Fall Khashoggi | US-Medien publizieren neue Details

Bericht zu Khashoggi: CIA-Infos stützen mögliche Schuld Bin Salmans

Untersuchung. Saudi-Arabiens Thronfolger Mohammed bin Salman steht weiterhin in Verdacht, im Fall der Tötung des Journalisten Jamal Khashoggis direkt verwickelt zu sein.
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Untersuchung. Saudi-Arabiens Thronfolger Mohammed bin Salman steht weiterhin in Verdacht, im Fall der Tötung des Journalisten Jamal Khashoggis direkt verwickelt zu sein.
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat einem US-Medienbericht zufolge mehrere Nachrichten an einen engen Vertrauten geschickt, der das Killerkommando für den Journalisten Jamal Khashoggi gesteuert hat. Das berichtete das «Wall Street Journal» am Samstag unter Berufung auf CIA-Dokumente.

Konkret gehe es um mindestens elf Nachrichten, die der Kronprinz in den Stunden vor und nach dem Mord an Khashoggi im Oktober an seinen persönlichen Berater Saud al-Kahtani geschickt habe. Ihr Inhalt sei der CIA nicht bekannt. In welcher Form sie gesendet wurden, gehe aus den Dokumenten nicht hervor.

Der US-Auslandsgeheimdienst sei in den bislang nicht veröffentlichten Dokumenten mit «mittlerer bis hoher» Sicherheit zu der Einschätzung gelangt, dass der saudische Kronprinz Khashoggis Tod «wahrscheinlich angeordnet» habe. «Um es klar zu sagen, uns fehlen direkte Belege, dass der Kronprinz einen Tötungsbefehl erteilt hat», zitierte die Zeitung weiter.

In den Dokumenten heisse es zu Khashoggi ausserdem: «Wir könnten ihn möglicherweise auch ausserhalb Saudi-Arabiens locken (...)». Ob diese Äusserungen vom August 2017 direkt vom saudischen Thronfolger stammen oder von einem Dritten zitiert worden waren, sei aber nach den Auszügen, die dem «Wall Street Journal» vorliegen, unklar.

Im Konsulat umgebracht

Der im Exil lebende saudische Regimekritiker Khashoggi wurde Anfang Oktober im Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul umgebracht, in dem er Dokumente für seine Hochzeit abholen wollte. Unter immensem internationalen Druck auf Saudi-Arabien gab die autokratische Regierung erst viel später den Tod des «Washington Post»-Kolumnisten zu.

Riad beschuldigte aber hochrangige Regierungsmitarbeiter der Tat und versicherte, diese hätten nicht auf Befehl des Kronprinzen oder des Königs gehandelt. Diese Version wurde international als wenig glaubwürdig angezweifelt.

Das nach Istanbul geschickte Killerkommando bestand aus Personen, die dem engsten Sicherheitszirkel um den Prinzen zugeordnet werden. «Wir bewerten es als sehr unwahrscheinlich, dass dieses Team (...) die Operation ohne die Autorisierung von Mohammed bin Salman durchgeführt hat», zitiert das «Wall Street Journal» aus den CIA-Dokumenten.

Al-Kahtani war in der Nacht gefeuert worden, in der Riad den Tod des Journalisten eingeräumt hatte. Er gehört zu den 17 ehemaligen saudischen Regierungsmitarbeitern, gegen die Washington Sanktionen erhoben hat. Unter ihnen sind auch jene, die schon von der Regierung in Riad als Schuldige dargestellt oder mit der Tat in Verbindung gebracht wurden.

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