Frontal | Grafschaft

Kampf gegen die ­Abwanderung

«Nomen est omen»: In der Grafschaft sollen mehr junge Familien angesiedelt werden.
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«Nomen est omen»: In der Grafschaft sollen mehr junge Familien angesiedelt werden.
Foto: zvg

Quelle: RZ 0

Grafschaft | Weil die Einwohnerzahl länger je mehr sinkt, will die 196-Seelen-Gemeinde Gegensteuer geben. Trotz leer stehender Wohnungen sollen neue gebaut werden.

«Wenn uns die Leute davonlaufen, funktioniert unser Tal auf die Dauer gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich nicht mehr», sagt Beat Mutter, Gemeindepräsident der Grafschaft. Mit weniger Bewohnern könne auch die Landschaft nicht mehr entsprechend gepflegt werden. Deshalb setzt die Gemeinde nun den Hebel an. In einer attraktiven Wohnlage in der Ortschaft Biel sollen bis 2016 neue Wohnungen entstehen. Geplant sind zwei Häuser mit je drei 4 ½-Zimmer-Wohnungen. Die Urversammlung sagte dazu bereits Ja. Ein Teil des Grundstücks war bereits im Besitz der Gemeinde, der andere Teil wurde gekauft. Die Baubewilligung wird demnächst hinterlegt. Mit dem Bau soll im Mai 2015 begonnen werden, Bezugstermin wäre demnach im April 2016. Angesprochen auf die zahlreichen leer stehenden Wohnungen antwortet Mutter: «Es gibt junge Leute, welche gerne bei uns wohnen würden. Aber sie wollen einfach qualitativ bessere und grössere Wohnungen.» Vorerst werde eines der beiden Häuser gebaut.

Steigerung der Einwohnerzahl

Für diese drei Wohnungen interessieren sich bereits mehrere Familien. Eine wohnt schon in der Gemeinde und zwei andere würden neu dazuziehen. Anschliessend will man abwarten, wie sich das weitere Interesse entwickelt. «Die Wohnungen werden entweder günstig vermietet oder aber zum Selbstkostenpreis verkauft», sagt Mutter. Bei der Miete wird diese pro Kind um je 100 Franken günstiger. Insgesamt werden laut Mutter mit Kosten von rund drei Millionen Franken gerechnet. Darin ist jedoch noch die Umgestaltung des alten Bieler Gemeindehauses enthalten. Dort soll unter anderem ein neues Feuerwehrlokal und ein Mehrzwecksaal entstehen. «Falls wir das zweite Wohnhaus auch bauen, so könnten sich die Investitionen unserer Gemeinde auf rund 4,5 Millionen Franken erhöhen. Das soll auch im Sinne antizyklischen Verhaltens ein Beitrag an die Bauwirtschaft sein», so Mutter. Finanziert werde dies unter anderem mithilfe der Banken und der kantonalen Wohnbauförderung.

Peter Abgottspon

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