Wohnungsbau | Mehrere Einsprachen gegen Wohnbauprojekt am Visper Waldrand

Baugesuch zurückgezogen – und ein neues eingereicht

Umstritten. Die vier geplanten Mehrfamilienhäuser mit 30 Wohnungen im Visper Gebiet Tschill stossen unter anderem bei der Burgerschaft und der Pfarrei auf Widerstand.
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Umstritten. Die vier geplanten Mehrfamilienhäuser mit 30 Wohnungen im Visper Gebiet Tschill stossen unter anderem bei der Burgerschaft und der Pfarrei auf Widerstand.
Foto: Walliser Bote

Quelle: WB /mk 06.08.18 0
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Visp | Das Baukonsortium Beausite Immobilien, vertreten durch den ehemaligen Visper Präfekten Josef Bumann, hat sein Baugesuch für vier Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage im Tschill zurückgezogen – und gleichzeitig ein neues eingereicht.

Gegen das Projekt sind mehrere Einsprachen eingegangen, unter anderem auch von der Burgerschaft Visp, wie die Gemeinde Visp in der «visper allgemeinen zeitung (vaz)» mitteilt. Laut Burgerschaft sei das Projekt offensichtlich nicht bewilligungsfähig.

Überbauung am Waldrand birgt Brandgefahr

Nachdem das erste Baugesuch im Amtsblatt vom 23. März 2018 publiziert wurde, keimte sogleich Widerstand gegen das Projekt auf. Zumal die geplante Überbauung direkt am Waldrand zu stehen kommen sollte, wofür es eine Ausnahmebewilligung bezüglich des Waldabstands gebraucht hätte. Des Weiteren müsste für die Erstellung einer Privatstrasse Wald gerodet werden. Nur schon für das Abstecken des Baugespanns mussten Bäume gefällt und Geäst entfernt werden, wie ein Augenschein vor Ort im April zeigte (der WB berichtete).

Laut Kritikern könne ein solches Projekt ohne politischen Filz gar nicht umgesetzt werden. So weit sollte es nun aber nicht kommen. Zu gross war der Widerstand. «Ich weiss nicht, ob das Baugesuch wegen unserer Einsprache zurückgezogen wurde. Es gab ja auch noch viele andere Einsprachen», sagt Burgermeister Georges Schmid auf Anfrage. Der Burgerschaft gehört der ganze Wald in diesem Gebiet. «Die Bauherrschaft wollte einen verkürzten Waldabstand. Folglich wäre der Bau direkt an unserem Wald zu stehen gekommen, was wir aus Sicherheitsgründen nicht akzeptieren konnten», so Schmid weiter und erinnert an den Waldbrand von 2011 auf Eyholzer Seite. Bei Wohngebäuden bestünde grundsätzlich immer eine Brandgefahr. Und die Flammen hätten so leicht auf den Wald übergreifen können.

Erneute Einsprache vorbehalten

Der gesetzliche Waldabstand von zehn Metern kann indessen in Ausnahmefällen auf fünf Meter reduziert werden. Allerdings muss der Bauherr dann gute Gründe nachweisen, dass er den üblichen Abstand nicht einhalten kann. Schmid: «Den Platz optimal ausnutzen zu wollen, reicht da nicht. Solche Ausnahmebewilligungen werden sehr restriktiv gehandhabt. Und wir sind der Meinung, dass man das auch im konkreten Fall restriktiv handhaben sollte.» Der Schutzwald und die Waldbrandgefahr seien von übergeordnetem Interesse.

Bezüglich der gefällten Bäume hält Schmid fest, dass die Rodung im Auftrag der Bauherrschaft durch das Forstamt erfolgt ist. Es seien jedoch nur Bäume auf dem Grundstück der Bauherrschaft gefällt worden.

Auf die Frage, ob die Burgerschaft auf eine neuerliche Einsprache verzichtet, falls der normale Waldabstand dieses Mal eingehalten wird, sagt Schmid: «Wir haben das neue Baugesuch noch nicht eingesehen und müssen erst prüfen, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind. Wir werden darüber an der heutigen Burgerratssitzung diskutieren und behalten uns eine Einsprache vor.»

Josef Bumann als Bauherr seinerseits war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Sein Büro verweist auf die Bauferien, die noch bis zum 20. August 2018 andauern.

Auch die Pfarrei hat eingesprochen

Nebst der Burgerschaft hat auch die Pfarrei gegen das Projekt eingesprochen. Kirchenvogt Stefan Sarbach sagt auf Anfrage: «Die Pfarrei hat vor 10, 15 Jahren für die Parzellen in diesem Gebiet ein Durchgangsrecht gewährt, sodass man eine drei Meter breite Strasse bauen kann. Doch im Baugesuch des Konsortiums Beausite Immobilien war eine fast 200 Meter lange Zufahrtsstrasse vorgesehen, die teilweise noch breiter war.» Die geplanten 30 Wohnungen würden einen ziemlichen Verkehr generieren. Folglich bräuchte es eine breitere Strasse. Und damit sei die Pfarrei als Grundbesitzerin nicht einverstanden.

Zudem müsste die Bauherrschaft für den Bau dieser Strasse Wald roden. «Im Baugesuch stand, es wären alle Partner einverstanden, das so zu machen. Doch hat die Pfarrei, der 7/8 des betroffenen Bodens gehören, das nie bewilligt», so Sarbach. Sobald das neue Baugesuch öffentlich aufliege, werde man prüfen, was alles abgeändert worden sei. Falls die Bauherrschaft an ihren Strassenplänen festhalte, werde man erneut einsprechen.

Martin Kalbermatten
06. August 2018, 16:12
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