Zermatt | Kritik an Zermatter Elektrotaxis

Zermatter Behörde will nichts von wilden Taxifahrten wissen

Die Fahrweise von Taxifahrern sorgte über die Festtage für mächtig Wirbel.
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Die Fahrweise von Taxifahrern sorgte über die Festtage für mächtig Wirbel.
Foto: RZ

Trotz des Fahrtrainingprogramms «Unique Driver» kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Elektrotaxis und Passanten.
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Trotz des Fahrtrainingprogramms «Unique Driver» kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Elektrotaxis und Passanten.
Foto: RZ

Quelle: RZ 0

Während der Festtage kam es zu einigen brenzligen Verkehrssituationen zwischen den Elektrotaxis und Fussgängern. Trotz Meldungen an die Behörden ist bislang nichts geschehen. Bei der Gemeinde gibt man sich ahnungslos.

«Unsere Gäste schätzen es, im Dorf zu Fuss unterwegs zu sein», sagt Simona Altwegg, Mediensprecherin von Zermatt Tourismus. Wer in der autofreien Destination trotzdem nicht auf den motorisierten Transport verzichten will, dem stehen nebst dem Ortsbus auch Elektrotaxis zur Verfügung. Letztgenannte wirbelten über die Festtage indes mächtig Staub auf. «Ich finde das Fahrverhalten von den Taxis hier haarsträubend» oder «Ein mit dem Handy am Ohr telefonierender Taxichauffeur überholte mich an einer Ecke ohne kurz anzuhalten, sodass es beinahe zur Kollision kam» sind nur einige Beispiele, bei denen sich Einheimische wie Touristen über die Fahrweise der Taxis im Internet Luft verschaffen. Sind die Anschuldigungen im Netz der zielführende Weg, um dies zu stoppen? Es sei schon einiges geschehen und es werde Weiteres passieren, wenn keiner etwas sage, ist von einem weiteren User zu vernehmen. Zudem wird im Netz der Vorwurf laut, dass die Polizei wie auch die Gemeinde die Augen vor den wilden Taxifahrten trotz gemachter Meldungen verschliessen würden. Damit konfrontiert, verweist der stellvertretende Leiter der Regionalpolizei, Hans Peter Imboden, an die Gemeindepräsidentin, Romy Biner-Hauser. Diese verneint, davon zu wissen: «Uns sind keine Meldungen bekannt, sodass wir dazu keine Stellung beziehen.» Dennoch ergänzt sie, dass sie viel für die Sicherheit der Passanten machen würden. Wie beispielsweise eine für 2021 geplante dorfweite Begegnungszone, die den gesamten Verkehr auf Tempo 20 reduzieren soll.

Freiwilliges Verhaltenstraining

Bei Zermatt Tourismus ist man sich indes bewusst, dass die im Netz als «lebensgefährlich» bezeichnete Fahrweise keine gute Werbung ist. «Aktuell liegen uns zwei schriftliche Reklamationen vor, bei denen die Fahrweise der Taxifahrer beanstandet wird», sagt Altwegg. Um dem entgegenzuwirken, wird mit «Unique Driver» seit Jahren ein Verhaltenstraining für Taxichauffeure durchgeführt. Trotzdem scheint dies nicht bei allen zu fruchten. Weshalb? Zwar seien die Trainings ein Bestandteil der Konzessionsvergabe an die Taxiunternehmen, aber eine Teilnahme der einzelnen Chauffeure bleibe dennoch freiwillig, ist von Zermatt Tourismus zu vernehmen. Bei der Internet-Community macht sich nebst Resignation – «Leider war es schon immer so» – inzwischen auch die Bereitschaft breit, das Ganze selber in die Hand nehmen zu wollen. Statt zu jammern, solle man die Taxifahrer gleich selbst vor Ort zur Rede stellen, so ein Ratschlag eines weiteren Users.

Thomas Allet

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