Brig-Glis | Schülerbanden beschäftigen Schule und Behörden

Schülerbanden machen Briger Strassen unsicher

In Brig-Glis treiben Schülerbanden ihr Unwesen und belästigen immer 
wieder andere Kinder.
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In Brig-Glis treiben Schülerbanden ihr Unwesen und belästigen immer 
wieder andere Kinder.
Foto: Martin Büdenbender/pixelio.de

Quelle: RZ 0

Auf dem Schulweg geht es in den Briger Strassen hoch zu und her: Bedrohungen, Belästigungen, verbale Attacken und gar Handgreiflichkeiten. Die Behörden greifen durch.

Eltern von Briger Schulkindern (7, 8, 9H) flatterte kurz vor Weihnachten ein brisantes Schreiben ins Haus: «Dieses bandenmässige Verhalten kann nicht toleriert werden», heisst es im Brief von Schuldirektor Robert Lochmatter. Und schiebt nach: «Gemäss Informationen von Passanten, Ladenbesitzern und Bus-Chauffeuren schliessen sich Knaben in der Freizeit zu Gruppen zusammen und bedrohen und belästigen auf dem Schulweg unbeteiligte Kinder.»

Sanktionen drohen

Nicht selten komme es dabei neben verbalen Attacken zu Handgreiflichkeiten. Zudem seien sie gegenüber Erwachsenen frech. Auch könne es nicht sein, dass sich Kinder unter 14 Jahren spätabends – auch an Wochenenden – ohne Begleitung von Erwachsenen auf der Strasse und auf dem Bahnhofsareal herumtreiben würden. Mit dem Brief will Lochmatter die Eltern entsprechend sensibilisieren. «Der Schulweg liegt in der rechtlichen Verantwortung der Eltern. Da solches Verhalten aber nicht toleriert werden kann, bin ich überzeugt, dass es auch im Interesse der Eltern ist, gemeinsam nach Lösungen zu suchen», sagt er auf Anfrage. Mit dem Schreiben will Lochmatter demnach die Eltern miteinbeziehen, sie an ihre Aufsichtspflicht erinnern und sie als Unterstützung auf die Schulsozialarbeit aufmerksam machen. Auch die Lehrer würden mit den Schülern über die Situation sprechen. «Falls sich solche Vorkommnisse auf das Schulareal oder in die Schule verlagern sollten, werden wir die vom Kanton vorgegebenen disziplinarischen Massnahmen anwenden», so Lochmatter.

Hoffnung auf Besserung

So sieht das kantonale Reglement Sanktionen wie disziplinarische Gespräche/Verwarnung, einen zeitweiligen Ausschluss von höchstens einer Woche aus der Klasse oder bei wiederholten Zuwiderhandlungen gar den Wechsel in eine andere Klasse/Schule vor. Auf Besserung hofft auch der zuständige Stadtrat und Schulpräsident Patrick Amoos, welcher die Initiative der Schule unterstützt, obwohl es sich um den Schulweg handelt. «Wir intervenieren, weil wir trotzdem Verantwortung übernehmen wollen», sagt er. Gleichzeitig hofft er aber auch, dass der Brief seine Wirkung erzielt und die betroffenen Eltern und Kinder damit entsprechend sensibilisiert werden. «Das Ziel muss ja sein, dass das Problem erkannt ist und sich die Situation daraufhin beruhigen wird», sagt er.

Bekannte Brennpunkte

Die Briger Stadtpolizei hat gemäss Kommandant Pascal Kronig keine direkte Kenntnis vom Schreiben, kennt aber die «Brennpunkte», wo sich jugendliche Gruppen gerne treffen und zusammenkommen. Namentlich handelt es sich mitunter um das Areal rund um den Bahnhof. «Auf die uns bekannten neuralgischen Punkte legen wir regelmässig den Fokus und entsprechend häufig sind dort Patrouillen von uns anzutreffen», so Kronig. Nichtsdestotrotz appelliert auch er an die elterliche Aufsichtspflicht. «Solche Angelegenheiten können nur gemeinsam gelöst werden.»

Peter Abgottspon

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