Frontal | Rainer Maria Salzgeber, SRF-Moderator

«Die Zahl 50 hat für mich keine grosse Bedeutung»

Rainer Maria Salzgeber moderiert seit diesem Sommer den «Donnschtig-Jass».
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Rainer Maria Salzgeber moderiert seit diesem Sommer den «Donnschtig-Jass».
Foto: Copyright SRF

Quelle: RZ 0

Er ist das Aushängeschild des «Donnschtig-Jass» und hat gestern ­seinen 50. Geburtstag gefeiert. SRF-Moderator Rainer Maria Salzgeber über ­seine Sendung, die Velo-Challenge und warum er sich nicht mehr so bunt kleidet wie früher.

Rainer Maria Salzgeber. Herzlichen Glückwunsch zum 50. Geburtstag. Wie fühlen Sie sich?
Ich fühle mich sehr gut, danke. Für mich hat die Zahl 50 keine grosse Bedeutung. Auch an meinem 30. oder 40. Geburtstag waren die Zahlen für mich irrelevant. Ich habe berufsbedingt viel mit jungen Menschen zu tun, und ich spüre auch da, dass mein Alter keine wesentliche Rolle spielt.

Eine Geburtstagsparty mit Gölä und Trauffer – ein spezieller Moment?
Natürlich, wer kann schon von sich behaupten, dass er an seinem 50. Geburtstag ein «Heimkonzert» mit den momentan zwei erfolgreichsten Schweizer Musikern hatte? Ich habe mich riesig über den Auftritt gefreut. Und dass ich an meinem 50. Geburtstag eine Livesendung moderieren durfte, in der Gölä und Trauffer auftreten – viel schöner hätte ich es mir nicht erträumen können.

Sie waren auch mal als Moderator beim Lokalradio rro tätig. Gehört Mundartrock zu Ihren bevorzugten Musikgenres?
Ja, diese Musikrichtung verfolge ich ganz genau. Ein Grund ist mitunter, dass mit Sina eine Oberwalliserin die Mundartmusik geprägt hat. Und wenn man die Menschen hinter der Musik persönlich kennt wie Sina, Gölä oder Trauffer, dann hat man einen speziellen Bezug zu dieser Musik.

Just auf Ihren 50. Geburtstag haben Sie sich ja mächtig in die Pedale gelegt und sind mit dem Velo von einem «Donnschtig-Jass»-Ort zum nächsten geradelt. Machen Sie etwa eine ­Midlife-Crisis durch?
Nein, das hat damit nichts zu tun. Ich liebe einfach Herausforderungen. Das hat vor zwei Jahren damit angefangen, ohne grosse hochalpine ­Erfahrung das Matterhorn zu besteigen. Vor einem Jahr habe ich die Patrouille des Glaciers absolviert und dieses Jahr wollte ich für ein Projekt eine Velotour machen. Dabei ist mir der «Donnschtig-Jass» in die Quere gekommen. Darum hat meine Frau die Idee eingebracht, mit dem Velo von einem Jass-Ort zum anderen zu radeln. Also habe ich die erste Etappe von Thun über den Brünig nach Giswil in Angriff genommen. Dass später auch Etappen von fast 200 Kilometern auf dem Programm standen, habe ich damals noch nicht realisiert. Mir geht es aber einfach darum, ein bisschen fit zu bleiben und mir selbst zu beweisen, dass ich es schaffen kann.

Hand aufs Herz: Wie anstrengend waren die Velotouren während des «Donnschtig-Jass»?
Es war sehr anstrengend. Im Winter habe ich auf Rollen trainiert und erst im Mai habe ich mich an meine erste Velotour gewagt. Dabei habe ich gemerkt, dass es wirklich eine ­Herausforderung ist. Als ich dann vor der Aufgabe gestanden bin, die 180 Kilometer von Giswil nach Arbon zu bewältigen, war es nicht nur eine körperliche, sondern auch eine mentale Herausforderung. Genau das suche ich.

Stellen Sie das Velo jetzt in den Keller oder bleibt «Salzi» auch nach dem «Donnschtig-Jass» im Sattel?
Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass mir Velofahren einmal richtig Spass machen würde. Ich habe mich jahrelang dagegen gewehrt, mich für längere Zeit auf einen Velosattel zu setzen, weil ich eher der ballverliebte Sportler bin und Fussball und Tennis spiele. Jetzt hat mich das ­Velofieber aber gepackt, und ich werde definitiv weiterfahren. Einerseits ist es eine sehr gute ­Betätigung für die Fitness und andererseits lernt man bei den Ausfahrten eine andere Schweiz kennen, wenn man stundenlang durch die ­Gegend fährt.

Zur Sendung selber: Wie haben Sie den «Donnschtig-Jass» erlebt?
Es ist eine gigantische Geschichte. Ich moderiere ja schon länger verschiedene Sendungen. Aber beim «Donnschtig-Jass» habe ich erlebt, wie nah das Fernsehen bei den Leuten sein kann. Das ist eine Erfahrung, die ich auf diese Art und Weise noch nicht erlebt habe. Es gibt in der Schweiz vermutlich keine Sendung, die näher bei den Leuten ist, als der «Donnschtig-Jass». Das ist ­darauf zurückzuführen, dass Jassen in der Schweiz eine lange Tradition hat. Das wurde 1968 mit Kurt Felix im Fernsehen erstmals gezeigt und ist heute, über 50 Jahre später, immer noch ein Thema. Und wenn noch die sogenannte Swissness mit den jeweiligen Ortschaften, den prominenten Gästen und den Emotionen dazukommt, dann ist das einfach sensationell und wunderschön, das erleben zu dürfen.

Auf einer Skala von 1 (Karten abgeben) bis 10 (Trumpf-Buur) – welche Note würden Sie sich selbst für die «Donnschtig-Jass»-­Moderationen geben?
(lacht) Das ist schwer zu sagen. In meinem ersten Jahr als Moderator ist es mir darum gegangen, das Erbe, das meine Vorgänger Monika Fasnacht und Roman Kilchsperger geschaffen haben, zu verwalten. Ich habe am Anfang ein bisschen Lehrgeld gezahlt, habe mich aber relativ schnell gefangen in dem Format. Grundsätzlich bin ich zufrieden mit meinen Auftritten, aber ich werde mir selbst keine Note geben. Meine Leistung ­sollen andere beurteilen. Die Konstellation mit Sonja Kälin, «Büssi» und mir funktioniert sehr gut und auch die Zuschauerzahlen stimmen. Letztlich muss man aber festhalten, dass die ­Sendung grösser ist als der Moderator. Diese Plattform zu nutzen, ist eine schöne Aufgabe.

Sie haben in Ihrer Sendung viele bekannte Persönlichkeiten empfangen. Gibt es eine ­Person, die ganz oben auf Ihrer Wunschliste steht?
Es ist nicht eine Person, sondern es sind zwei ­Personen, die ich gerne in meiner Sendung begrüssen würde. Zum einen ist es die Oberwalliser Bundesrätin Viola Amherd, die ich gerne begrüssen würde. Nicht nur ihres Amtes wegen, sondern auch, weil sie aus dem Oberwallis kommt wie ich. Zum anderen würde ich gerne Roger ­Federer willkommen heissen. Ich durfte mit ihm zwar schon Interviews führen, trotzdem wäre es natürlich ein Höhepunkt, den Tennis-Maestro im «Donnschtig-Jass» begrüssen zu dürfen.

Freuen Sie sich auf Ihr erstes Heimspiel, eine Sendung aus dem Wallis?
Mit diesen Gedanken habe ich mich vor der ­ersten Sendung auseinandergesetzt. Vielleicht war es sogar besser, dass dieses Jahr keine Oberwalliser Gemeinde mit dabei war. Sonst wäre der Fokus noch mehr auf meine Person gerichtet gewesen. Trotzdem würde ich mich natürlich für die Zukunft freuen, wenn eine Oberwalliser ­Ortschaft dabei wäre. Meine Heimatgemeinde Raron musste sich vor zwei Jahren in der Ausscheidung gegen Simplon Dorf leider geschlagen geben. Aber vielleicht klappts ein andermal. Ich freue mich auf alle Fälle auf meine erste Sendung aus dem Oberwallis. Darum hoffe ich, dass sich viele Oberwalliser Gemeinden für die Jass-­Sendung bewerben.

Sie sind bekannt für Ihre farbigen Outfits. Im «Donnschtig-Jass» kamen Sie eher dezent ­daher. Warum haben Sie auf einen optischen Farbtupfer verzichtet?
Meine farbigen Outfits gehören schon länger der Vergangenheit an. Trotzdem werde ich immer noch von vielen Leuten darauf angesprochen. Ich kleide mich zwar nach wie vor modisch, aber die grellen Farben lass ich weg. Das hat auch mit meinem Alter zu tun (lacht).

Man merkt Ihnen an, dass Sie sich in der Unterhaltungsbranche wohlfühlen. Wann moderieren Sie Ihre erste grosse Samstagabendkiste?
Es ist nicht mein Ziel, eine grosse Samstagabendkiste zu moderieren. Es ist auch nicht mehr wie vor 20 Jahren, als sich die ganze Nation vor dem Fernseher versammelt hat, um Thomas Gottschalk, Frank Elstner oder Beni Thurnheer zu sehen. Es ist für mich zwar eine grosse Ehre, dass ich den «Donnschtig-Jass» moderieren darf, aber ich freue mich auch sehr, dass ich bald wieder Champions-League-Sendungen und die Spiele der Nationalmannschaft begleiten kann. Ich bin zufrieden mit dem, was ich mache.

Ihr Bekanntheitsgrad ist seit der ­Sendung noch mehr gestiegen. Können Sie noch ­unerkannt zum Einkaufen fahren?
Schwierig (lacht). Durch den «Donnschtig-Jass» werde ich tatsächlich noch mehr angesprochen als vorher. Auch von Leuten, die mich bisher weniger gekannt haben. Aber das gehört dazu. In den allermeisten Fällen bekomme ich positive Rückmeldungen. Und hier in der Schweiz ist es glücklicherweise so, dass man sich auch als Fernsehmoderator frei bewegen kann. Ich werde zwar ­erkannt, aber die Leute wahren eine gewisse Distanz. Auch meine Familie kennt nichts anderes. Man muss zwar aufpassen, dass man nicht jeden Blödsinn mitmacht in der ­Öffentlichkeit, weil in Zeiten von Social Media sofort alles ­publik wird. Aber für einen kurzen Schwatz ist fast
immer Zeit.

Sind Sie auch mal genervt, wenn Sie ­angesprochen werden?
Nein, das gehört zu meinem Job. Wenn man in einem nationalen Sender vor der Kamera steht, weiss man ja, was auf einen zukommt. Insofern kann man sich anpassen und damit umgehen. Wenn ich mal nicht so in Laune bin, bleibe ich einfach Zuhause oder verreise irgendwohin.

Der «Donnschtig-Jass» ist vorbei. Gehts jetzt in die Ferien?
Nein, die müssen noch etwas warten. Am ­kommenden Montag muss mein Sohn wieder in die Schule und meine Tochter macht momentan ein Praktikum. Zudem stehen im Herbst die Champions-League und wichtige Spiele der Fussball-Nationalmannschaft an, dich ich moderiere. Im Sommer waren wir zwar für drei ­Wochen in Zermatt und ich bin immer von ­Zermatt aus zum jeweiligen Drehort gefahren. Aber die klassischen Familienferien werden wir ­später nachholen.

Walter Bellwald

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Infos

Vorname Rainer Maria
Name Salzgeber
Geburtsdatum 15. August 1969
Familie Verheiratet, zwei Kinder
Beruf SRF Moderator
Funktion Hier kommt der Text
Hobbies Sport, Musik, Familie
Ich bin ein guter Jasser. Ja
Ich moderiere lieber den «Donnschtig-Jass» als Spiele der Fussball-Nationalmannschaft. Joker
Mit Christian Constantin würde ich ­
gerne einmal einen Jass klopfen.
Ja
Der Joker darf nur einmal gezogen werden.  

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