Tourismus | Neuer ÖV-Hub Fiesch feierlich eröffnet

«Gestern kam der Nikolaus, heute bereits das Christkind»

Geheimnis gelüftet. Renato Kronig, VR-Präsident der Aletsch Bahnen AG, enthüllt eine neue Gondel.
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Geheimnis gelüftet. Renato Kronig, VR-Präsident der Aletsch Bahnen AG, enthüllt eine neue Gondel.
Foto: Walliser Bote

Quelle: WB /meb 0

Fiesch | «Ein Jahrhundertbau mit Strahlkraft», «Vorzeigeprojekt», «Beispielhafter Pioniergeist» – bei der Eröffnung der neuen ÖV-Drehscheibe in Fisch schlugen am Samstag die Redner mit Komplimenten nur so um sich: zu Recht, wie die zahlreichen Gäste fanden.

Der Startschuss für den Bau des neuen Verkehrsknotenpunkts in Fiesch, der Zug, Postauto und Seilbahn an einem Ort vereint, fiel im Oktober 2018. 14 Monate später liessen es sich die zahlreichen geladenen Gäste und die Fiescher Bevölkerung am Samstag nicht nehmen, der offiziellen Eröffnung beizuwohnen. Und die involvierten Partner rührten für das Fest sprichwörtlich mit der ganz grossen Kelle an.

Komet-Zug heisst jetzt Fiesch

Mit etwas Verspätung fuhr am Vormittag der Sonderzug der MGBahn in den ÖV-Hub ein. Als erster involvierter Partner ergriff Fernando Lehner, CEO der MGBahn, das Wort. «Gestern kam der Nikolaus, heute bereits das Christkind. Es ist ein Freudentag für den öffentlichen Verkehr.» Für das Projekt in Fiesch hat die MGBahn den Haltepunkt für ihre Züge vom bisherigen Bahnhofsgebäude 400 Meter nach Norden verlegt und in das Drehkreuz integriert. Dadurch ist bekanntlich ein komplett neuer Bahnhof mit zwei Aussenperrons sowie einer 600 Meter langen neuen Doppelspur für eine optimierte Kreuzungsmöglichkeit der Züge entstanden. Der Gemeindepräsident von Fiesch, Bernhard Schwestermann, erzählte den Anwesenden, was er von der Idee des ÖV-Hubs hielt, als er diese 2012 zum ersten Mal hörte. «Ich habe mir nur gedacht: ‹Träum weiter, Herbert Volken!› – und heute stehen wir hier. Ein Traum ist wahr geworden.» Als Zugpate taufte Schwestermann anschliessend zusammen mit Lehner einen der Komet-Züge der MGBahn auf den Namen Fiesch.

«Nachhaltige Investitionen»

Moderiert wurde die Feier von Adrian Arnold. Bevor dieser die wichtigsten involvierten Partner des Baus auf die Bühne holte und jeder von ihnen die wesentlichen Meilensteine und Herausforderungen des Projekts Revue passieren liess, wurden die Anwesenden von Renato Kronig, Präsident des Verwaltungsrats der Aletsch Bahnen AG, begrüsst: «Das ist ein Jahrhundertbau mit Strahlkraft. Der ÖV-Hub zeigt, was durch Kooperationen mit verschiedenen Partnern erreicht werden kann.» Auch Staatsratspräsident Roberto Schmidt lobte den Pioniergeist der Bauherren. «Die Gommer nutzen nicht nur Synergien im öffentlichen Verkehr, sondern investieren auch ihre Gelder nachhaltig. Der ÖV-Hub wurde leider zu früh gebaut und kam darum nicht mehr in den Genuss der Gelder aus dem neuen kantonalen Bergfonds. Immerhin beteiligten sich Bund und Kanton mit einem NRP-Darlehen in der Höhe von vier Millionen Franken und das kantonale Finanzkompetenzzentrum stockte noch mit einem weiteren Darlehen von zwei Millionen Franken über den Tourismusfonds auf.» Das Wallis und das Goms brauchten sich vor den viel zitierten Tourismusregionen in Österreich und anderen Ländern nicht zu verstecken, wenn solche Projekte wie hier in Fiesch umgesetzt würden. «Jetzt fehlt noch die Anbindung an Bellwald, so könnte das bereits einmalige Skigebiet der Aletsch Arena um einen weiteren Trumpf bereichert werden», so der Staatsratspräsident.

Zweite Etappe geplant

Die zweite Etappe des Projekts, der Bau eines Einkaufszentrums vis-à-vis dem ÖV-Hub und der spätere Bau der Bahn nach Bellwald waren bei den Eröffnungsfeierlichkeiten ein grosses Thema. Bekanntlich hat Coop Schweiz gegenüber dem neuen Hub eine Parzelle erworben. «Für den Bau des Einkaufszentrums braucht es eine Umzonung. Diese wollen wir bereits im Februar 2020 vor die Urversammlung bringen. Zudem haben wir vom Bundesamt für Verkehr grünes Licht, um die Bahnverbindung Fiesch–Bellwald zu projektieren», erklärte der Fiescher Gemeindepräsident Bernhard Schwestermann.

Erste Fahrt mit der Schnellsten

Wie bei solchen Eröffnungsfeiern üblich, wurde das neue Bauwerk unter den Schutz Gottes gestellt. Nach der Einsegnung durch Pfarrer Bernhard Schnyder folgte ein weiterer Festakt: die Enthüllung der neuen Gondelbahn und die Schlüsselübergabe. Viele der anwesenden Gäste nutzten anschliessend die Gelegenheit, mit der neuen, schnellsten Gondelbahn der Welt eine Fahrt zu machen.

Melanie Biaggi

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