Dorfleben | Einweihungsfeier des Dorfkernprojekts Lalden
Neues Leben im Laldner Dorfkern
Volles Haus. Zahlreich ist sie erschienen, die Laldner Bevölkerung, um am Samstag der Einweihungsfeier zum neuen Dorfkernprojekt beizuwohnen.
Foto: Walliser Bote
Lalden | Das halbe Dorf ist am Samstag in Lalden aufmarschiert, um der Einweihungsfeier zum neuen Dorfkernprojekt von Lalden beizuwohnen.
Die Gemeindeverwaltung von Lalden hat erkannt, dass der alte Dorfkern grossen Nachholbedarf aufweist und folglich ein Projekt für dessen Aufwertung gestartet. Rund zehn Jahre hat es gedauert, bis diese Vision Realität wurde.
Bistro und Dienstleistungszentrum
«Die jahrelange schweisstreibende Arbeit hat sich gelohnt. Auch heute, wo sich die Gemeinde nach jahrelangen Sparmassnahmen finanziell erholt hat, ist ein Projekt dieser Grössenordnung keineswegs eine vordringliche Investition», sagte Kulturkommissionspräsident Mike Hutter in seiner Ansprache. Ein solches Vorhaben könne man auch kritisch anschauen, zumal es hauptsächlich aus Steuergeldern finanziert und unterhalten werde. Doch die Laldner waren sich einig und gaben dem Projekt an der Urversammlung von 2017 mit 69 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung grünes Licht. Und nicht zuletzt machten auch die privaten Grundbesitzer dieses Projekt möglich, indem sie sich bereit erklärten, ihr Eigentum an die Gemeinde abzutreten. Das Dorfkernprojekt beinhaltet ein neues Dienstleistungszentrum der Gemeinde. Dazu wurde das altehrwürdige Ritterhaus aus dem 14. Jahrhundert – notabene das älteste Gebäude in Lalden – aufwendig umgebaut.
Unmittelbar daneben wurde das nicht mehr zu rettende Erpenhaus aus dem 18. Jahrhundert abgerissen und an gleicher Stelle ein moderner Neubau errichtet. Im Erdgeschoss wird dort neu das Bistro 1218 (in Anlehnung an Laldens Gründungsjahr) betrieben. Im zweiten Obergeschoss sowie im Dachgeschoss wurden derweil neue Wohnungen realisiert. Wie Architekt Bernhard Werlen vom Architekturbüro «abgottspon werlen architekten», das den Architekturwettbewerb von 2014 für sich entschieden hat, ergänzt, sah das Projekt auf der Südseite ferner drei Mehrfamilienhäuser vor, die allerdings noch nicht realisiert wurden: «Diese Option ist nach wie vor offen und wird vielleicht in naher Zukunft umgesetzt.»
Fünf Millionen Franken investiert
Insgesamt hat Lalden stolze fünf Millionen Franken in dieses Dorfkernprojekt investiert. Wie Hutter anmerkt, konnte das Budget eingehalten werden: «Budgetdisziplin hatte für uns stets höchste Priorität. Dank Unterstützungsbeiträgen von über einer Million Franken (Anmerkung der Redaktion: 800 000 Franken davon allein von der Loterie Romande) sowie den Verkäufen der Wohnungen im Erpenhaus ist unser Finanzplan voll aufgegangen.»
Gemeindepräsident Georges Schnydrig sprach in seiner Rede von einem grossen Tag für Lalden: «Im neuen Laldner Dorfkern treffen sich Vergangenheit und Zukunft. Schon für die Ritter, die einst im Ritterhaus ein und aus gingen, war der dörfliche Frieden ein wichtiges Prinzip. Sicher haben sie bei Auseinandersetzungen auch mal auf den Tisch geschlagen, aber stets in der Absicht, das Beste für die Gruppe rauszuholen.» Diesen Geist wünsche er sich auch für die neue Nutzung des Ritterhaus beziehungsweise des gesamten neuen Dorfkerns von Lalden. So solle das Bistro zum Treffpunkt für Jung und Alt werden und dem Dorfkern die Lebensfreude zurückbringen. Hutter fügt noch hinzu: «Diesen Erneuerungsgeist wollen wir positiv weiterführen. Oder wie Albert Schweitzer sagte: ‹Erst bauen Menschen Häuser, dann bauen Häuser Menschen.›»
Motivation für weitere Projekte
So erhofft sich Schnydrig von dem nun realisierten Grossprojekt Motivation für weitere innovative Projekte, welche die Gemeinde weiterbringen. Daran erinnern soll nicht zuletzt eine Zeitkapsel, die anlässlich der Eröffnungsfeier mitten auf dem neuen Dorfplatz vergraben wurde. Schulkinder und Leute aus dem Dorf haben niedergeschrieben, wo sie sich und die Gemeinde in 25 Jahren sehen,und ihre Visionen in die Zeitkapsel gelegt. «In 25 Jahren holen wir die Kapsel dann wieder raus, um zu sehen, was aus diesen Visionen geworden ist», ist Schnydrig gespannt.
Martin Kalbermatten








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