Brig/Region | Aktion «Oktopus für Frühchen»

Stricken und häkeln für Frühchen

Ziel des Vereins Oktopus für Frühchen ist, dass jedes Frühchen in der Schweiz einen solchen Tintenfisch erhält.
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Ziel des Vereins Oktopus für Frühchen ist, dass jedes Frühchen in der Schweiz einen solchen Tintenfisch erhält.
Foto: RZ

Zweimal in der Woche treffen sich die «Wolllustigen» in Brig.
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Zweimal in der Woche treffen sich die «Wolllustigen» in Brig.
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Quelle: RZ 0

Auch im Oberwallis werden regelmässig «Oktopoden für Frühchen» gehäkelt und gestrickt. Die Tintenfische sollen Früh geborenen den Start ins Leben erleichtern.

Geboren wurde die Idee, jedem zu früh geborenen Kind einen Oktopus in den Brutkasten mitzugeben, im Jahr 2013 in Dänemark. Eine Mutter hatte dort ihrem Baby einen solchen Tintenfisch gehäkelt und in den Brutkasten gelegt. Es schien, dass das Kind dadurch ruhiger wurde und nicht mehr so oft an den verschiedenen Schläuchen und der Magensonde zog. Auch anderen frühgeborenen Babys wurde da­raufhin ein kleiner Tintenfisch mit in die Isolette gelegt. Die positiven Auswirkungen zeigten sich erneut – die Atmung und der Herzschlag der Kleinen wurden regelmässiger und auch der Sauerstoffgehalt in ihrem Blut stieg an. Vermutlich ähnelten die Tentakel der gehäkelten Tintenfische der Nabelschnur, die den Kindern aus dem doch viel zu früh «verlorenen» Mutterleib so vertraut war, schreibt der Verein «Oktopus für Frühchen Schweiz» auf seiner Homepage. Von Dänemark aus verbreitete sich die Idee in mehrere Länder, auch bis ins Oberwallis.

Hergestellt in Brig

Hier werden die Oktopoden für Frühchen unter anderem von den Mitgliedern des Strick- und Häkeltreffs «Die Wolllustigen», die sich zweimal pro Woche im Woll- und Nähshop «All in One» in Brig treffen, hergestellt. «Ich wurde von Müttern immer wieder auf die Oktopoden angesprochen und gefragt, wo so einer zu bekommen wäre oder wie man einen selber machen könnte», sagt Cornelia Nater vom «All in One». «Also besorgte ich mir eine Anleitung und fing mit den ‹Wolllustigen› an, die Oktopoden zu häkeln oder zu stricken und sie dem Verein zu Verfügung zu stellen.»

Strenge Vorschriften

Grundsätzlich kann jeder Oktopoden für Frühchen herstellen, allerdings müssen diese strengen Sicherheitsvorkehrungen genügen, damit sich die Frühchen nicht an ihnen verletzen. «Daher muss man zuerst ein Musterexemplar herstellen, welches vom Verein überprüft wird», sagt Nater. «Gibt es dann das Okay, so kann man die Oktopoden häkeln oder stricken und bei uns abgeben. Wir leiten sie dann an den Verein weiter, der sie an die Spitäler mit einer Neonatologieabteilung weitergibt.» Es wäre daher schön, wenn noch mehr Oberwalliserinnen oder auch Oberwalliser sich an der Produktion der Tintenfische beteiligen würden, so Nater. Oktopoden, die den Vorschriften nicht ganz entsprechen, sind dabei nicht verloren. «Diese geben wir ans ­Spital Visp weiter, welches sie dann etwas älteren und grösseren Babys schenkt.»

Grosse Bedeutung

Welche Bedeutung die Oktopoden für Kinder und deren Eltern haben, zeigt sich indes an einer Episode, die Cornelia Nater selbst erlebt hat. «Eine Mutter kam verzweifelt in unseren Laden und erklärte, sie brauche unbedingt ‹so ein Ding›, da der Oktopus, den ihr Kind vor drei Jahren bekommen hatte, auseinanderzufallen begann», erinnert sie sich und lächelt. «Nachdem wir herausgefunden hatten, was die Mutter mit dem ‹Ding› meinte, konnten wir ihr eine Anleitung mitgeben und so Kind und Mutter wieder glücklich machen.» Die Oktopoden können derweil nicht über den ­Verein «Oktopus für Frühchen Schweiz» bezogen werden. Der Verein empfiehlt Eltern, sich direkt mit dem Pflegepersonal des Spitals in Verbindung zu setzen und nach den Oktopoden zu fragen.

Martin Meul

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