Elia Zurbriggen | Der Zermatter Skiweltcuprennfahrer leidet. Womöglich das eine Mal zu viel. Er stellt sich die Sinnfrage

«Das Ding drehen oder fertig, aus»

«Sauhart». Der bald 30-jährige Zermatter Elia Zurbriggen nimmt das Wort Rücktritt nicht in den Mund, aber im Hinterkopf hat er es. 
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«Sauhart». Der bald 30-jährige Zermatter Elia Zurbriggen nimmt das Wort Rücktritt nicht in den Mund, aber im Hinterkopf hat er es. 
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Quelle: WB /rlr 12.02.20 0
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Der Skirennfahrer Elia Zurbriggen bekundet zusehends Mühe, den Anschluss an die Top 30 im Weltcup zu finden. Gelingt ihm nicht doch noch ein plötzlicher Befreiungsschlag, wird der Rücktritt des bald 30-jährigen Zermatters immer wahrscheinlicher.

Im Hintergrund ist das einjährige Kind zu hören, Zurbriggen gibt sich freundlich wie immer, er ist schon seit Tagen zu Hause.

Der Skirennfahrer ist zu Hause? Im Februar? «Ich habe mich zwecks Erholung knapp zwei Wochen hierher zurückgezogen», sagt er.

Es war halt viel zusammengekommen in letzter Zeit. Keine Resultate im Weltcup, ganz schlechte im Europacup, und dann die Grippe. Vom Vertrauen erst gar nicht zu sprechen. Die Energie war perdu, der Körper leer. Am Europacup-Riesenslalom im französischen Méribel Ende Januar stand er am Start und fragte sich, was er eigentlich tun solle. Genau so hat er das am Telefon gesagt. «Und nach zehn Toren», so Zurbriggen, «war ich auf dem ‹Nuggi›. Dabei wusste ich von vornherein, dass es nichts werden wird. Ich hatte mich einfach viel zu wenig fit gefühlt.»

«Das tut halt weh»

Zurbriggen ging an den Start, weil in Méribel in der Nähe von Albertville die Swiss-Ski-Plätze für den Weltcup-Riesenslalom von Garmisch-Partenkirchen vergeben wurden. Der 27-jährige Bündner Sandro Jenal wurde in Frankreich Achter, Zurbriggen gerade mal 45. und schied im zweiten Rennen im ersten Lauf aus. Deshalb nahm er sich aus dem Rennzirkus raus und ging nach Hause, wo er zuletzt einen Konditionsblock einbaute.

Der bisherige Saisonverlauf gestaltet sich nicht schwierig. Sondern sehr schwierig. Vier Weltcuprennen, zweimal nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert, zweimal im ersten Lauf ausgeschieden. In Sölden und Beaver Creek fehlten ihm jeweils Hundertstelsekunden für den 2. Lauf, und er meint: «Das tut halt weh.» Im Europacup, wo er Selbstvertrauen zu fassen gedachte, siehts nicht besser aus. Auch hier vier Rennen, Ränge 26 und 45, dazu zweimal ausgeschieden.

Kein Wunder, dass er sich mit 29 Jahren grundsätzliche Fragen stellt. Zurbriggen will das Wort Rücktritt nicht in den Mund nehmen, das tönt ihm wohl noch zu radikal, und gleichwohl sagt er: «Es stellt sich die Sinnfrage. Entweder ich drehe das Ding noch in die richtige Richtung oder dann fertig, aus.»

Für die Herausforderung, sich einmal mehr zurück in die Top 30 zu kämpfen, geht Zurbriggen allmählich auch die Energie aus. Vor Jahren sagte er in einem WB-Interview: «Wenn du im Skirennsport immer eins auf den Deckel kriegst, dann ist das ein sauhartes Business. Wäre die Saison heute fertig, dann sähe es ganz bitter aus.»

Letzte Chancen

Was also bleiben noch für Möglichkeiten, um das Schiff vor dem Kentern zu retten? Zurbriggen, der sich nach dem Fitnessblock zu Hause wieder gut fühlt, wird nächste Woche zwei Europacuprennen im slowakischen Jasna fahren und teamintern wieder einen Weltcupplatz zu ergattern versuchen.

Die Schweiz besitzt im Weltcup-Riesenslalom acht Startplätze, davon sind sieben besetzt, wenn man davon ausgeht, dass der St. Moritzer Daniele Sette seinen Platz behalten darf. Sette wurde im Weltcup-Riesen von Adelboden immerhin 19. und fuhr im Europacup mehrmals unter die Top Sechs. Zurbriggens Gegner für die allerletzte Startberechtigung werden Fahrer wie Jenal oder der Freiburger Pierre Bugnard sein. Für den Zermatter kämen in diesem Winter auf Weltcupstufe im besten Fall noch die beiden Riesenslaloms von Hinterstoder/Ö (1. März) und Kranjska Gora/Slo (14. März) infrage.

Ende der Saison 2016/17 stand Zurbriggen im Europacup serienweise auf dem Podest, er gewann die Riesenslalom-Wertung und wurde beim Weltcuprennen in Kranjska Gora sehr guter Achter. So gut wie nie. Man bekam für einmal das Gefühl, dass sich all die Plackerei, all die Geduld endlich auszahlen würde. Endlich, endlich. Doch es kam anders. Wieder mal.

Vom hoffnungsvollen Frühjahr 2017 ist Zurbriggen aktuell weit weg.

Roman Lareida
12. Februar 2020, 17:14
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