Coronavirus | Die Zahl der Toten ist in Italien im Vergleich zu den offiziell gemeldeten Infizierten auffällig hoch

Italien meldet mehr Tote als China bei Coronavirus-Pandemie

Italien hat eine der ältesten Bevölkerungen weltweit...
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Italien hat eine der ältesten Bevölkerungen weltweit...
Foto: Keystone

...Zudem wohnen viele Grosseltern mit ihren Kindern und Enkeln im Haus oder sind in das tägliche Leben eingebunden...
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...Zudem wohnen viele Grosseltern mit ihren Kindern und Enkeln im Haus oder sind in das tägliche Leben eingebunden...
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...Daher sind Ansteckungen einfacher.
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...Daher sind Ansteckungen einfacher.
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Strenge Kontrollen: In den vergangenen acht Tagen wurden 53
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Strenge Kontrollen: In den vergangenen acht Tagen wurden 53'000 Personen wegen Verstössen gegen die Quarantäne-Vorschriften angezeigt.
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Quelle: SDA 0

Alle Sperrmassnahmen haben noch keinen richtig spürbaren Effekt. In Italien sterben in der Corona-Krise immer noch Hunderte Menschen pro Tag - das Land meldete im Zuge der Coronavirus-Pandemie mehr Todesfälle als China und ist damit das Land auf der Welt mit den meisten offiziell gemeldeten Toten.

Bisher seien 3405 mit dem Erreger infizierte Menschen gestorben, teilte der Zivilschutz am Donnerstag in Rom mit. Inwieweit die offizielle Statistik in China die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer dort ist, ist allerdings unklar. In Italien liegt die Zahl der gemeldeten Infizierten mittlerweile bei über 41'000. Am Vortag waren es noch rund 35'700. Die Zahl der Toten in Italien stieg innerhalb eines Tages um 427.

Die Zahl der Toten ist in Italien im Vergleich zu den offiziell gemeldeten Infizierten auffällig hoch. Dafür könnte es mehrere Gründe geben: Italien hat eine der ältesten Bevölkerungen weltweit. Zudem wohnen viele Grosseltern mit ihren Kindern und Enkeln im Haus oder sind in das tägliche Leben eingebunden. Daher sind Ansteckungen einfacher.

Nach Einschätzung von Regierungschef Giuseppe Conte muss die Ausgangssperre verlängert werden. Es sei unvermeidbar, die verhängten Massnahmen über ihre "ursprüngliche Frist" hinaus zu verlängern, sagte Conte der Zeitung "Il Corriere della Sera" vom Donnerstag.

In Italien gelten landesweite drastische Beschränkungen der Reise- und Versammlungsfreiheit. Bislang müssen die meisten Geschäfte bis zum 25. März schliessen, auch öffentliche Versammlungen sind bis dahin verboten. Die Schulen bleiben bis zum 3. April geschlossen, auch grosse Sportveranstaltungen müssen bis dahin ohne Publikum stattfinden.

"Wir haben den Zusammenbruch des Systems verhindert, die restriktiven Massnahmen wirken", sagte der Regierungschef. Wenn nun "hoffentlich in einigen Tagen" der Höhepunkt erreicht sei und die Zahl der Ansteckungen zurückgehe, "können wir nicht sofort zum vorherigen Leben" zurückkehren.

Weiteres Milliarden-Wirtschaftspaket

Conte stellte ein weiteres Wirtschaftspaket mit hohen Milliardenhilfen in Aussicht. Die Regierung in Rom arbeite daran und wolle es in den nächsten zwei Wochen vorstellen, sagte Conte der Zeitung weiter.

Die italienischen Behörden kontrollieren die Einhaltung der Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus streng. In den vergangenen acht Tagen wurden 53'000 Personen wegen Verstössen gegen die Quarantäne-Vorschriften angezeigt. Insgesamt wurden 1,2 Million Personen kontrolliert, teilte das italienische Innenministerium mit. 643'000 Geschäftsbesitzer wurden demnach binnen acht Tagen kontrolliert, 1668 von ihnen wurde die Lizenz entzogen, weil sie trotz der Quarantäne offen hielten.

Frankreich plant Massnahmenpaket

Der von der französischen Regierung geplante "Gesundheitsnotstand" nahm unterdessen eine erste Hürde im Parlament. Der Rechtsausschuss des Senats billigte in Paris das Massnahmenpaket, das der Regierung weitreichende Befugnisse in der Coronavirus-Krise geben soll. Das Parlament soll die Vorlage bis Freitag besiegeln.

Konkret soll Premierminister Edouard Philippe mit dem Gesetz die Möglichkeit erhalten, per Verordnung striktere Massnahmen umzusetzen. Diese betreffen laut dem Gesetzestext unter anderem die Bewegungs- und Versammlungsfreiheit sowie die "Beschlagnahme von allen Gütern und Dienstleistungen, um gegen die Gesundheitskatastrophe zu kämpfen". Frankreich sperrt im Kampf gegen das Coronavirus alle Mittelmeer-Strände. Trotz der geltenden Ausgangssperre hielten sich immer noch zu viele Menschen auf den Stränden auf, kritisierten sie.

In Deutschland droht Ausgangssperre

Trotz des eindringlichen Appells der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu mehr Disziplin drohen in der Coronakrise grössere Ausgangssperren in mehreren Bundesländern. In Deutschland sind bislang mehr als 13'900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. 44 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben.

Auch in den Niederlande steigt die Zahl der Corona-Opfer. Wie in Deutschland soll es aber vorerst keine Ausgangssperre geben.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie ordneten nun auch die Niederlande ein faktisches Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger an. Die Regelung gilt von Donnerstag 18.00 Uhr an für zunächst 30 Tage. Zuvor hatten sich die Regierungen der 27 EU-Staaten auf zusätzliche Einreisebeschränkungen für den Schengenraum verständigt.

Ministerpräsident Mark Rutte und seine Regierung schliessen nach einem Bericht der niederländischen Nachrichtenagentur ANP weitere Massnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus nicht aus. Rutte selbst wurde dabei wegen Äusserungen zur Erlangung einer sogenannten Gruppen- oder Herdenimmunität durch eine grössere Zahl von Infektionen kritisiert.

Frontex kritisiert uneinheitliche Grenzkontrollen

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex kritisiert den unterschiedlichen Umgang der einzelnen EU-Länder mit Grenzkontrollen und Schutzmassnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus. "Wir brauchen mehr europäische Koordination und Standards, wenn es um Bereiche geht, wo Grenzkontrollen und Gesundheitsinspektion sich zusammenfügen sollen. Viele nationale Behörden haben uns genau darum gebeten", sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri den Zeitungen der Funke-Mediengruppe und ihrer französischen Partnerzeitung "Ouest-France" (Online Donnerstag, Printausgabe Freitag).

Als Beispiel für die voneinander abweichenden Regelungen in der EU nannte der Frontex-Chef das Thema Quarantäne. "So müssen in Polen alle, die einreisen wollen, zwei Wochen in Quarantäne. In anderen Mitgliedsstaaten ist das nicht so."

Zehntausende Fernreisende aus Europa wollen angesichts der Coronavirus-Krise rasch heimkehren. Das hat die EU-Kommission mitgeteilt und versprochen, einen grossen Teil der Kosten zu übernehmen.

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