Kolumne | Diese Woche zum Thema

Notfallnummer 144 tot, Strassen und Bahnen zu und Euro im Keller. Typisch.

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben in der Rhonezeitung.
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Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben in der Rhonezeitung.
Foto: Mengis Media

Quelle: RZ 0

Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und Schriftsteller Oskar Freysinger im Wortgefecht.

Peter Bodenmann, ehemaliger SP-Schweiz-Präsident und Hotelier

Schlaf, Oberwalliser Schaf

Früher hatten wir den VOV, der sich als Verein um den Verkehr kümmerte. Jetzt haben wir den OVT, den Verein «Oberwallis Verkehr und Tourismus». Ohne einen einzigen Hotelier im Vorstand.

Der OTV-Präsident Thomas Egger wurde als Nationalrat abgewählt. Seither schmollt er. Der OTV-Geschäftsführer Jörg Salzmann wechselt den Job. Seither funkt er überhaupt nicht mehr aus Eyholz. Die Organisation ist gleich scheintot wie die Walliser Tourismuskammer unter Ständerat Beat Rieder. Überall wird kassiert, aber nicht geliefert. Obwohl neben anderen drei Probleme dem Tourismus unter den Fingernägeln brennen.

Mit Milliarden Steuergeldern haben Militär und Polizei schweizweit ein eigenes Polycom-Funknetz aufbauen lassen. Es soll auch funktionieren, wenn alle anderen Handy-Netze – aus welchen Gründen auch immer – zusammenbrechen. Hoffen wir es.

Die Swisscom hat ihr Netz nicht mehr im Griff. Zwei Mal innert eines Monats ist es ausgefallen. Das ist mehr als ärgerlich. Denn die Gäste in Ferienwohnungen und Hotels benutzen keine fest installierten Telefone mehr. Sie telefonieren und alarmieren über ihre iPhones die jeweils Verantwortlichen.

Die Gäste läuteten ins Leere. Der Aargauer SP-Regierungsrat Hofmann protestierte öffentlich. Denn jedes halbwegs auf Daten angewiesene Unternehmen, das einen Server hat, spiegelt dessen Daten auf einem zweiten, notstromversorgten Server. Und wenn der erste ausfällt, läuft das System auf dem zweiten Server redundant weiter.

Unser neuer Polizei- und Justizminister Favre ist gleich effizient wie sein Vorgänger. Sie hätten längst die Swisscom mit etwas Druck von aussen zur Installation eines re-
dundanten Netzes zwingen können. Oder aber die automatische Umschaltung auf das Polycom-Netz durchsetzen müssen.

Immer häufiger sind die Strassen und Bahnen im Oberwallis und die Zufahrten ins Oberwallis gesperrt. Saastal zu, Mattertal zu, Urserental zu, Autoverlad zu. Dies auch wegen der Klimaerwärmung. Felsstürze, Murgänge, Lawinen und Sturmschäden häufen sich.

Am meisten schaden uns die Klimaleugner. Wer die Ursache leugnet, kann und wird in Bern keine Mittel zur Schadensbegrenzung lockermachen. Am zweitmeisten schaden uns jene Politiker und Kommentatoren, die eine unnötige zweite Tunnelröhre am Lötschberg fordern anstatt eines Programms für ein halbwegs sicheres Oberwallis. Inklusive des bereits heute möglichen Halbstundentaktes zwischen Visp und Bern.

Zum Dessert lässt die Nationalbank den Euro wieder absacken. Das schadet der Walliser Exportindustrie und dem Tourismus. Niemand von unseren Gewählten macht Druck auf Thomas Jordan. Stattdessen jagen sie hauptberuflich wegen ein paar toter Schafe Wölfe. Ihre Schafe sind wir.


Oskar Freysinger, ehemaliger SVP-Staatsrat und Schriftsteller

Fake News à la Bodenmann

Thema 1: Die Notfallnummer 144 im Wallis war während der Swisscom-Panne der letzten Woche in keinem Moment tot, denn dieWalliser Polizei wendete ihren vorgesehenen Plan B an und schwenkte automatisch auf einen anderen Telefonanbieter um. Fake News à la Bodenmann.

Thema 2: Unser Strassen- und Bahnnetz ist für etwa sieben Millionen Einwohner vorgesehen. Nun sind wir, aufgrund des immensen Zuflusses durch die Personenfreizügigkeit, die in den letzten Jahren durchschnittlich 50 000 bis 60 000 Zuzügler jährlich ins Land schwemmte (versprochen wurden vom Bundesrat 8000 bis 10 000), 8,3 Millionen. Die Grünen wollen die Landschaft erhalten und eine Zubetonierung des Landes verhindern. Wie soll das aber gehen, wenn wir in den nächsten 20 Jahren einer 10-Millionen-Schweiz entgegensteuern? Sollen die Leute in Zelten hausen? Oder so verdichtet wohnen, dass jeder dem anderen in die Kloschüssel schaut?

Thema 3: Die Briten haben das sinkende EU-Schiff verlassen, weil sie wissen: mitgefangen, mitgehangen. Das EU-Gebälk ist morsch. Die EZB druckt Geldpapier wie verrückt und kauft pro Monat 20 Milliarden Schulden der maroden Mitgliedländer auf. Die Deutsche Bank ist eigentlich bankrott, die Italiener retten ihre Banken durch Staatssubventionen. Und Frankreich muss Kredite aufnehmen, um den Lohn seiner Staatsbeamten bezahlen zu können.

Nun wollen Vordenker wie Bodenmann und Konsorten den Schweizer Waggon im letzten Moment durch ein Rahmenabkommen an den auf den Abgrund zurasenden EU-Zug anbinden. Wie dumm oder verantwortungslos muss man dazu sein?

Nicht der starke Schweizer Franken ist das Problem, sondern der marode Euro.

Um den Franken zu schwächen, müsste die SNB zu den schon in ihren Koffern herumliegenden 500 Milliarden Euro massiv neue dazukaufen. Ein inakzeptables Klumpenrisiko. Für Leute wie Bodenmann, die vor lauter Selbsthass alles hassen, was die Menschen freimacht, eine gute Nachricht: Bei der nächstenglobalen Finanzkrise sitzen wir dann – höchst solidarisch – wie die anderen tief in der Patsche. Und es wird endlich auf dem tiefsten Niveau Gleichheit herrschen, wie einst in der UdSSR. Weg mit den Grenzen, mit dem physischen Geld, mit der Souveränität, der Selbstbestimmung, der Landesverteidigung und dem nationalen Recht, damit der Versklavung des gläsernen Weltnomaden keine Grenzen gesetzt sind. «Völker, hört die Signale … und lasst euch nicht länger von roten Petern und anderen Handlangern des globalen Kapitals in willige Kälber verwandeln, die ihre Schlächter selber wählen.»

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