Standpunkt | Von Walter Bellwald

Gesundheit um jeden Preis?

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Das Thema bewegt: Die Kosten im Gesundheitswesen steigen stetig. Und Patienten, Ärzte, Krankenkassen und Politiker suchen nach Möglichkeiten, diese Kostenspirale zu stoppen. In dieser hitzigen Diskussion rund um Gesundheit und Geld spricht Monique Lehky Hagen aus, was viele denken, aber niemand zu sagen wagt (s. Frontalinterview auf Seiten 18/19). Es gebe gewisse Krankheiten, die man nicht heilen könne, so die Präsidentin der Walliser Ärztegesellschaft. Darum müsse man lernen, die Grenzen wieder anzunehmen und sich gleichzeitig der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu werden. Im Klartext: Jede und jeder müsse für sich entscheiden, ob und wann er sich mit seinem Schicksal abfinden solle. Wenn man das Gesundheitssystem stabilisieren wolle, müsse man lernen, freiwillig situativ auf Behandlungen zu verzichten, führt die Ärztepräsidentin weiter aus.

Was auf den ersten Blick radikal und nüchtern erscheint, entspricht auf dem zweiten Blick einer gewissen Logik. Jeder von uns nimmt für sich in Anspruch, die bestmöglichen Therapien und kostspieligsten Operationen zu bekommen, um wieder gesund zu werden. Gleichzeitig werden die steigenden Krankenkassenprämien beanstandet und wird gefordert, endlich die Prämien zu senken. Das ist ein krasser Widerspruch. Wir können nicht auf billigere Prämien hoffen und gleichzeitig die modernsten und besten Methoden im Gesundheitswesen fordern, um möglichst lange zu leben.

Allein die Ausführungen von Ärztepräsidentin Lehky Hagen sind es wert, sich über die eigene Gesundheit und die Behandlungsmethoden ein paar Gedanken zu machen. Die alte Binsenweisheit, wonach die Gesundheit das höchste Gut des Menschen ist, darf zwar nicht ausser Acht gelassen werden. Gleichzeitig sollte aber jede und jeder von uns seine Verantwortung wahrnehmen und sich überlegen, auf welche Behandlungen er künftig verzichten kann oder will.

Walter Bellwald

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