Standpunkt | Löhne in den Kitas

Arbeit muss sich lohnen!

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Was in den Kitas läuft, ist ein Skandal. Einerseits werden Politikerinnen und Politiker nicht müde, ständig auf der Vereinbarkeit von Familie und Beruf herumzureiten und daher einen Ausbau des Betreuungsangebots zu fordern. Andererseits scheint man es nicht für nötig zu finden, sich darum zu kümmern, dass Kita-Mitarbeiterinnen anständig bezahlt werden. Ein Bruttolohn von 3500 Franken (vgl. oben) ist schlicht eine Frechheit. Wer nun versucht ist zu sagen, dass auch in anderen Bereichen solch tiefe Löhne bezahlt werden, darf nicht vergessen, dass es sich dabei um privatwirtschaftliche Bereiche handelt. Die Kita-Angestellten sind aber in Institutionen angestellt, die mehrheitlich dem Staat und den Gemeinden unterstehen. Genau deshalb ist die Situation nicht vergleichbar. Ebenfalls müssig ist es, in diesem Zusammenhang über das Für oder Wider von externer Kinderbetreuung zu diskutieren. Die Mehrheit der Gesellschaft verlangt nach Kitas und die öffentliche Hand kommt diesem Bedürfnis nach, wie sie es sollte. Nur will man eben nicht alle Konsequenzen tragen, sprich genug Geld in die Hand nehmen. Grundsätzlich gilt aber, vor allem in einem der reichsten Länder der Welt – Arbeit muss sich lohnen. Erst recht wenn der Staat seine Finger mit im Spiel hat. Dass der Beruf für viele junge Frauen sehr attraktiv ist und es deshalb nicht an Nachwuchs mangelt, kann keine Rechtfertigung dafür sein, Löhne im Niedrigstlohnsegment zu akzeptieren. Die Betreuung von Menschen, egal ob jung oder alt, ist nun mal teuer. Aber damit muss eine Gesellschaft, die die Betreuung von Angehörigen extern erledigen lässt, nun einmal leben. Es ist an der Zeit, dass das Departement von Staatsrat Darbellay diesen Missstand angeht. Allerdings scheint es im Moment so, dass dieser lieber seine Hände auf dem Matterhorn an einem Feuer in einer Mülltonne wärmt, als sich um die Belange der Kita-Angestellten zu kümmern.

Martin Meul

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