Wichtig ist primär, dass eine geeinte SP eine starke Opposition in unserem rechtsbürgelichen Kanton macht.

  • Franz Josef Strauss - 8918

    Ja genau, mit Ihren 0.2% Wähleranteil im Oberwallis wird die SP sicher zwei Sitze holen. Genau so sicher wie der FC Eischoll nächstes Jahr die Championsleague gewinnen wird...

    • Bebachter - 617

      Der Kommentar ist sehr treffend.

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