Prügle weiter, lieber CC!

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Für viele ist es der (Fussball-)Skandal des Jahres, gar des Jahrzehnts. Vergangenen Donnerstag brannte beim FC-Sitten-Präsident (mal wieder) die Sicherung durch – das Resultat ist bekannt. Christian Constantin, nun der Buhmann der Nation, «Prügel-CC», und sowieso überhaupt nicht mehr Vorzeige-Walliser, sah und sieht sich der Empörung des ganzen Landes ausgesetzt und tut das, was er sonst auch immer tut: Er pfeift drauf. Eine Entschuldigung an die Adresse von Rolf Fringer? Fehlanzeige!
Dabei hätten sich doch all die Experten und Kommentatoren nichts sehnlicher gewünscht, als dass CC demütig zu Kreuze kriecht. Ein prügelnder Fussballklub-Präsident geht ja schliesslich mal gar nicht, vor allem wenn er auf einen TV-Experten eindrischt und damit auch gleich die Meinungs- und Pressefreiheit buchstäblich mit Füssen tritt. Doch genau darin liegt das Problem. Denn allen voran die Medien, die nun wortgewaltig und moralisierend über den Prügel-Skandal berichten, sind tief in ihrem Innern froh darüber, dass CC die Fussballwelt in schöner Regelmässigkeit aufmischt. Man empört sich öffentlich und denkt heimlich: «Prügle weiter, lieber CC!» Das nennt man Doppelmoral und diese betrifft nicht nur die Medien. Denn grundsätzlich folgen die Medien wie alle anderen auch dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Interessiert sich niemand für die Aussetzer von CC, werden diese auch nicht dermassen intensiv thematisiert. Somit ist die an den Tag gelegte Doppelmoral auch den Leserinnen und Zuschauern anzulasten, denn auch hier sind viele eigentlich froh darüber, dass es Figuren wie Christian Constantin gibt. Wer nun für sich in Anspruch nimmt, das Handeln von CC wirklich von ganzem Herzen zu verurteilen, dem sei gesagt, dass man sich aber dennoch hat unterhalten lassen. Schliesslich hat CC mit seinem Angriff auf Rolf Fringer Emotionen geweckt und das Wecken von Emotionen kann durchaus als Unterhaltung betrachtet werden. Egal ob diese negativ oder positiv sind.

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