Wirtschaft | Erstes Fazit nach neunwöchiger Schliessung: Das Bad ist auf Kurs, erneute Fehler sind bereits behoben
Noch ist nicht alles ausgebadet
An einem Tisch. Albert Bass (l.), VR-Präsident Hans Kalbermatten AG, und Olivier Foro, Direktor Thermalquellen Brigerbad.
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Brigerbad | Für 1,3 Millionen Franken hat die Besitzerin des Brigerbads die Thermalquellen aufwendig sanieren lassen. Sie konnte auf das Geld des Sperrkontos zurückgreifen. Das Klima zwischen Besitzerin und Mieterin hat sich etwas entspannt.
Albert Bass begrüsst Oliver Foro entspannt. Sie sitzen am grossen Tisch des Konferenzraums der Thermalquellen Brigerbad. Als Verwaltungsrats-Präsident der Hans Kalbermatten AG vertritt Bass die Interessen der Besitzerfamilie. Er, selbst regelmässiger Badegast, gibt sich sichtlich zufrieden, was die Sanierung betrifft: «Die jetzigen Arbeiten wurden sehr professionell und sehr gut ausgeführt. Das Bad hat nun einen wertvolleren Charakter, sicher sehr zur Freude der Badegäste.»
Bass betont das «Jetzt» ganz bewusst. Denn noch stehen Forderungen im Raum für Arbeiten für die Eröffnung am 20. Dezember 2014. «Leider haben sich die Befürchtungen bewahrheitet, dass wir das Bad zu früh eröffnet haben.»
Nach der «verfrühten» Eröffnung gab es eine Vielzahl von Problemen zu bewältigen. Bass will dafür auch nicht speziell einen Sündenbock herauspicken. Das hat er bei früheren Gesprächen unterlassen und auch gestern beim offiziellen Teil nicht getan. Off the record aber macht er klare Schuldzuweisungen.
Eine neue farbige Unterwasserbeleuchtung
Auch Olivier Foro als Direktor der Thermalquellen Brigerbad AG ist sichtlich zufrieden, dass die umfangreiche erste grosse Ausbauetappe abgeschlossen ist. Die Böden im Innenbereich waren wegen fehlender Rutschfestigkeit nämlich nicht zuletzt auch ein grosser Imageschaden: «Damit liegt ein wichtiger Teil hinter uns.»
Man habe die Auszeit gar genutzt, um im Aussenbereich eine neue und farbige Unterwasserbeleuchtung anzubringen, ergänzt Foro stolz: «Als Mieterin haben wir von dieser Auszeit profitiert, um diese Installation in die Wege zu leiten und zu finanzieren.»
Falsche Böden fürs Dampfbad geliefert
Auch im Innenbereich wurde die Mieterin selbstständig und hat in Absprache mit der Besitzerin die Böden im Bereich des Dampfbads ausgewechselt. Und prompt purzelten Badegäste nach der Wiedereröffnung. Foro: «Der Lieferant hat uns falsche Böden geliefert und übernimmt dafür die volle Verantwortung.» Bass äussert sich darüber sichtlich unzufrieden: «Das war für uns sehr ärgerlich. Da geben wir uns derart Mühe für die tipptoppe Sanierung und dann tritt bereits wieder ein Problem mit den Böden auf.» Die Aufsicht habe hier versagt.
Denn derselbe Lieferant hat ebenfalls Arbeiten bei anderen Böden bei der Gesamtsanierung durchgeführt. Ohne irgendwelche Beanstandungen: «Das war aber unter unserer Aufsicht», präzisiert Bass. Es brauche überall Profis.
Fehler passieren
Foro entgegnet, dass Fehler passieren würden und man umgehend reagiert habe. Innert zwei Tagen sei ein rutschfester Mikrofaserteppich verlegt worden. Damit es nicht zu weiteren Stürzen kommen kann: «Die ultimative Sanierung im Bereich der Dampfbäder wird dann im nächsten Jahr erfolgen.» Auch dieser Vorfall wird wohl sein juristisches Nachspiel haben.
Was die noch hängigen rechtlichen Schritte betrifft und die Frage der Verantwortlichkeit der Mängel bei der grossen Eröffnung vor fünf Jahren, so sagt Foro: «Dieser Rechtsstreit ist leider noch nicht beigelegt und im Gang.» Man versuche zumindest seitens der Thermalquellen Brigerbad AG, das Ganze so positiv wie möglich zu gestalten und nach endgültigen juristischen Lösungen zu suchen. «Das wird aber schon noch ein paar Monate dauern», lässt der Direktor vielsagend durchblicken. Zumindest sei es doch «eine gute Nachricht», dass die Böden dank des Geldes vom Sperrkonto hätten saniert werden können. Dass sei durchaus eine positive Entwicklung, sagt auch Bass. Mit der Rhonekorrektion wird es zu weiteren Veränderungen kommen: «Deshalb müssen wir gemeinsame Sache machen.»
Trotzdem scheint die Beziehung zwischen Besitzerin und Mieterin angeschlagen. Bass spricht sinnbildlich von einer schwierigen Ehe, mag aber nicht an eine Scheidung denken: «Wir möchten keinen anderen Partner und hoffen auf die Einsicht.» Man könne sich im Leben nicht der Verantwortung entziehen, die man vertraglich eingegangen sei. Bass spart aber auch nicht mit Lob: «Foro macht einen hervorragenden Job. Er versteht den Betrieb.»
«Wir haben viel investiert und sind nicht für einen Test ins Oberwallis gekommen», so Foro. Seitens Mieterin sei man bereit, den auf 20 Jahre terminierten Vertrag einzuhalten. «Wir wollen bleiben und hoffen auf ein gutes 2020.» Foro unterstreicht auch die volkswirtschaftliche Bedeutung der Thermalquellen als KMU mit rund 80 Vollzeitstellen.
Umbau der Terrasse nicht abgeschlossen
Ein weiterer Bereich ist noch nicht abgeschlossen. Auf der Terrasse des Restaurants waren gestern fleissig Arbeiter am Werk. Die Wahl damals fiel auf falsches Holz, das für die grossen Temperaturschwankungen ungeeignet war. Bis zur nächsten Woche soll diese Baustelle behoben sein. «Als Weihnachtsgeschenk für uns», sagt Foro schmunzelnd und blickt in Richtung Bass.
Daniel Zumoberhaus








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