Oberwallis | Geplant ist die Eröffnung 2021

Sterbehospiz im Oberwallis: Noch fehlt der passende Standort

Caroline Walker Miano hofft, bald einen geeigneten Standort zu finden.
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Caroline Walker Miano hofft, bald einen geeigneten Standort zu finden.
Foto: RZ

Quelle: RZ 0

In den nächsten Jahren soll im Oberwallis ein Sterbehospiz entstehen. Bis jetzt wurde allerdings noch kein geeignetes Standortobjekt gefunden. Die Suche geht weiter.

Eine von der Hochschule Luzern 2016 durchgeführte Studie hat gezeigt, dass der Bedarf nach einem Sterbehospiz auch im Oberwallis gegeben ist. «Ein stationäres Hospiz nimmt Patienten in ihrer letzten ­Lebensphase auf, wenn die Behandlung im Krankenhaus nicht mehr notwendig und die Betreuung zu Hause oder in einem Pflegeheim nicht möglich ist», erklärt ­Caroline Walker Miano, Geschäftsführerin der Stiftung Hospiz Oberwallis Hope. Mit dieser stationären Institution für spezialisierte Palliative Care im Langzeitbereich soll eine Versorgungslücke geschlossen werden. «Daheim» das Leben zu Ende leben, ist sozusagen die ­Losung. «Mit aktiver Sterbehilfe ­haben wir absolut nichts zu tun», will Walker Miano nochmals betonen.

Acht Hospize in der Schweiz

Moderne Hospize wollen das Sterben wieder in das Leben integrieren. Dabei steht die Orientierung an den Bedürfnissen der erkrankten Person und deren Angehörigen im Zentrum. Die Hospiz-Idee entstand ursprünglich in England, wo bereits 1967 das erste Hospiz eröffnet wurde. In der Schweiz ist das Zürcher «Lighthouse» bekannt, das in den 1980er-Jahren ursprünglich für die Betreuung von Aids-Kranken gegründet wurde, heute aber vor allem Krebskranke beherbergt. In der Schweiz existieren ­aktuell acht Sterbehospize. Fünf weitere sind in Planung, darunter eines in Sitten und eines im Oberwallis.

Auf Spenden angewiesen

Im Oberwallis setzt sich der Verein Hospiz Oberwallis Hope für die ­Errichtung eines Sterbehospizes ein und hat bereits ein Betriebskonzept entwickelt. Für die Planung und ­Realisierung sind rund 1,4 Millionen Franken budgetiert. Die jährlichen Betriebskosten für das mit vorerst zwei Betten ausgestattete Oberwalliser Hospiz würden sich auf etwas über 600 000 Franken beziffern. Walker Miano ist überzeugt, dass man die notwendigen Mittel generieren kann. Neben der Unter­stützung des Kantons Wallis haben auch schon mehrere Oberwalliser Gemeinden Unterstützungsbeiträge für die Realisierung zugesagt. Ebenso der Verein «Bärgüf». Dazu wurde ein Gönnerklub gegründet und eine Crowdfunding-Aktion soll lanciert werden. Mehrere Unternehmen in der Region wollen ebenfalls helfen. Eines sei nämlich klar, sagt Walker Miano: «Um ein Hospiz erfolgreich betreiben zu können, wird man immer auf Spenden angewiesen sein.» Ein wichtiger Bestandteil im Konzept ist auch die Freiwilligenarbeit, welche die Fachkräfte unterstützen. Bis auf eine Ausnahme arbeiten nämlich in sämtlichen Schweizer Hospizen auch Freiwillige.

Standort als Knacknuss

Ein gewichtiges Problem konnte bis jetzt nicht gelöst werden: «Wir sind immer noch auf der Suche nach einem geeigneten Objekt für das ­Hospiz», sagt Walker Miano. Eine mögliche Variante hat sich kürzlich zerschlagen. Das künftige Hospiz muss in der Region Brig-Glis-Naters errichtet werden und darf nicht ­weiter als zehn Kilometer vom Spital Brig entfernt sein. Trotz der erwähnten Schwierigkeiten bleibt Walker Miano zuversichtlich: «Ich hoffe, dass wir im Herbst 2021 das Sterbehospiz im Oberwallis eröffnen können.

Frank O. Salzgeber

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