Musikszene | Jugendmusiken räumen in Burgdorf ab

Die goldene Generation der Oberwalliser Blasmusik

Riesenjubel: Die Jugendmusik Glis holte in Burgdorf gleich in beiden 
Kategorien den Schweizer Meistertitel.
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Riesenjubel: Die Jugendmusik Glis holte in Burgdorf gleich in beiden 
Kategorien den Schweizer Meistertitel.
Foto: zvg

Starke Leistung: Die Gliser holten im Saal die meisten Punkte.
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Starke Leistung: Die Gliser holten im Saal die meisten Punkte.
Foto: zvg

Volle Konzentration: Die Jugendmusik Belalp Naters erreichte im Marsch 
den sehr guten 4. Rang.
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Volle Konzentration: Die Jugendmusik Belalp Naters erreichte im Marsch 
den sehr guten 4. Rang.
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Ebenfalls zufrieden: Die Jugendmusik Brig freute sich in Burgdorf über einen 2. Rang im Marschieren.
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Ebenfalls zufrieden: Die Jugendmusik Brig freute sich in Burgdorf über einen 2. Rang im Marschieren.
Foto: zvg

Quelle: RZ 0

Mit Glis, Naters und Brig waren gleich drei Oberwalliser Jugendmusiken am Schweizer Jugendmusikfest in Burgdorf äusserst erfolgreich. Der Erfolg sei das Resultat harter Arbeit und eine ungewöhnliche Häufung von Talent, sind die Dirigenten der Formationen überzeugt.

Freudentränen, stürmische Umarmungen und überschwänglicher Jubel. So sah es aus, als die Jugendmusik Glis am Schweizer Jugendmusikfest von ihrem Erfolg erfuhr. Gleich zweimal hatten die Gliser den Schweizer Meistertitel errungen. Sowohl beim Saalkonzert als auch in der Marschmusik grüssten die Gliser am Ende von Platz eins der Rangliste. Ein Erfolg, der so nicht zu erwarten gewesen sei, sagt der Dirigent der Jugendmusik Glis, Georges Martig. «Wir wussten zwar um unsere Qualitäten, die Konkurrenz, darunter einige namhafte Formationen, war jedoch ebenfalls sehr stark», blickt er zurück. «Daher wäre es vermessen gewesen, im Vorfeld mit einem solchen Erfolg zu rechnen.»

Mehrere Erfolgsfaktoren

Dass sich die Jugendmusik Glis dann aber gleich in beiden Wettbewerben zum Schweizer Meister küren lassen konnte, führt Dirigent Georges Martig auf mehrere Punkte zurück. «Die Ausbildung unserer jungen Musikantinnen und Musikanten ist auf einem sehr hohen Niveau», sagt der Dirigent. «Darunter sind gleich drei, welche an renommierten Musikhochschulen studieren.» Das allein hätte jedoch nicht gereicht, betont der Dirigent der Jugendmusik Glis. «Wir haben uns über Jahre auf diese Auftritte vorbereitet, haben auch immer wieder an anderen Festen, wie dem Kantonalen Musikfest in Naters, den ‹Ernstfall› geprobt und in den Wochen vor dem Jugendmusikfest sehr intensiv geprobt.» Dabei sei zu betonen, mit welcher Leidenschaft die jungen Musiker die Vorbereitung angegangen seien, so Martig. «Viele der Musikerinnen und Musiker spielen neben der Jugendmusik auch in der ‹Glishorn›», erklärt er. «Das heisst, dass sie in den Wochen vor ‹Burgdorf› praktisch jeden Tag Proben hatten. Eine beeindruckende Leistung.»

Goldene Generation

Die Vorbereitung auf das Jugendmusikfest stimmte bei den Glisern also. «Wir reisten auch mit dem nötigen Selbstvertrauen nach Burgdorf, da unsere Resultate im Vorfeld sehr gut waren», so Georges Martig. «Dennoch brauchte es dann auch noch die nötige Tagesform, und die hatten wir in diesem Jahr.» Beim Saalkonzert in der Kategorie Harmonie Oberstufe erreichten die Gliser beim Selbstwahlstück die höchste Punktzahl und zeigten auch beim Pflichtstück eine sehr starke Leistung. Das Resultat: der Titel im Saal. «Betrachtet man die Stärke und auch Grösse der Konkurrenz, so kann man diese Leistung kaum genug würdigen», sagt Dirigent Martig zum Erfolg seiner Schützlinge. «Einen Schweizer Meistertitel für eine Oberwalliser Jugendmusik beim Saalkonzert gab es noch nie.» Man habe es mit einer «goldenen Generation» zu tun, so Georges Martig. Untermauert wird diese Aussage durch den Sieg der Gliser beim Marschwettbewerb in der Kategorie Mittel, wo man ebenfalls bekannte Formationen auf die Plätze verwies. «Natürlich ist der Sieg im Saal prestigeträchtiger, aber unsere Leistung beim Marsch war ebenfalls ein Exploit», sagt Martig. «Immerhin konnten wir die überregional bekannte Brass Band Berner Oberland Junior schlagen, was für eine Harmonie-Musik nicht einfach ist.» Entsprechend gross war dann auch der Jubel bei den Mitgliedern der Jugendmusik Glis, als ihr Triumph verkündet wurde. «Wir hatten Tränen in den Augen, haben uns umarmt und einfach den Moment genossen», sagt Martig. «Es war der Wahnsinn.»

Einmaliger Erfolg?

Ob sich solche Resultate beim nächsten Jugendmusikfest in vier Jahren in St. Gallen wiederholen lassen, sei fraglich, muss der Dirigent der Jugendmusik Glis eingestehen. «Sehr viele Faktoren müssten zusammenkommen, was die Besetzung und das Talent betrifft. Zwar werden viele, die heuer die Titel gewonnen haben, wieder mit dabei sein können, doch müssten natürlich auch talentierte und motivierte junge Leute nachrücken», sagt Martig, der auch die «Glishorn» dirigiert. «Sicher aber können wir sagen, dass die musikalische Zukunft der ‹Glishorn› gesichert ist, was ebenfalls von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist.» Vor diesem Hintergrund gelte es bei der Jugendmusik Glis, sich selbst nicht zu viel Druck zu machen, betont der Dirigent.

Erfolgreiche Nachbarn

Neben den Glisern konnten auch die Jugendmusiken von Naters und Brig am Jugendmusikfest Erfolge feiern und somit untermauern, dass in der ganzen Region derzeit einiges an musikalischem Talent vorhanden ist. In der Saalwertung erreichten die Natischer, ebenfalls in der Kategorie Harmonie Oberstufe, Platz 3. Beim Marschwettbewerb reihte man sich auf dem 4. Platz in der Kategorie Mittel ein. «Meines Wissens ist dies das beste Resultat, das die Jugendmusik Belalp Naters im Saalwettbewerb in der Kategorie Oberstufe an einem Schweizer Jugendmusikfest erzielt hat», freut sich Dirigent David Lochmatter. Auch Lochmatter sieht den Grund für den Erfolg in mehreren Faktoren. «Wir haben die Ausbildung unserer Mitglieder in Zusammenarbeit mit der Allgemeinen Musikschule Oberwallis in den letzten Jahren intensiviert», sagt er. «Dann haben auch wir uns sehr intensiv auf die Wettbewerbe vorbereitet und auch wir können uns darüber freuen, dass wir derzeit eine regelrechte Häufung von aussergewöhnlichem Talent in unserer Jugendmusik haben.» Zudem, so Lochmatter, habe man seit jeher einen tollen Zusammenhalt und Probenbesuch innerhalb der Formation. «Sicher ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn man am Tag X seine beste Leistung abrufen will, wie es in Burgdorf der Fall war.» Auch bei den Natischern flossen nach den Auftritten die Tränen, so gerührt sei man ob der Leistung der jungen Leute gewesen, sagt ein begeisterter Dirigent David Lochmatter.

Wermutstropfen in Brig

Mit einem 2. Platz beim Marschwettbewerb in der Kategorie Gross zeigte auch die Briger Formation in Burgdorf eine starke Leistung. Einzig der Jugendmusik Kreuzlingen, welche schon in Fernsehshows Erfolge feierte, musste man sich geschlagen geben. «Der gewählte Marsch passte perfekt zu uns», sagt Dirigent Markus Supersaxo, «und unsere Tagesform stimmte einfach, was von der Jury entsprechend honoriert wurde.» Im Saal musste die Jugendmusik Brig hingegen einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Erreichte man beim letzten Jugendmusikfest noch Platz 2, musste man sich dieses Jahr mit dem 10. Rang begnügen. «Natürlich hätten wir uns mehr erhofft», gibt Dirigent Supersaxo zu. «Wir hatten kleine Patzer beim Zusammenspiel, was sich beim heutigen Niveau sehr schnell auf die Punkte auswirkt.» Alles in allem sei man aber auch in Brig sehr zufrieden mit dem Abschneiden am Schweizer Jugendmusikfest 2019.

Martin Meul

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