Coronavirus | Weltweit starben knapp 60'000 Menschen an den Folgen der Virusinfektion

Mehr als 1,1 Millionen Corona-Infizierte weltweit

Die meisten Fälle wurden demnach in den USA gezählt, wo bis Samstagmorgen mehr als 278
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Die meisten Fälle wurden demnach in den USA gezählt, wo bis Samstagmorgen mehr als 278'000 Menschen als infiziert gemeldet wurden. (Bild: Los Angeles)
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Nachrichtenüberblick: New Yorker Luxusrestaurant wird in Corona-Krise zur Suppenküche.
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Nachrichtenüberblick: New Yorker Luxusrestaurant wird in Corona-Krise zur Suppenküche.
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Nachrichtenüberblick: Die US-Regierung hat ihre Meinung zum Tragen von Gesichtsmasken geändert. Trump empfiehlt sie nun doch. (Bild: Los Angeles)
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Nachrichtenüberblick: Die US-Regierung hat ihre Meinung zum Tragen von Gesichtsmasken geändert. Trump empfiehlt sie nun doch. (Bild: Los Angeles)
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Nachrichtenüberblick: New York gemäss Bürgermeister in Corona-Krise vor entscheidender Woche.
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Nachrichtenüberblick: New York gemäss Bürgermeister in Corona-Krise vor entscheidender Woche.
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Nachrichtenüberblick: Trump will jene Bürgern in den USA finanziell unterstützen, die bei keiner Krankenkasse versichert sind.
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Nachrichtenüberblick: Trump will jene Bürgern in den USA finanziell unterstützen, die bei keiner Krankenkasse versichert sind.
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Für das an der Küste Westaustraliens liegende Kreuzfahrtschiff "Artania" ist wegen Corona-Infektionen eine 14-tägige Quarantäne verhängt worden.
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Für das an der Küste Westaustraliens liegende Kreuzfahrtschiff "Artania" ist wegen Corona-Infektionen eine 14-tägige Quarantäne verhängt worden.
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Nachrichtenüberblick: Die US-Sängerin Pink ist positiv auf das Coronavirus gestest worden. Nach zweiwöchiger Isolation sei sie nun wieder gesund.
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Nachrichtenüberblick: Die US-Sängerin Pink ist positiv auf das Coronavirus gestest worden. Nach zweiwöchiger Isolation sei sie nun wieder gesund.
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Nachrichtenüberblick: 3M-Masken für Berliner Polizei nicht umgeleitet. Nach einem Bericht von t-online.de dementierte das Weisse Haus Vorwürfe, die Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erhoben hatte. Er hatte von einem «Akt moderner Piraterie» gesprochen.
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Nachrichtenüberblick: 3M-Masken für Berliner Polizei nicht umgeleitet. Nach einem Bericht von t-online.de dementierte das Weisse Haus Vorwürfe, die Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erhoben hatte. Er hatte von einem «Akt moderner Piraterie» gesprochen.
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Quelle: SDA 0

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus ist weltweit auf mehr 1,1 Millionen gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in den USA hervor.

Die meisten Fälle wurden demnach in den USA gezählt, wo bis Samstagmorgen mehr als 278'000 Menschen als infiziert gemeldet wurden. An zweiter und dritter Stelle lagen den Angaben nach Italien mit 119'827 und Spanien mit 119'199 Fällen, gefolgt von Deutschland mit 91 159 bekannten Infektionen. China gedachte am Samstag mit drei Schweigeminuten landesweit der Toten durch das neue Coronavirus.

Das Land mit den meisten Todesfällen ist den Angaben zufolge Italien, wo bisher 14'681 Menschen an Covid-19 starben. In den USA stieg die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit zuletzt binnen 24 Stunden um mehr als 1400. Weltweit starben demnach knapp 60'000 Menschen an den Folgen der Virusinfektion.

Wissenschaftlern zufolge dürfte die Dunkelziffer bei Fall- und Totenzahlen jedoch hoch sein. Zum einen hängt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen davon ab, wie viele Menschen überhaupt getestet werden. Zudem haben manche Länder spät mit dem Testen angefangen oder setzen bewusst auf eine selektive Teststrategie. Zum anderen dürften viele Menschen mit Vorerkrankungen oder im hohen Alter durch die Virusinfektion gestorben sein, ohne dass Ärzte das zu dem Zeitpunkt erkannt hatten oder prüfen konnten.

Am chinesischen Totengedenktag heulten um 10.00 Uhr Ortszeit (04.00 Uhr MESZ) landesweit die Sirenen. Autos hupten und Schiffe liessen ihre Hörner ertönen. Die Nationalflaggen auf öffentlichen Gebäuden und in Botschaften Chinas weltweit wehten auf halbmast. Das Gedenken sei zu Ehren der "Märtyrer und Landsleute, die im Kampf gegen die Epidemie ums Leben gekommen sind", teilte der Staatsrat mit. Mit weissen Trauerblumen am Revers ihrer dunklen Anzüge verneigten sich Staats- und Parteichef Xi Jinping und die Führung Chinas bei einer Zeremonie in Peking vor einer auf halbmast wehenden Flagge.

Die US-Regierung rät in einer Kehrtwende zu ihrer bisherigen Politik inzwischen auch zum Tragen von Masken als Massnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. "Das ist freiwillig", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weissen Haus. Er selbst wolle keine Maske tragen, fügte der Präsident hinzu. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte gesunden Menschen ohne Symptome bislang explizit nicht zum Tragen von Masken geraten. Experten befürchten, dass eine Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken eine verstärkte Nachfrage auslösen und damit den Mangel an Masken für Personal im Gesundheitswesen verschärfen könnte.

Die UN-Vollversammlung verlängerte wegen der Corona-Krise ihre Sitzungspause zunächst bis Ende Mai. Bis dahin würden die Mitglieder nicht persönlich zu Sitzungen in New York zusammenkommen, teilte der Präsident der Vollversammlung, der Nigerianer Tijjani Muhammad Bande, mit. Mehrere für diesen Zeitraum geplante Treffen und Veranstaltungen würden verschoben, darunter auch eine ursprünglich für den 6. Mai angesetzte Sondersitzung zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren.

Die deutsche Regierung sammelt indes weiter gestrandete Urlauber in aller Welt ein und bringt sie nach Hause. Die meisten deutschen Reisenden sassen zuletzt noch in Neuseeland fest. Insgesamt seien bislang 194'000 deutsche Touristen zurückgebracht worden, sagte Bundesaussenminister Heiko Maas nach Beratungen mit seinen 26 EU-Amtskollegen. Das Auswärtige Amt geht nach einem Bericht der "Rheinischen Post" (Samstag) davon aus, dass sich aktuell noch mehr als 40'000 deutsche Reisende im Ausland befinden. Nach Angaben des EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell sitzen noch 250'000 EU-Bürger im aussereuropäischen Ausland fest. 350'000 seien zurückgeholt worden.


NACHRICHTENÜBERBLICK INTERNATIONAL

Australien: Visainhaber ohne Finanz-Reserven müssen Land verlassen

Australien will wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise und der zu erwartenden Arbeitslosigkeit Ausländer mit befristeten Visa nach Hause schicken. Nur diejenigen der gut zwei Millionen Ausländer, die ihren Lebensunterhalt in den kommenden sechs Monaten selbst finanzieren könnten, dürften bleiben, sagte der geschäftsführende Einwanderungsminister Alan Tudge am Samstag in einer Mitteilung.

In Australien halten sich derzeit den Angaben zufolge gut zwei Millionen Ausländer mit unterschiedlichen Visatypen auf, darunter Studenten, Facharbeiter und Touristen. Sie seien "ausserordentlich wertvoll für die australische Wirtschaft und den Lebensstil", betonte Tudge weiter. Dennoch: "Die Inhaber befristeter Visa, die sich unter diesen Umständen die kommenden sechs Monate nicht selbst durchbringen können, werden dringend gebeten, nach Hause zurückzukehren."

Auch die gut 200 000 Touristen müssten so schnell wie möglich in ihre Heimatländer ausreisen, vor allem jene ohne finanzielle Unterstützung seitens der Familien. Etwa 118 000 Rucksackreisende halten sich auf derzeit dem fünften Kontinent auf. Ein Drittel davon sind den Angaben zufolge Deutsche, die einen Visatyp ("Working Holiday Visa") besässen, der Arbeiten in einem begrenzten Rahmen erlaubt, aber keine Absicherung etwa gegen Arbeitslosigkeit beinhaltet. Diese Touristen könnten ihre Visa verlängern, sofern sie in bestimmten Bereichen wie Gesundheitswesen, Altenpflege, Kinderbetreuung, Landwirtschaft oder Lebensmittelindustrie arbeiteten, so Tudge weiter. Auch die erlaubte Arbeitszeit werde gelockert.

Die etwas 565 000 internationalen Studenten rief die australische Regierung auf, sich auf privatem Wege Mittel zu suchen, um finanziell durch die Wirtschaftskrise zu kommen. Solche Studienaufenthalte sind für Australien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.


New Yorker Luxusrestaurant wird in Corona-Krise zur Suppenküche

Das New Yorker Luxusrestaurant "Eleven Madison Park" des Schweizer Starkochs Daniel Humm wird in der Corona-Krise zur Suppenküche. Zusammen mit einer Wohltätigkeitsorganisation sollen bis zu 3000 Mahlzeiten pro Tag gekocht und dann gegen einen geringen Preis an Bedürftige gegeben werden, teilte Humm per Instagram mit. "Diese Stadt hat mir alles gegeben, also wollte ich eine Art und Weise finden, mit der ich zurückgeben kann", sagte Humm der "New York Times". Sein Luxusrestaurant mitten in Manhattan, das bereits zahlreiche kulinarische Auszeichnungen gewonnen hat und zu den besten Restaurants der Welt gezählt wird, hatte zuvor wegen der Corona-Pandemie vorübergehend geschlossen.


Kursschwenk in den USA: Trump rät zum Tragen von Gesichtsmasken

Die US-Regierung rät entgegen einer bisher geltenden Richtlinie nun auch zum Tragen von Gesichtsmasken als Massnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. "Das ist freiwillig", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Weissen Haus.

Er fügte hinzu: "Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun." Die Empfehlung beziehe sich auf Masken aus Stoff, die man zum Beispiel zu Hause machen könne, nicht aber auf medizinische Schutzmasken. Diese müssten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben. Trump betonte, die neue Massnahme ersetze nicht die bisher empfohlenen Schutzmassnahmen, sondern ergänze sie.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC riet gesunden Menschen ohne Symptome bislang explizit nicht zum Tragen von Masken. Trump hatte bereits am Donnerstag gesagt, US-Bürger könnten selbst gemachte Masken oder einen Schal benutzen, um Mund und Nase abzudecken. Experten befürchten, dass eine Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken eine verstärkte Nachfrage auslösen und damit den Mangel an Masken für Personal im Gesundheitswesen verschärfen könnte.

Der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, hatte Ende Februar auf Twitter geschrieben: "Im Ernst, Leute - hört auf, Masken zu kaufen!" Masken seien nicht dazu geeignet, die Infizierung einer breiten Masse von Menschen durch das Coronavirus zu verhindern. Ein Mangel an Masken gefährde das medizinische Personal.

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus sind Schutzmasken auch in den USA zur Mangelware geworden. In den USA haben sich nach Daten der Universität Johns Hopkins bis Freitagabend (Ortszeit) mehr als 270 000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Nach diesen Zahlen sind die USA das am stärksten betroffene Land weltweit. Mehr als 6800 Menschen starben demnach infolge der Lungenkrankheit Covid-19 in den Vereinigten Staaten.


USA wollen Export knapper medizinischer Schutzausrüstung verbieten

Die US-Regierung will den Export knapper medizinischer Schutzausrüstung wegen der Ausbreitung des Coronavirus verbieten. Das kündigte US-Präsident Donald Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Weissen Haus in Washington an.

Verhindert werden solle etwa der Export von Atemschutzmasken des Typs N95, von Operationshandschuhen und anderen Produkten. "Wir brauchen diese Produkte sofort bei uns im Land", mahnte er.

Trump betonte zugleich, wenn bestimmte Länder wie etwa Spanien grosse Probleme hätten und längerfristige Bestellungen aufgegeben hätten, werde er solche Lieferungen nicht stoppen. Das wäre unfair, sagte der Präsident. Spanien ist, wie die USA auch, schwer von der Corona-Krise getroffen.

Das US-Unternehmen 3M, das unter anderem Atemschutzmasken herstellt, äusserte sich kritisch zu der Anweisung aus dem Weissen Haus. Diese habe erhebliche humanitäre Auswirkungen für bestimmte Länder. Ausserdem könne der Schritt nach sich ziehen, dass andere Staaten ebenfalls den Export solcher Produkte in die USA aussetzten, was in der aktuellen Lage kontraproduktiv wäre. Trump tat die Kritik des Unternehmens ab und sagte, er sei nicht zufrieden mit 3M.

Als Lehre aus der Coronavirus-Krise will die US-Regierung auch die Herstellung wichtiger medizinischer Produkte wieder verstärkt in die Vereinigten Staaten zurückholen. Die Krise habe gezeigt, wie stark die USA von Lieferungen aus dem Ausland abhängig seien, hatte ein Berater von Trump, Peter Navarro, am Donnerstag gesagt. Als Beispiele führte er unter anderem das Antibiotikum Penizillin und Beatmungsgeräte an.

Trump hatte im März ein Gesetz aus Kriegszeiten aktiviert, um angesichts der Corona-Krise verstärkt in die Privatwirtschaft eingreifen zu können. Damit will er unter anderem die Produktion von Beatmungsgeräten und Atemschutzmasken ankurbeln.

Die US-Regierung hatte vor einigen Tagen ausserdem angekündigt, dagegen vorzugehen, dass Bürger in der Corona-Krise in grossen Mengen Schutzmasken oder Desinfektionsmittel horten, um sie überteuert weiterzuverkaufen. US-Behörden haben inzwischen bei Ermittlungen bereits mehr als 190 000 gehortete Atemschutzmasken und andere Medizinprodukte sichergestellt, die nun an medizinisches Personal gehen sollen. Trump lobte diesen Einsatz am Freitagabend.


Kein Hinweis auf Umleitung von Masken für Berliner Polizei

Der US-Konzern 3M hat nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass für die Berliner Polizei bestimmte Schutzmasken von den USA konfisziert wurden. "3M hat keine Beweise, die darauf hindeuten, dass 3M-Produkte beschlagnahmt worden sind", hiess es auf dpa-Anfrage am Freitagabend (Ortszeit) in einer Mitteilung des Konzerns. "3M hat keine Unterlagen über eine Bestellung von Atemschutzmasken aus China für die Berliner Polizei." Nach einem Bericht von t-online.de dementierte auch das Weisse Haus entsprechende Vorwürfe, die Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erhoben hatte. Er hatte von einem "Akt moderner Piraterie" gesprochen.

Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" wurden die Masken von der Berliner Polizei beim US-Hersteller 3M bestellt. Die Zeitung berichtete, die bestellten Masken seien in einem 3M-Werk des Unternehmens in China produziert worden. Auf dem Flughafen in Bangkok hätte die Ware umgeladen und per Luftfracht nach Deutschland geflogen werden sollen. Stattdessen sei die Lieferung von Bangkok in die USA gebracht worden. Auch der rbb berichtete unter Berufung auf die Berliner Polizei, die Lieferung sei in die USA "umgeleitet" worden.

Das Nachrichtenportal t-online.de berichtete, das Weisse Haus habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Portal meldete unter Berufung auf einen hohen US-Regierungsbeamten, die Vorwürfe seien "komplett falsch". Anfragen der Deutschen Presse-Agentur an das Weisse Haus blieben unbeantwortet.

US-Präsident Donald Trump kündigte am Freitagabend (Ortszeit) in Washington an, seine Regierung wolle den Export knapper medizinischer Schutzausrüstung wegen der Ausbreitung des Coronavirus verbieten. Verhindert werden solle etwa der Export von Atemschutzmasken des Typs N95, von Operationshandschuhen und anderen Produkten.


Bürgermeister: New York in Corona-Krise vor entscheidender Woche

In der Corona-Krise steht New York nach Einschätzung von Bürgermeister Bill de Blasio vor einer entscheidenden Woche. Die Situation in den Krankenhäusern werde sich in der kommenden Woche zuspitzen, sagte de Blasio bei einer Pressekonferenz in der Nacht zum Samstag. "Wir werden einen riesigen Schwall erleben." Der Sonntag sei "ein entscheidender Moment, an dem wir ausgestattet und vorbereitet sein müssen, für den sehr schwierigen Kampf, den wir vor uns haben".

Den Krankenhäusern der Stadt fehle es derzeit vor allem an Personal und Beatmungsgeräten, die Beschaffung sei ein Wettlauf gegen die Zeit. "In der modernen Geschichte unser Stadt ist es fast unvorstellbar - aber ich glaube, dass wir es schaffen können, wenn wir die Hilfe bekommen, die wir brauchen."

Der US-Bundesstaat New York, in dem die gleichnamige Millionenmetropole liegt, gilt als eines der Zentren der Corona-Pandemie in den USA, auch weil dort derzeit deutlich mehr getestet wird als in anderen Bundesstaaten. Mehr als 100 000 Menschen in New York haben sich bereits mit dem Virus infiziert, wie Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag mitteilte. Rund die Hälfte dieser Fälle wird aus der grössten Stadt des Staates, der gleichnamigen Millionenmetropole New York, gemeldet.


USA: Staat übernimmt Kosten für nicht versicherte Corona-Patienten

Die US-Regierung will die Behandlungskosten für Bürger ohne Krankenversicherung übernehmen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. In dem vom Kongress verabschiedeten Nothilfepaket zur Bekämpfung der Pandemie sind dafür 100 Milliarden Dollar enthalten.

Das teilte Gesundheitsminister Alex Azar am Freitag mit. In den USA haben mindestens 27,5 Millionen Bürger keine Krankenversicherung.

Hinzu kommen etwa zehn Millionen Menschen, die in den vergangenen beiden Wochen arbeitslos wurden und somit ihren Krankenversicherungsschutz verloren.

Der Vorgänger von US-Präsident Donald Trump, Barack Obama, hatte das nach ihm benannte Gesundheitssystem Obamacare eingeführt, das vielen Millionen US-Bürgern erstmals eine Krankenversicherung ermöglichte. Trump will diese Reform rückgängig machen.

Gesundheitsexperten warnen davor, dass sich viele US-Bürger aus Angst vor den Kosten nicht behandeln liessen, wenn sie sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. So gefährdeten sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern würden das Virus auch weiterverbreiten.


Trump will an Termin für Präsidentschaftswahl nicht rütteln

US-Präsident Donald Trump will trotz der Coronavirus-Pandemie nicht an dem Termin für die Präsidentschaftswahl im Herbst rütteln. "Die Wahl wird am 3. November stattfinden", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Weissen Haus in Washington. Ein Journalist hatte gefragt, ob angesichts der Verschiebung diverser Vorwahlen in den USA auch eine Änderung der Pläne für den Wahltermin im Herbst denkbar sei. Trump wies das ebenso zurück wie die Forderung nach einer Ausweitung der Briefwahl angesichts der Corona-Krise. "Viele Menschen betrügen bei der Briefwahl", beklagte er. Es sei sicherer, wenn die Menschen mit einem Ausweis ins Wahllokal gingen.

Das Wahljahr in den USA ist durch die Ausbreitung des Coronavirus komplett aus den Angeln gehoben. Im März und April hätten diverse Vorwahlen angestanden. Doch wegen der Pandemie haben diverse Bundesstaaten ihre Abstimmungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Den Termin für die eigentliche Präsidentschaftswahl am 3. November zu verschieben, wäre dagegen extrem schwierig. Der Wahltermin ist gesetzlich festgelegt. Also wäre eine Änderung durch den US-Kongress nötig, die noch dazu vor Gerichten angefochten werden könnte. Ausserdem wären auf diesem Weg nur einige Wochen zu gewinnen. Denn der weitere Zeitplan ist sogar in der Verfassung festgeschrieben und damit noch starrer: der Starttermin für den neuen Kongress am 3. Januar und der Amtsantritt des Präsidenten am 20. Januar.

Auf jeden Fall kann der Präsident nicht aus eigener Kraft eine Verschiebung der Wahl durchsetzen, falls er das wollte oder es ihm opportun erschiene. Bislang hat auch noch keine prominente Stimme danach gerufen. Diskussionen gibt es allerdings über eine mögliche Ausweitung der Briefwahl, um das Ansteckungsrisiko durch den Gang ins Wahllokal zu minimieren.


Kreuzfahrtschiff «Artania» in Quarantäne vor Australien

Für das an der Küste Westaustraliens liegende Kreuzfahrtschiff "Artania" ist wegen Corona-Infektionen eine 14-tägige Quarantäne verhängt worden. Die Quarantäne habe am Freitag um 22.00 Uhr Ortszeit begonnen, teilten der deutsche Reiseveranstalter Phoenixreisen (Bonn) und der Gesundheitsminister des Bundesstaates Westaustralien, Roger Cook, mit.

Das Schiff, bekannt aus der ARD-Dokuserie "Verrückt nach Meer", liegt seit der vergangenen Woche im Hafen der Stadt Fremantle südlich von Perth. Grund ist, dass auf dem Schiff Coronavirus-Fälle aufgetreten waren. Mehr als 840 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden nach Deutschland geflogen, 23 Gäste und 13 Crewmitglieder kamen in australische Krankenhäuser, ein 69 Jahre alter Passagier war am Donnerstag gestorben. Einige der mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten befinden sich australischen Angaben zufolge in kritischem Zustand.

Auf Anweisung der Behörden waren zwölf weitere Passagiere, die eigentlich auf dem Schiff bleiben wollten, in den vergangenen Tagen an Land gebracht und in Hotels für 14 Tage in Quarantäne geschickt worden. Vier Mitarbeiter - zum Beispiel der Chefkoch - die bis dahin mit Passagierstatus mitgereist waren, durften dagegen bleiben. Sie seien jetzt als Crewmitglieder eingestuft worden.

Derzeit liefen Verhandlungen mit den Behörden, möglichst viele der noch gut 500 Besatzungsmitglieder an Bord in ihre Heimatländer auszufliegen, sagte eine Phoenix-Sprecherin. Wann das passieren könne und wie viele Menschen an Bord bleiben würden, sei noch unklar. Rein technisch reichten etwa 20 bis 30 Crewmitglieder aus, um das Schiff zurück nach Europa zu fahren, sagte sie.

In Australien stammen etwa 25 Prozent der bisher mehr als 5500 bestätigten Coronavirus-Fälle sowie ein Viertel der bisher 30 Toten von Kreuzfahrtschiffen.


Österreich: Anstieg bei Genesenen höher als bei neuen Infektionen

In Österreich ist die Zahl der von Covid-19 genesenen Menschen innerhalb von 24 Stunden erstmals schneller gestiegen als die Zahl der neuen bestätigten Coronavirus-Infektionen. Wie das Gesundheitsministerium in Wien der Deutschen Presse-Agentur am Samstag bestätigte, gab es mit Stand Samstag, 8 Uhr, 11 525 bestätigte Fälle einer Sars-CoV-2-Infektion in der Alpenrepublik - 354 Fälle mehr als am Vortag. Von der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 genesen waren mit Stand Samstag, 9.30 Uhr, insgesamt 2507 Menschen - das sind 485 mehr als am Vortag.

Damit bestätigte sich auch am Samstag der positive Trend beim Kampf gegen das Coronavirus in Österreich. In den vergangenen Tagen war die tägliche Steigerungsrate bei den bestätigten Infektionen deutlich gesunken und lag zuletzt unter fünf Prozent. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) warnte aber vor verfrühter Freude. "Wir haben unsere Ziele absolut noch nicht erreicht. Aber wir sehen, dass wir sie - wenn alle weiter zusammenhalten und mitmachen und konsequent bleiben - erreichen können", sagte er am Samstag laut einer Mitteilung.

In der Alpenrepublik ruht das alltägliche Leben seit dem 16. März weitgehend. Die Ausgangsbeschränkungen gelten noch bis Ostermontag. Die Regierung hatte zuletzt angekündigt, am Montag einen Stufenplan für den Weg zurück zur Normalität zu verkünden. Wesentliche Lockerungen, die ersten sollen den Handel betreffen, sind allerdings erst für die Zeit nach Ostern zu erwarten.


Corona-Zahlen in Spanien stabilisieren sich - aber fast 12 000 Tote

In Spanien stabilisieren sich die Zahlen der Corona-Krise drei Wochen nach Beginn der strikten Ausgehsperre weiter. Die Zuwachsrate der Neuinfektionen ging bis Samstagmittag erneut zurück und lag bei weniger als sechs Prozent.

Insgesamt wurden rund 7000 neue Ansteckungen nachgewiesen, die Gesamtzahl belief sich auf mehr als 124 700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Gleichzeitig wurden den amtlichen Angaben zufolge fast 4000 an Covid-19 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Damit sind schon mehr als 34 000 Betroffene wieder gesund. Spanien ist weltweit eines der am stärksten von der Krise betroffenen Länder.

Auch die Zahl der Todesfälle ging zurück. Dennoch wurden innerhalb von 24 Stunden zum achten Mal in Folge mehr als 800 Tote verzeichnet. Die Gesamtzahl belief sich auf rund 11 700. Das waren 809 mehr als am Freitag. Besonders stark betroffen sind weiterhin die Regionen Madrid und Katalonien. Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte nach Gesprächen mit Gesundheitsexperten und Parteiführern darüber entscheiden, ob der Alarmzustand samt strikten Ausgangsbeschränkungen ein weiteres Mal bis zum 26. April verlängert wird. Eigentlich sollen die Massnahmen nur noch bis zum 11. April gelten.


Neymar spendet für Kampf gegen Coronavirus in Brasilien

Der brasilianische Fussball-Star Neymar hat einem Medienbericht zufolge fünf Millionen Real (873'000 Euro) für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie in seinem Heimatland gespendet.

Der Fernsehsender SBT berichtete am Freitag, ein Teil des Geldes gehe an das UN-Kinderhilfswerk Unicef und der Rest an einen Solidaritätsfonds, der von dem mit Neymar befreundeten Moderator Luciano Huck geleitet werde.

Huck, der in den vergangenen Jahren immer wieder als möglicher brasilianischer Präsidentschaftskandidat gehandelt wurde, hatte unlängst in Online-Netzwerken verkündet, dass er 1,5 Millionen Real an Spenden für Armenviertel in Rio de Janeiro sammeln wolle.

Neymars Sprecher wollten sich nicht zu dem Fernsehbericht über die Grossspende äussern. Spenden des Fussballstars würden nie kommentiert, hiess es.

Neymar ist bei dem französischen Top-Club Paris Saint-Germain unter Vertrag. Nachdem die Corona-Krise den Spielbetrieb in Europa lahm legte, reiste er nach Brasilien, wo er ein Anwesen in Mangaratiba am südlichen Rand des Bundesstaates Rio de Janeiro besitzt.

Vor ein paar Tagen veröffentlichte der brasilianische Nationalspieler ein Video, in dem er zu einem "Applaus für alle in Medizinberufen" aufrief, weil sie im Kampf gegen das neuartige Coronavirus ihr Leben aufs Spiel setzten.

In Brasilien starben bislang etwa 300 Menschen durch die Corona-Pandemie.


US-Sängerin Pink nach Virusinfektion geheilt

US-Sängerin Pink (40, "Just Like a Pill") hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies gab die zweifache Mutter am Freitagabend (Ortszeit) auf Instagram bekannt.

Vor zwei Wochen hätten sie und ihr dreijähriger Sohn Jameson Anzeichen von Covid-19 gehabt. Glücklicherweise hätte ihr Arzt schnell einen Test besorgen können, der bei ihr positiv ausfiel. Die ganze Familie habe sich zwei Wochen isoliert, alle seien nun gesund, teilte Pink mit.

Die Sängerin übte scharfe Kritik an Washington, nicht schnell und umfassend für Tests gesorgt zu haben. "Wir müssten Test kostenlos und breitflächig ermöglichen, um unsere Kinder, Familien, Freunde und Gemeinden zu schützen", fordert der Star.

Sie werde eine Million Dollar für das Gesundheitswesen spenden - zu gleichen Teilen für eine Klinik in Philadelphia, an der ihre Mutter 18 Jahre lang arbeitete, und für eine Krisenkasse der Stadt Los Angeles. Pink dankte den "Helden" im Gesundheitswesen und ermahnte ihre Fans: "Bitte bleibt zu Hause".


Mehr als 85'500 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 1150 Tote

In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 85 559 Infektionen (Vortag Stand 11.00: mehr als 80 500 Infektionen) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20 900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18 500 Fällen und mindestens 224 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 160,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 102,9.

Mindestens 1154 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1022) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.


Deutscher Wirtschaftsberater ist gegen Eurobonds

Der Chef der deutschen Wirtschaftsweisen, Lars Feld, hat sich gegen Eurobonds ausgesprochen. Er stützte damit den Kurs der deutschen Regierung in der Debatte um die gemeinsame Finanzierung und Haftung im Zuge der Coronakrise.

Die Überlegungen des deutschen Finanzministers Olaf Scholz würden in die richtige Richtung gehen, sagte Feld der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht. "Eine Kombination aus EU-Haushalt, europäischer Investitionsbank und ESM-Rettungsschirm sollte genügen, um die stärker vom Corona-Virus betroffenen Staaten finanziell zu stützen."

Feld zufolge darf es nicht zu einer echten Vergemeinschaftung von Schulden im Euroraum kommen. "Die gesamtschuldnerische Haftung bedeutet ein hohes finanzpolitisches Risiko für jeden einzelnen Mitgliedstaat."


China und G77 fordern Ende der Sanktionen gegen arme Länder

China und die Gruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer (G77) haben ein Aussetzen einseitiger Sanktionen gegen arme Länder während der Corona-Krise gefordert.

"Einseitige wirtschaftliche Zwangsmassnahmen werden eine negative Wirkung auf die Fähigkeit der Staaten haben, wirksam zu reagieren", erklärten die Schwellen- und Entwicklungsländer am Freitag mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie. So werde den von Sanktionen betroffenen Ländern der Erwerb medizinischer Ausrüstung erschwert.

"Wir rufen daher die internationale Gemeinschaft auf, schnelle und wirksame Massnahmen zu ergreifen, um den Einsatz einseitiger wirtschaftlicher Zwangsmassnahmen gegen Entwicklungsländer zu unterbinden", hiess es in der in New York veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Die Schwellen- und Entwicklungsländer richten sich damit offenkundig gegen die USA, die unter anderem eine Reihe von Sanktionen gegen den Iran und Venezuela verhängt haben.

Seit Jahresbeginn hat die US-Regierung es immer wieder abgelehnt, Sanktionen gegen Länder, die stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind wie der Iran, auszusetzen. In einigen Fällen hat Washington seine Strafmassnahmen sogar weiter verschärft.

Die Europäische Union vertritt die Ansicht, dass Sanktionen nicht den Kampf gegen die Pandemie behindern dürfen. In solchen Fällen seien Ausnahmen leicht zuzugestehen, hiess es von EU-Diplomaten.

Gegen internationale Sanktionen auf UN-Ebene ist der Appell der G77 und Chinas nicht gerichtet. Der G77 gehören mittlerweile 134 Staaten an, der Zusammenschluss steht für rund 80 Prozent der Weltbevölkerung. China beteiligt sich an den Forderungen des Bündnisses, betrachtet sich aber nicht als Mitglied.


Entwicklungsminister befürchtet neue Gewalt durch Corona-Krise in Afrika

Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller befürchtet, dass die Corona-Pandemie in Afrika zum Ausbruch neuer Gewalt und zu neuen Flüchtlingsbewegungen führt. "Die Lage ist dramatisch, denn mit einer Verzögerung von zwei Monaten kommt das Virus jetzt in den Entwicklungs- und Schwellenländern an", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Ich habe grosse Sorgen, dass es in fragilen Staaten zum Ausbruch von Unruhen kommt, auch zu Bürgerkriegen", betonte er.

Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Krise träfen Afrika mit voller Wucht: "Millionen Menschen haben in Entwicklungsländern schon ihre Arbeit verloren, verfügen über keinerlei Absicherung und Einkommen", sagte Müller. "Es kommt bereits zu Unruhen. Terroristische Gruppen verüben verstärkt Anschläge, mit dem Ziel Regierungen zu stürzen", betonte er. "Chaos bis hin zum Bürgerkrieg und Flüchtlingswellen wären die Folge. Dies alles betrifft auch uns." Deswegen müsse die internationale Gemeinschaft alles unternehmen, um den Zusammenbruch einzelner Staaten zu verhindern.

"Es gibt auf dem afrikanischen Kontinent im Vergleich zu Deutschland und Europa, bis auf wenige Ausnahmen, nahezu keine intensivmedizinischen Einrichtungen", warnte Müller. Das Entwicklungsministerium konzentriere sich ebenso wie die Weltgesundheitsorganisation WHO darauf, die Gesundheitssysteme in den armen Ländern systematisch zu stärken.

UN-Generalsekretär António Guterres hatte zu Beginn vergangener Woche zu einer weltweiten Waffenruhe wegen der Coronavirus-Pandemie aufgerufen. Am Freitag beklagte Guterres, einige Konflikte seien sogar weiter eskaliert. "In vielen der kritischsten Situationen haben wir kein Nachlassen der Kämpfe gesehen und einige Konflikte haben sich sogar intensiviert", sagte Guterres am Freitag in New York. Er nehme damit unter anderem auf den Konflikt in Afghanistan Bezug. Konfliktparteien von elf Ländern hätten aber positiv auf seinen Aufruf reagiert, sagte Guterres weiter: Dabei handele es sich um Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Kolumbien, Libyen, Myanmar, die Philippinen, Südsudan, Sudan, Syrien, die Ukraine und den Jemen.


Mundschutz-Grenze entzweit Nachbarn am einstigen «Eisernen Vorhang»

Wo vor über 30 Jahren der «Eiserne Vorhang» zwischen der slowakischen Hauptstadt Bratislava und dem österreichischen Nachbardorf Kittsee eingerissen wurde, hat die Corona-Krise eine neue Grenze zwischen zwei Überzeugungen entstehen lassen. Im gemeinsam als Naherholungsgebiet genutzten Grünland, das vom einstigen Todesstreifen übrig geblieben ist, zeigt sich auf den ersten Blick, wer Slowake und wer Österreicher ist. Die einen legen nicht einmal dann ihren Mundschutz ab, wenn sie alleine joggen. Die anderen bedecken Mund und Nase selbst dann nicht, wenn sie auf Bekannte treffen.

In der Slowakei ist es seit 25. März bei Strafe verboten, ohne Maske die Wohnung zu verlassen. In vielen Lebensbereichen wie in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf Ämtern war ein Mundschutz schon vorher verpflichtend. In Österreich dagegen machten sich selbst die sonst auf Seriosität bedachten Nachrichtenmoderatoren des öffentlich-rechtlichen Fernsehens über die slowakische Präsidentin lustig, die bei der Vereidigung der neuen Regierung ihren Mundschutz in Farbe und Design an ihr Kleid anpasste.

So tummeln sich zwar wie vor dem Ausbruch der Pandemie Radfahrer, Skater und Spaziergänger aus dem Plattenbau-Stadtteil Bratislava-Petrzalka in dem scheinbaren "Niemandsland" zwischen ihren Hochhäusern und dem österreichischen Dorf. Aber sie mischen sich nicht mehr so unbesorgt mit den österreichischen Joggern und Ausflüglern. Die durch rot-weisse Grenzsteine markierte Staatsgrenze verläuft kreuz und quer über die Feldwege. So ist es unmöglich, konsequent nur im einen oder im anderen Staat zu bleiben. Umso deutlicher ist dafür nun der im Gesicht zu sehende Unterschied zwischen beiden Nationen.

Dass die österreichische Regierung nun zumindest in Geschäften einen Mundschutz vorschreibt, nehmen auch in Kittsee viele mit Genugtuung auf. In der Gemeinde sind die slowakischen Zuwanderer gerade dabei, zur Bevölkerungsmehrheit zu werden. Auf ihrer Facebookseite "Slovaci v Kittsee" (Slowaken in Kittsee) hatte der Mundschutz-Glaubensstreit mit den Einheimischen schon aggressive Züge angenommen. Die Maskenverweigerung der Österreicher stelle eine Infektionsgefahr für die gewissenhaften Slowaken dar, war seit Wochen zu lesen.


Handstand, Händewaschen, Vorlesen - Was Promis zuhause anstellen

Wie lässt sich die Corona-Quarantäne einigermassen aushalten? Es gebe doch nichts Besseres, als sie mit einem liebevollen Vierbeiner zu verbringen, meint zumindest "Crazy Rich"-Star Henry Golding (33). Seine Frau und er präsentieren sich auf Instagram stolz als neue Pflegeeltern von Hund Stella aus dem Tierheim. Denn wegen der Covid-19-Krise schliessen viele Tierheime und suchen dringend Betreuer.

So wie Golding gehen zurzeit viele Stars, die dem "Stay Home"-Aufruf der Behörden Folge leisten und sich mit ihren Kindern, Partnern oder alleine Zuhause isolieren, virtuell aus sich heraus: Fitnesstipps von Arnold Schwarzenegger, Bücherstunde mit Amy Adams, Händewaschen mit Dwayne "The Rock" Johnson, Handstand mit Jake Gyllenhaal. Schauspieler und Musiker melden sich in Sweatshirts und ungeschminkt aus den eigenen vier Wänden zu Wort.

Reality-Star Kim Kardashian (39) hat eine Frage, mit der die vierfache Mutter während der Coronavirus-Pandemie vielen aus dem Herzen sprechen dürfte. "Was macht ihr alle, um eure Kinder zu beschäftigen?", schrieb die Ehefrau von Sänger Kanye West auf Instagram. Ihre Familie vermeide gegenwärtig soziale Kontakte. Tipps und "lustige Ideen" seien sehr willkommen.

In den Social-Media-Kanälen von Prominenten wird man leicht fündig. Der deutsche YouTuber und Komiker Flula Borg (38, "Pitch Perfect 2") macht es sich in Los Angeles mit einem Weihnachtsbaum gemütlich. "Wann ist es nett und gemütlich zuhause? An Weihnachten, natürlich", witzelt der gebürtige Erlanger in einem Instagram-Video. Im Pyjama mit Sternenmuster empfiehlt er "Merry Quistmas", eine Wortschöpfung aus Christmas und Quarantäne.

Mit Sport beugt Arnold Schwarzenegger dem Corona-Koller vor. "Bleibt zuhause, bleibt fit", schärft der Ex-Terminator seinen Fans ein. Dabei stemmt er in einem Video Gewichte, radelt durchs menschenleere Santa Monica und entspannt sich - nur mit Zigarre - im Whirlpool. Doch völlig alleine ist der Hollywood-Star nicht. Fast täglich teilt er im Internet Szenen von seinen tierischen Mitbewohnern, Zwergpony Whiskey und Esel Lulu, mal beim Schach spielen, mal beim Kekse knabbern.

Die Schauspielerinnen Jennifer Garner und Amy Adams haben seit Mitte März Dutzende prominente Freunde zum Vorlesen gewinnen können. Bei der Instagram-Aktion "SaveWithStories" griffen schon Stars wie Glenn Close, Natalie Portman, Eddie Redmayne, Jeff Bridges und Chris Pratt zu ihren Lieblingskinderbüchern und lesen vor laufender Kamera - für einen guten Zweck. Spenden gehen an Programme für Schulkinder, die auf Essen und Lernmaterial angewiesen sind, auch während die Schulen offiziell zu sind.

Auch Country-Star Dolly Parton (74) setzt für "Goodnight with Dolly" die Lesebrille auf. Einmal pro Woche liest die Sängerin in einer Videoserie Gute-Nacht-Geschichten vor. Zudem spendet sie eine Million Dollar für ein Labor, das an einem Coronavirus-Impfstoff arbeitet.

Musik-Grössen wie Taylor Swift, Camila Cabello, Sia und Pete Wentz versuchen sich zur Fan-Unterhaltung beim Radiosender SiriusXM ausnahmsweise als DJ's. Swift machte am Freitag den Auftakt, mit Musik von Conan Gray bis Harry Styles. Sie selbst vertreibe sich die Zeit alleine mit Kochen, Lesen und Filmeschauen, erzählte sie in der Sendung. "Wir werden das zusammen überstehen", munterte Swift ihre Fans zum Selbstisolieren und Durchhalten auf.

Seit Mitte März strahlt Miley Cyrus täglich ihre einstündige Talkshow "Bright Minded" aus, um etwas "Licht" in die dunklen Zeiten zu bringen. Über Videolinks schaltet sie Gäste zu, plaudert mit Reese Witherspoon oder Demi Lovato und gibt Gesundheitstipps.

Auch Hollywoods Schwergewicht Steven Spielberg appelliert an die Amerikaner, wegen der Coronavirus-Pandemie zu Hause zu bleiben - und Filme zu schauen. Zusammen mit dem "American Film Institute" startete der Oscar-Preisträger einen Movie-Club mit täglichen Empfehlungen. Sein erster Tipp: "Der Zauberer von Oz". In dem Musical-Film mit Judy Garland von 1939 fällt der berühmte Spruch: "There's no place like home".

Wie wäscht man sich richtig die Hände? Zahlreiche Promis machen es in ihren Social-Media-Kanälen vor. Muskelmann Dwayne Johnson singt seiner kleinen Tochter Tiana Gia einen Song aus dem Film "Vaiana" vor, während sie sich zusammen die Hände einseifen. Mariah Carey heizt ihren Kindern Moroccan und Monroe mit Rap ein, mindestens 20 Sekunden ihre Hände zu waschen.

In Zeiten von "sozialer Distanz" kommen Hollywood-Stars auf noch verrücktere Ideen. So liess sich jetzt Jake Gyllenhaal auf die "Handstand-Challenge" ein, zu der ihn "Spider-Man"-Star Tom Holland herausgefordert hatte. Zum Beweis postete er ein Video: Mit nacktem Oberkörper balanciert Gyllenhaal kopfüber auf einer Hand, dabei muss er sich ein T-Shirt anziehen. Und gleich schlägt er die Brücke zur Coronavirus-Krise. Auf dem Shirt prangt das Logo eines New Yorker Restaurants, das nun schliessen musste. "Vergesst nicht, eure örtlichen Geschäfte zu unterstützen", mahnt der Schauspieler.

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