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Darum sind Partnerklubs im Eishockey so wichtig

EHC-Visp-Sportchef Bruno Aegerter (rechts im Bild Goalie Reto Lory): «Beide Partnerklubs müssen von der Zusammenarbeit profitieren.»
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EHC-Visp-Sportchef Bruno Aegerter (rechts im Bild Goalie Reto Lory): «Beide Partnerklubs müssen von der Zusammenarbeit profitieren.»
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Praktisch jedes professionelle Eishockeyunternehmen hat mindestens einen Partnerklub. Warum das so ist, erklären die beiden Sportchefs des EHC Visp und des SC Bern.

Alex Chatelain ist Sportchef des SC Bern. Bruno Aegerter ist Sportchef beim EHC Visp. Die Eishockeyteams aus Bern und Visp sind Partner. Beide Teams wollen von der Partnerschaft profitieren. Ein Vorhaben, das nicht immer gelingt. Denn: Beide Vereine verfolgen unterschiedliche Interessen.

Platz muss erarbeitet werden

Die besten Spieler bei den Junioren (Elite A Junioren) des SC Bern sind auf dem Radar von SCB-Sportchef Alex Chatelain. Sie kommen infrage, einmal für den grossen SC Bern in der National League zu spielen. Doch meist ist der Schritt von den Junioren direkt in die erste Mannschaft des Spitzenklubs SCB zu gross. Der Weg über die Swiss League macht in diesen Fällen Sinn. Chatelain sagt: «Wer zu den Leistungsträgern in der höchsten Junioren-Spielklasse gehört, hat seinen Platz im Team meist auf sicher und ist sich nicht gewohnt, dafür kämpfen zu müssen.» In diesem Fall werden Partnerklubs aus einer tieferen Liga für den SCB interessant. Wird der Spieler bei einem Klub in der Swiss League «parkiert», ist er einem Konkurrenzkampf ausgesetzt. «Manch ein Spieler muss dann erstmals in seiner Karriere hart für einen Platz im Team arbeiten», weiss der Sportchef des Hauptstadt-klubs. Während die Berner ihre Partnerklubs in tieferen Spielklassen haben, pflegt der EHC Visp mit Bern (National League) oder unter anderem Siders aus der MySports League eine Zusammenarbeit mit Klubs, die in höher sowie tiefer klassierten Ligen spielen. Welche Zusammenarbeit macht mehr Sinn?

Soll der HC Siders aufsteigen?

Für EHC-Visp-Sportchef Bruno ­Aegerter sind beide Partnerklubs wichtig: «Einen unserer jüngeren Spieler in der MySports League spielen zu lassen, macht oft Sinn, genauso wie wir in der Vergangenheit von Spielern profitiert haben, die in Bern noch nicht den Durchbruch geschafft haben.» Visp und Siders – zwei langjährige Rivalen im Walliser Eishockey – haben ihre Zusammenarbeit intensiviert. Sollte Siders in dieser Saison den Aufstieg in die Swiss League schaffen, bleibt die Zusammenarbeit auf Juniorenbasis mit dem HC Siders bestehen. Die Zusammenarbeit mit der ersten Mannschaft jedoch nicht. Partnerklubs dürfen nicht in derselben Liga spielen. Hoffen Aegerter und der EHC Visp deshalb, dass Siders den Aufstieg verpasst? «Nein», sagt ­Aegerter und weist auf andere Vereine hin, mit denen der EHC Visp in der MySports League eine Partnerschaft eingehen könnte. «Die Partnerschaft mit Siders macht aus geografischen Gründen für uns zurzeit natürlich Sinn», so der Sportchef. Ob der SC Bern in Visp einen Spieler platziert oder Visp in Siders – der Stammklub hat immer das Recht, seinen Spieler zurückzuholen. Dies hat in der vergangenen Saison zu Diskussionen geführt.

Neue Situation in den Playoffs

Auf die Playoffs hin – just die wichtigste Zeit während einer Eishockeysaison – holt der SC Bern in der vergangenen Saison den Grossteil seine Spieler von Visp nach Bern zurück. Obwohl der SC Bern dadurch keine vertraglichen Inhalte verletzt hat, sorgt die Aktion beim EHC Visp für lange Gesichter. Denn: Die zurückgeholten Spieler werden in der Hauptstadt in den Playoffs gar nie eingesetzt. In der Litternahalle hätte man sie nur allzu gern ihre Schlittschuhe schnüren lassen für heiss umkämpfte Playoff-Duelle. Aegerter sagt dazu diplomatisch: «Das war hart für uns» und betont zugleich, dass die Zusammenarbeit mit dem SC Bern in dieser Saison bisher sehr gut klappe. Dabei hofft er, dass dies auch während der Playoffs so bleibt. «Wenn wir Fogstad und Schüpbach für die Playoffs bei uns behalten können, ist das toll und wenn Jeremi Gerber bis zu den Playoffs wieder fit ist und diese bei uns bestreiten kann, freuen wir uns darüber natürlich sehr.» Im Falle von Jeremi Gerber herrscht nur bezüglich nächster Saison Klarheit. Dann erhält er beim SC Bern eine Chance.

Die Interessenskonflikte

Wird ein Spieler an einen anderen Klub abgegeben, hofft sein Stammklub, dass er genügend Eiszeit und dadurch viel Spielpraxis erhält. «Wenn einer im vierten Block kaum spielt, freut uns das nicht», bringt es Aegerter auf den Punkt. Chatelain erinnert sich an Situationen, in denen man Spieler ausgeliehen hat und diese dann gar nicht zum Einsatz gekommen sind. «Für uns ist klar, dass der Trainer des Teams die Entscheidungen trifft, ärgerlich ist, wenn einer unserer Spieler beim Partnerklub gar nicht spielt, und er gleichzeitig ein wichtiges Spiel mit unserem Juniorenteam hätte bestreiten können.» Da Bern auch Partner von Olten und Langenthal ist, bleibt offen, wo sich die erwähnte Situation abgespielt hat. Der National-League-Spitzenclub hält bei seinen Partnern auch Ausschau bei den Junioren. Dies macht in doppelter Hinsicht Sinn. «Kein Juniorenteam unserer Partnerklubs ist in der höchsten Schweizer Juniorenliga vertreten, demnach bieten wir Talenten an, sich im Dress des SC Bern mit den besten Schweizer Junioren zu messen», so Chatelain. Und: Auch für Jules Sturny (22) vom EHC Visp hat sich Bern interessiert. Der Walliser wechselt in der nächsten Saison in die höchste Schweizer Liga. Jedoch nicht zum SC Bern. «Das wäre ein zu grosser Schritt gewesen», so Chatelain. Vieles deutet auf einen Wechsel nach Langnau hin.

Simon Kalbermatten

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