Saas-Fee | Trotz abgelehnter Aktienkapitalerhöhung

Saaser wollen Hannigbahn weiterfahren lassen

Die Planungen für die neue Bahn auf die «Hannig» oberhalb Saas-Fee laufen weiter.
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Die Planungen für die neue Bahn auf die «Hannig» oberhalb Saas-Fee laufen weiter.
Foto: Photopress/Saas-Fee

Quelle: RZ 0

Trotz abgelehnter Aktien­kapitalerhöhung werden die Planungen für die neue «Hannigbahn» weiter vorangetrieben. Derweil wird versucht, die jetzige Bahn noch so lange wie möglich weiterfahren zu lassen.

Die Wogen gingen sowohl im Vorfeld als auch im Nachgang hoch: Die Rede ist von der jüngsten Generalversammlung der Saastal Bergbahnen AG. Im Fokus: eine geplante Aktienkapitaler­höhung und der amerikanisch-holländische Investor und Grossaktionär (32 Prozent) Edmond Offermann, der weitere 12 Millionen Franken in die Bahnen investieren wollte. Damit strebte er die Aktienmehrheit des Bahnunternehmens an, welche die Aktionäre bekanntlich ablehnte.Folglich bleiben die Eigentumsverhältnisse und Strukturen vorerst wie gehabt. Im Nachgang aber offenbarte Offermann gegenüber dem WB, dass «das Spiel erst dann aus ist, wenn es fertig ist.» Er bleibe dran und versuche, das Ding noch zu drehen. Er werde rasch einen Antrag zur Einberufung einer ausserordentlichen GV stellen.

Gesuch um «Superprovisorium»

Ob dies in der Zwischenzeit passiert ist, bleibt bis Redaktionsschluss ungeklärt. Der stellvertretende Geschäftsführer der Saastal Bergbahnen AG, Urs Zurbriggen, äusserte sich dazu nämlich nicht konkret und meinte lediglich, dass zurzeit verschiedene Gespräche auf allen Ebenen laufen würden. Auch Edmond Offermanns Freund und Geschäftspartner Daniel Werner liess sich dazu nicht in die Karten blicken. Derweil aber steht das Unternehmen vor einer weiteren Herausforderung: Ende August läuft die Betriebsbewilligung der Gondelbahn «Hannig» aus (die RZ berichtete). Aufgrund der veralteten Kuppelklemmen könne diese auch nicht mehr verlängert werden, sagte der Bergbahnen-CEO Rainer Flaig im besagten Artikel. Demnach war ursprünglich angedacht, die Anlage durch eine moderne 10er-Gondelbahn zu ersetzen. Kostenpunkt: 12 Millionen Franken, welche mitunter mittels besagter Aktienkapitalerhöhung hätten sichergestellt werden sollen. Um mit den weiteren Planungen für den Neubau keine Zeit zu verlieren, wurde das dafür notwendige Plan­genehmigungsverfahren bereits vor der GV eingereicht. Nun aber fehlt das Geld. Werden die weiteren Planungen also gestoppt? «Nein», sagt Urs Zurbriggen. «Das Plangenehmigungsverfahren läuft zurzeit wie geplant weiter.» Während dessen Bearbeitung durch die zuständigen Stellen gebe es aber verschiedene Phasen, in welchen der Gesuchsteller Dokumente einreichen müsse. «Dazu wird zu einem bestimmten Zeitpunkt auch einmal der Nachweis der Finanzierung gehören», sagt er. Der Verwaltungsrat werde über das weitere Vorgehen aber noch entscheiden.

Hoffnung stirbt zuletzt

Unabhängig davon wurde beim Bundesamt für Verkehr (BAV) zwischenzeitlich ein Gesuch einer «superprovisorischen» Verlängerung der Betriebsbewilligung eingereicht. Damit hofft man in Saas-Fee, die Bahn zumindest noch diesen Herbst oder im besten Fall sogar noch während der nächsten Wintersaison zu betreiben. Damit könnten die Verantwortlichen für das weitere Vorgehen Zeit gewinnen. «Unser Gesuch ist ein laufendes Verfahren mit derzeit offenem Ausgang», sagt Zurbriggen. Damit einhergehend steht auch nicht fest, wie sich die Angelegenheit auf den künftigen Betrieb des Restaurants auf der «Hannig» auswirken wird, welches im Besitz der Burgergemeinde ist. Er werde bald einmal das Gespräch mit der Burgergemeinde suchen, lässt Geschäftsführer Rinaldo Bitschin ausrichten. Zusammenfassend lässt sich zweifellos sagen, dass mit der Frage wie es mit der «Hannig» weitergehen wird, wohl die Frage mitentscheidend ist, wie die Saastal Bergbahnen an frisches Geld kommen und wie sich die künftigen Besitzverhältnisse präsentieren werden. Denn: Edmond Offermann bekennt sich laut eigener Aussage im WB wegen zu schwachen Frequenzen nicht zur «Hannigbahn». Mit seinem finanziellen Engagement wolle er sich auf das Wesentliche, sprich auf die Bahnen auf dem Gletscher, auf die Beschneiungsanlagen sowie auf die Sanierung von Restaurants konzentrieren. Aber: «Edmond Offermann verschliesst sich nicht und droht auch nicht», sagt Daniel Werner. Er suche jederzeit den sachlichen Dialog, um schliesslich einen Konsens zu finden. «Abschliessend geht es bei der ganzen Diskussion nicht um eine einzelne Bahn, sondern um das Ganze, sprich die Weiterentwicklung der gesamten Destina­tion», so Werner.

Peter Abgottspon

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