Gesellschaft | Regelmässige Kritik an den Behörden

Bürchner Blogger sorgt weiterhin für Stunk

Ein kritischer Internetblogger hält Bürchen auf Trab. Foto Archiv WB
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Ein kritischer Internetblogger hält Bürchen auf Trab. Foto Archiv WB
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Quelle: RZ 2

Ein Chaletbesitzer kritisiert in seinem Internetblog regelmässig sämtliche Behörden der Moosalpregion. Ein zwischenzeitliches Gespräch konnte ihn auch nicht besänftigen. Im Gegenteil: Jetzt wirft er der Gemeinde Unregelmässigkeiten beim Gebäuderegister vor.

Die Moosalpregion durchlebt derzeit turbulente Zeiten. Die Liste der Hausaufgaben ist lang: Die finanzielle Lage der Moosalp Bergbahnen AG ist angespannt – ohne erfolgreichen Sanierungsplan droht die Nachlassstundung. Die geplante Neuorganisation der touristischen Strukturen mit Gründung der Moosalp Tourismus AG kommt nicht richtig in die Gänge. Diese sollte ursprünglich am 1. November eingeführt werden, bis RZ-Redaktionsschluss war es noch nicht so weit und die Erarbeitung des neuen Kurtaxenreglements beschäftigt die Behörden seit Jahren. Hinzu kommt ein Blogger, welcher den touristischen und politischen Verantwortlichen seit Längerem Kopfzerbrechen bereitet. Dabei handelt es sich um einen Zweitwohnungsbesitzer, welcher dort kritische Beiträge über die Region veröffentlicht.

Unterschiedliche Meinungen

Auf seiner Seite «moosalbi.ch» hinterfragt er insbesondere das örtliche Kurtaxenreglement. Wer konkret hinter der Adresse steckt, ist offiziell nicht bekannt, da man einen Namen auf seiner Seite vergeblich sucht. Um ihm das Leben zu erschweren, versuchen die Verantwortlichen seit Längerem den Namen «Moosalbi» (Bezeichnung des offiziellen Maskottchens der Moosalpregion) rechtlich zu schützen. Trotz offenem Entscheid benutzt der Blogger in der Zwischenzeit mit «Mooszwergli» eine neue Internetadresse. Und es hat auch ein persönliches Gespräch zwischen ihm und den Verantwortlichen stattgefunden, welches aber laut Gemeindepräsident Philipp Zenhäusern mässig erfolgreich war. Man habe sich zwar gegenseitig ausgetauscht, aber die Meinungsverschiedenheiten würden bleiben. «Wenn er während seiner Ferien seine Energie
für solche Dinge aufwenden will, so
soll er es halt tun», sagt Zenhäusern. Schliesslich sei das auch sein Recht. Und tatsächlich lässt sich der Blogger nicht besänftigen: Seit Neustem kritisiert er die Gemeinde, im Zusammenhang mit dem Kurtaxen­inkasso ihr Gebäuderegister unvollständig zu führen.

«Befinde mich in Träumerei»

«Meine Schätzung lautet, etwa 100 Objekte dürften noch nicht erfasst sein. Entsprechend höher wird wohl auch die Anzahl der Zweitwohnungen liegen, dies ergäbe wohl über 900 Zweitwohnungen», schreibt er. Seine Schätzungen unterlegt er mit einer durchgeführten Ortsschau, detaillierten Berechnungen und Datenvergleichen. «An sich müsste eine pauschalisierte Kurtaxe so lange zurückgestellt werden, bis die exakte Anzahl der Wohnungen bekannt ist, doch würde ich mich hier wohl in einer Träumerei befinden», heisst es weiter. Der Gemeinde Bürchen und den Verantwortlichen im Tourismus wünsche er, mit offenen Karten
zu «spielen» und Hand zu bieten, alle (Zweit-)Wohnungen korrekt zu erfassen. Gemeindepräsident Zenhäusern zeigt sich gelassen. «Man kann alles behaupten, wenn man will», sagt er. Mit Ausnahme von Ställen und Remisen seien sämtliche Gebäude erfasst und das Register korrekt geführt. «Ein solches ­Register zu führen nimmt aber viel Zeit in Anspruch», sagt er. Trotzdem würden die fehlenden Daten natürlich so rasch als möglich nach­geführt. nPeter Abgottspon

«Man kann
alles behaupten, wenn man will»

Philipp Zenhäusern
Gemeindepräsident Bürchen

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Kommentare

  • Beat Fehr, Bellwald - 71

    Ich kann den Mister Stinker verstehen ohne ihn persönlich zu kennen. Er ist frustriert, hat erkannt, dass der auswärtige Eigentümer einer Ferienwohnung im Bergkanton nur noch als Geldgeber geschätzt wird.
    Es gibt Walliser-Gemeindekönige die gingen für die Berechnung von Pauschalkurtaxen von durchschnittlichen 54 Logiernächten aus (ob das Objekt vermietbar war oder nicht) und laut Bundesgerichtsentscheid waren es lediglich 27 plus die Dunkelziffer zwischen 2 bis 3 Tagen.
    Liebe Walliser, das sind keine guten Voraussetzungen für ein vertrauensvolles Zusammenleben.
    Nicht alle Eigentümer von Ferienwohnungen und –chalets können ein solches Gebaren einfach wegstecken, ihren Aufenthalt im Bergdorf auf Befehl des Gemeindepräsidenten geniessen.

  • Armin Zuber, Küsnacht ZH - 217

    Die Art und Weise wie der Bürchner Gemeindepräsident antwortet sagt eigentlich schon sehr viel aus.

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