Coronavirus | Länder riegeln sich ab

Zahlen von Erkrankten steigen weltweit

Italien: Ein Militärkonvoi transportiert Leichen aus Bergamo zum Krematorium.
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Italien: Ein Militärkonvoi transportiert Leichen aus Bergamo zum Krematorium.
Foto: Keystone

Spanien: In Madrid reinigen Armeeangehörige Metrostationen.
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Spanien: In Madrid reinigen Armeeangehörige Metrostationen.
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Während China den dritten Tag in Folge keine neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus im Inland vermeldete, nimmt die Zahl der Infizierten weltweit zu. Dramatisch bleibt die Lage in Italien.

Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala rief die Bürger zum Durchhalten auf. "Wir haben begriffen, dass dies ein langer Marathonlauf ist", sagte der Stadtchef. Im ganzen Land wurden am Samstag die Kontrollen verschärft, um Verstösse gegen die Quarantäne-Regeln zu vermeiden.

Alleine in der Lombardei überschritt die Zahl der Todesfälle bereits Freitagabend die Marke von 2500 Menschen. Wie es aus einem Krankenhaus in Brescia hiess, nehme auch die Zahl im jüngeren Alter zu.

In Spanien steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle ebenfalls weiter an. Fast 25'000 Infizierte meldete das Gesundheitsministerium - 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte um ein Drittel auf mehr als 1300. Besonders heftig betroffen ist die Region Madrid.

Auch im ebenfalls schwer mitgenommenen Iran stieg die Bilanz auf 1556 Tote an. Aus Finnland oder Litauen wurden die ersten Toten im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Auch in Grossbritannien spitzt sich die Lage zu. Seit Freitagabend sind Pubs, Kinos, Restaurants und Kultureinrichtungen geschlossen. Mediziner befürchten, dass die Situation noch verheerender als in Italien werden könnte.

Dass immer mehr Infizierte in die Kliniken geliefert werden, macht viele Experten nervös. Denn der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service), der vor allem aus Steuermitteln finanziert wird, ist seit vielen Jahren chronisch unterfinanziert, überlastet und marode. So stehen in Grossbritannien gerade einmal 4000 Beatmungsgeräte für Erwachsene und 900 für Kinder zur Verfügung.

Premierminister Boris Johnson hat nun sogar unter anderem bei Autobauern nachgefragt, ob sie solche Apparaturen herstellen könnten.

In den USA wurden nach neuen Angaben der Johns Hopkins Universität mehr als 16'600 Infektionsfälle gezählt. Nach New York und Kalifornien verhängte auch der Bundesstaat Illinois drastische Massnahmen im Kampf gegen das Virus.

EU-Kommission drängt zu Massnahmen

Die EU-Kommission drängt derweil die Mitgliedsländer zu drastischen Massnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. "Es ist lebenswichtig, dass die Massnahmen, um soziale Distanz durchzusetzen, früh, entschieden und schnell umgesetzt werden", sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der "Welt am Sonntag". Nur so lasse sich die Ausbreitung des Virus verlangsamen und der Druck auf die Gesundheitssysteme reduzieren.

Zugleich rief die EU-Kommissarin die Mitgliedstaaten zu einer besseren Zusammenarbeit in der Krise auf. Die Kommissarin weiss nach eigenen Angaben, "wie schwierig es für Regierungen ist, so weitreichende Entscheidungen für Millionen Menschen zu treffen, deren tägliches Leben und deren Wirtschaft davon beeinflusst wird".

Knapp eine Milliarde Menschen rund um den Globus muss wegen der Coronavirus-Pandemie das Wochenende laut Schätzungen in den eigenen vier Wänden verbringen. Frankreich, Italien, Spanien und andere Länder haben landesweite Ausgangssperren verhängt.

Lage an Grenzen entspannt sich

An den Grenzübergängen verbesserte sich die Situation europaweit, nachdem Grenzschliessungen infolge der Corona-Krise riesige Staus im Reise- und Güterverkehr verursacht hatten. "An einigen Grenzen gibt es aber immer noch Probleme", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. Die EU verfolge die Entwicklung auch anhand von Satellitenbildern. Von der Leyen warnte, dass Lastzüge mit wichtiger und verderblicher Fracht feststeckten.

Wegen der Corona-Krise hatten viele Länder der Schengenzone in den vergangenen Tagen die eigentlich längst abgeschafften Kontrollen wieder eingeführt. Ein entschlossenes Vorgehen gegen die Ausbreitung des Virus sei "unabdinglich", sagte von der Leyen. "Aber einige dieser Massnahmen behindern den Grenzverkehr über Gebühr."

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Russland schickt Italien Hilfe im Kampf gegen Coronavirus

Russland schickt wegen der dramatischen Lage in Italien medizinische und personelle Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus. Auf Bitten Italiens sollen unter anderem Schutzausrüstungen, mobile Versorgungsstationen und Mittel für eine grossflächige Desinfektion von Verkehrsmitteln und Gebieten bereitgestellt werden.

Das teilte der Kreml am Samstagabend mit, nachdem Putin den italienischen Regierungschef Giuseppe Conte angerufen hatte. Russland selbst hat bisher nach offiziellen Angaben vergleichsweise wenige Coronavirus-Fälle - mit Stand Samstagabend waren es landesweit rund 300.

Neben medizinischer und anderer Ausrüstung komme auch eine Brigade mit russischen Spezialisten in die besonders vom Coronavirus betroffenen italienischen Gebiete, hiess es weiter in der Mitteilung des russischen Präsidentenamtes. "Diese Lieferungen erfolgen über das Verteidigungsministerium mithilfe von Flugzeugen der Weltraumeinheiten der Russischen Föderation." Conte zeigte sich nach Kremlangaben dankbar dafür, dass Russland in einer für Italien schweren Zeit helfe.

Russland selbst hatte sich auch wegen seiner langen Grenze zu China nach dem dortigen Ausbruch der Virus-Epidemie vergleichsweise rasch abgeschottet. In der russischen Hauptstadt Moskau entsteht gerade im Eiltempo ein neues Spital am Stadtrand für die Behandlung von Patienten mit dem Coronavirus. In dem künftigen Zentrum für Infektionskrankheiten sollen demnach bis zu 500 Menschen behandelt werden können. sda

London bringt wegen Coronavirus hunderte Obdachlose in Hotels unter

In London werden hunderte Obdachlose in Hotels untergebracht, um sie vor dem Coronavirus zu schützen. Dies kündigte am Samstag Bürgermeister Sadiq Khan an. Es stünden dafür rund 300 Zimmer in zwei Hotels zur Verfügung. Die Massnahme sei zunächst auf zwölf Wochen befristet.

"Der Corona-Ausbruch betrifft jeden in London und wir müssen alles Mögliche tun, um die Gesundheit aller zu schützen - nicht zuletzt die der Londoner, die jede Nacht unter rauesten Bedingungen auf den Strassen der Hauptstadt schlafen", erklärte Khan.

Die Obdachlosen sollten so schnell wie möglich zu ihren Zimmern gebracht werden. Dies geschehe durch Taxifahrer, die sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet hätten.

Offiziellen Angaben zufolge gibt es in London rund 1100 Obdachlose. In Grossbritannien starben bis Samstag 177 Menschen an Covid-19. sda

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