Varen/Leuk | Die Regisseurin des Laientheaters im Porträt

«Theater weckt Emotionen»

Seitenwechsel: Vor zehn Jahren als Laiendarstellerin erstmals auf der Theaterbühne, übernahm Fabienne Seewer dieses Jahr in Varen die alleinige Regie.
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Seitenwechsel: Vor zehn Jahren als Laiendarstellerin erstmals auf der Theaterbühne, übernahm Fabienne Seewer dieses Jahr in Varen die alleinige Regie.
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Für den Theaterverein Varen scheint Fabienne Seewer ein Glücksgriff zu sein. Vor knapp zehn Jahren stiess sie per Zufall zum Laientheater und übernahm sogleich die Hauptrolle. Dieses Jahr war die gebürtige Varnerin nun erstmals als alleinige Regisseurin am Wirken.

Zusammen mit ihren Geschwistern Daniel und Sylvia Varonier im beschaulichen Weindorf Varen aufgewachsen, zog es Fabienne Seewer schon in jungen Jahren ins Nachbardorf. «Seit meinem 20. Lebensjahr lebe und wohne ich in Leuk», sagt Fabienne Seewer (43), zweifache Mutter und seit neustem Regisseurin des Theatervereins Varen. Auch wenn sich ihr Lebensmittelpunkt familiär wie auch beruflich bedingt früh verschob, liess sie den Kontakt zu ihrem Heimatdorf nie abreissen. Die leidenschaftliche Schwimmerin und Joggerin kam dadurch auch unverhofft in die Theaterszene rein. «Ich war mit meiner Schwester auf ein Glas Wein in Varen unterwegs und so kam ich ins Gespräch mit Arthur Varonier, welcher schon lange Jahre als Laiendarsteller beim Theater dabei war», erinnert sie sich an die Zufallsbegegnung im Herbst 2009. Dieser habe sie darauf angesprochen, dass für das Theaterstück «Luise, du nervst!» im darauffolgenden Frühjahr noch eine Rolle zu besetzen sei. «Die Anfrage erstaunte und reizte mich gleichermassen, sodass ich spontan zusagte», so Seewer.

Faszination Laientheater

Der Theaterverein Varen, welcher 1997 seine Renaissance erlebte, inszeniert seit 20 Jahren im Abstand von zwei Jahren immer wieder ein neues Lustspiel. So auch 2010, bei dem Fabienne Seewer ihre Theaterpremiere feierte. «In der Hauptrolle als ‹Luise› ist dieses Stück für mich bisher mein persönliches Highlight», blickt sie auf ihr Schauspieldebüt zurück. Obwohl sie am Anfang noch eine Hemmschwelle zu überwinden hatte. «Zwar kannte ich die Leute bereits, aber ich wusste zuerst gar nicht, was da auf mich zukommen wird», sagt Seewer. So habe sie sich einerseits an die Gruppe und andererseits an die Rolle herantasten müssen. «Im Gegensatz zu meinem Naturell ist ‹Luise› eine laute und schrille Persönlichkeit, die kein Blatt vor den Mund nimmt», sagt die 43-Jährige lachend. Dieser Gegensatz ist es auch, den sie beim Rollenspiel auf der Bühne als besonderen Reiz sieht. «In jedem von uns schlummern viele Emotionen. Übers Theaterspielen kann man daher andere Emotionen aus sich herauskitzeln als sonst im Alltag», ist die zweifache Mutter fasziniert von den Möglichkeiten des Laientheaters.

Hinter die Bühne

Zehn Jahre nach ihrem Debüt als Laiendarstellerin erfolgte dieses Jahr ihre Premiere als Regisseurin. Der Startschuss dazu fiel indes bereits 2015, indem der damalige Regisseur Erhard Varonier für das Stück «Hormonschübe» eine Regieassistenz suchte. «Ich wollte die Theaterkulisse von einer anderen Seite kennenlernen, sodass ich ihm spontan zusagte und anschliessend einen sechstägigen Regiekurs absolvierte», so Seewer zu ihren Anfängen im Regiebereich. Vor einigen Tagen nun konnte sie zusammen mit einem zehnköpfigen Ensemble das neuste Lustspiel vorstellen und die Lachmuskeln der Zuschauer mit der Aufführung «Ente gut – Alles gut» strapazieren. Wegen des sich ausbreitenden Coronavirus konnten letztendlich nicht alle geplanten Vorstellungen durchgeführt werden. Trotzdem blickt Fabienne Seewer auf eine bereichernde und spannende Regiepremiere zurück: «Sowohl die Schauspieler als auch die Mitwirkenden im Hintergrund haben einen tollen Job gemacht, sodass das Publikum während knapp zweier Stunden mal den Alltag vergessen und sich mit Lachen entspannen konnte.»

Thomas Allet

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