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Einen Gang zurückschalten statt drauflosfahren

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«Der Bund will Lenker mit Automatenprüfung ans Steuer von geschalteten Autos lassen.» Mit dieser Schlagzeile warteten diese Woche verschiedene Zeitungen auf. Der Hintergrund: Das Bundesamt für Strassen (Astra) will künftig Personen, die mit einem Automaten die Fahrprüfung absolviert haben, ans Steuer von geschalteten Autos lassen. Der Unterschied zwischen den einzelnen Automarken und Fahrzeugtypen seien heute so gross und die Bedienelemente und Assistenzsysteme derart unterschiedlich, dass die Getriebeart kaum mehr ins Gewicht falle, begründet das Astra seine Pläne.
Diese Argumentation lassen die Fahrlehrer nicht gelten. Wenn diese Regelung durchkomme, werde der Verkehr massiv gefährlicher, allein deshalb, weil solche Fahrer schnell mit komplizierten Verkehrssituationen überfordert seien.
Auch die Jungen Grünliberalen kritisieren die Änderung. Sie fordern, dass Automatikprüflinge, die auf ein manuell geschaltetes Fahrzeug umsteigen, obligatorische Fahrstunden absolvieren müssen. Während Fahrlehrer und Grünliberale zu Recht auf ein mögliches Sicherheitsrisiko im Strassenverkehr hinweisen, will das Astra den Automatikfahrern eine Sonderbehandlung auf Kosten der Verkehrssicherheit geben.
Gerade erst hat der Bundesrat vier Jahre nach Inkrafttreten des Verkehrssicherheitspakets Via sicura eine positive Bilanz gezogen. Das Alkoholverbot für Neulenker und Berufschauffeure, die Regelung bei Raserdelikten oder das Lichtobligatorium am Tag für Motorfahrzeuge hätten die Verkehrssicherheit erhöht. Das zeigt sich auch am drastischen Rückgang bei den Verkehrstoten.
Dass Bundesbern jetzt damit liebäugelt, Automatikprüflinge automatisch ans Steuer von geschalteten Autos zu lassen, stellt das bisher Erreichte infrage und ist mehr als widersprüchlich. Darum täten die Bundesbeamten gut daran, einen Gang zurückzuschalten, statt einfach draufloszufahren.

Walter Bellwald

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