Kommentar | Alternative Schulmodelle im Trend

Schluss mit dem Quatsch der alternativen Schulmodelle

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Die Elternlobby Wallis will das Schulsystem revolutionieren. Der Kanton soll Bildungsgutscheine ausstellen, die dann in der Schule der eigenen Wahl eingelöst werden können. Eine entsprechende Petition wurde lanciert. Nun, was nach schöner heiler Welt für künftige Generationen von Schülern klingt, die bislang in den grausamen Fängen der Volksschule mit ihren Noten, Hausaufgaben und dem diabolischen Übel des Leistungsdrucks stecken, ist in Wahrheit jedoch der Anfang vom Ende. Dem Ende unseres Landes als Innovations-Nation und auch dem Ende unserer Demokratie. «Ketzer» mögen die Befürworter alternativer Schulmodelle nun schreien, und von mir aus sollen sie dies auch tun. Ich bitte sogar darum, denn die Tatsache, dass das Wort Ketzer überhaupt fallen kann, verdanken die Benutzer des Wortes, man ahnt es, dem Drill der Volksschule. Alternative Schulmodelle und ihre Propheten, noch so ein hübsches Wort, gehen grob gesagt davon aus, dass Kinder dann am besten lernen, wenn sie nur das lernen, was sie auch möchten und dessen Nutzen sie erkennen. Dieser Überlegung liegt jedoch ein fundamentales Missverständnis zugrunde, um nicht zu sagen eine sträfliche Realitätsverleugnung. Diese liegt darin, dass geleugnet wird, dass unsere Welt geprägt ist durch Abstraktheit. Um mit dieser Abstraktheit umgehen zu können, muss ein gewisses Wissen erlernt werden. Womit wir wieder bei den Ketzern wären. Diese gibt es in unserer Gesellschaft nicht mehr und auch der Strafbestand der Ketzerei wurde gottlob abgeschafft. Warum sollte ein Kind also dann noch lernen, was ein Ketzer war? Das Wort allerdings wird heute immer noch metaphorisch verwendet. Richtig tun kann dies aber nur, wer sich in der Volksschule «gezwungenermassen» durch den Geschichtsunterricht gekämpft hat. Wer seine Kinder nur das lernen lässt, was sie möchten und vermeintlich brauchen, nimmt ihnen die Chance, sich in einer abstrakten Welt zurechtzufinden. Dieser Quatsch muss aufhören.

Martin Meul

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