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Scheinheilige Tourismuswelt

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Auf der Riederalp liegen die Nerven blank. Ein Bauprojekt eines einheimischen Unternehmers stösst vielen Feriengästen und Einheimischen sauer auf, weil dadurch «schöne Plätze verbaut werden». Dass sich Einheimische und Gäste dafür einsetzen, dass eine Parzelle unverbaut bleibt und die Landschaft ihren urbanen Charakter behält, ist einerseits löblich. Es spricht auch für die Sensibilität und den Weitblick, den die «Einsprecher» an den Tag legen. Andererseits hat der einheimische Unternehmer eine regelkonforme Baubewilligung und hat sich, nach eigenen Angaben, in den vergangenen Jahren «stets lösungsorientiert gezeigt».
Dieses Beispiel zeigt (wieder einmal) auf, in welchem Dilemma sich die Bergregionen befinden. Noch vor wenigen Jahren hat man mit allen Mitteln versucht, verschiedene Investoren anzulocken, die bereit waren, der hiesigen Baubranche und dem Tourismus unter die Arme zu greifen und sich bei uns niederzulassen. Im Sog der Zweitwohnungsinitiative und der selbst ernannten Naturschützer hat sich der Wind gedreht. An vielen Orten wird versucht, Bauprojekte zu verhindern und die naturnahe Landschaft zu erhalten.
Dabei geht vielerorts vergessen, dass die Gemeindebehörden und die kantonalen Instanzen in den vergangenen Jahren (fast) jedes Bauprojekt durchgewunken haben. Die Quittung folgt auf dem Fuss. Wie im beschriebenen Beispiel auf der Riederalp haben jetzt die Behörden (und die «Einsprecher») das Nachsehen und haben es versäumt, rechtzeitig mit dem Bauunternehmer eine einvernehmliche Lösung zu finden.
Das Resultat: Auf der Riederalp wird ein Platz verbaut, den viele Gäste und Einheimische als schützenswert betrachten. Dass es so weit gekommen ist, haben wir uns letztlich aber selber zuzuschreiben. Man kann nicht Investoren anlocken und ihnen gleichzeitig verbieten, ihre Pläne in die Tat umzusetzen.

Walter Bellwald

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