Waffen | Nach Christchurch-Anschlag

Neuseeland kauft Waffen zurück

Erste Phase der Waffenkontrollmassnahmen in Neuseeland im April: Polizei Sr. Sgt. Paddy Hannan zeigt dem neuseeländischen Gesetzgeber am 2. April 2019 in Wellington ein AR-15-Gewehr, das einer der Waffen gleicht, mit welcher in zwei Moscheen 50 Menschen getötet wurden.
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Erste Phase der Waffenkontrollmassnahmen in Neuseeland im April: Polizei Sr. Sgt. Paddy Hannan zeigt dem neuseeländischen Gesetzgeber am 2. April 2019 in Wellington ein AR-15-Gewehr, das einer der Waffen gleicht, mit welcher in zwei Moscheen 50 Menschen getötet wurden.
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Neuseeland hat nach dem rassistisch motivierten Anschlag auf zwei Moscheen mit 51 Todesopfern mit dem Rückkauf von sogenannten halbautomatischen Waffen begonnen. Der Pazifikstaat stellt dafür 208 Millionen Neuseeland-Dollar (etwa 121 Millionen Euro) zur Verfügung, wie Regierung und Polizei am Donnerstag mitteilten.

Das Geld ist für Leute gedacht, die ihre Waffen legal erworben hatten. Sie sollen zwischen 25 und 95 Prozent des Kaufpreises zurückerhalten. Für die Rückgabe ist bis zum 20. Dezember Zeit. Für Besitzer illegaler Waffen soll es eine Amnestie geben, wenn sie zur Polizei kommen.

Bei dem Anschlag auf die beiden Moscheen in Christchurch Mitte März hatte der Täter verschiedene Schusswaffen genutzt, auch halbautomatische. Diese gelten als besonders gefährlich, weil der Schütze zwar jedes Mal neu abdrücken muss, die nächste Patrone dann aber sofort und automatisch nachgeladen wird. Kurz nach dem Anschlag hatte Neuseeland ihren Verkauf bereits verboten. In Deutschland sind halbautomatische Waffen für Jagd und Sport erlaubt.

Als mutmasslicher Attentäter sitzt ein 28 Jahre alter Rassist und Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Dem ehemaligen Fitness-Trainer Brenton Tarrant droht lebenslanges Gefängnis. Der Mann hatte seit 2017 einen neuseeländischen Waffenschein. Zumindest einen Teil der Waffen kaufte er legal übers Internet. Der Prozess soll im Mai 2020 beginnen.

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