Coronavirus | Restriktiven Schutzmassnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie bis Ende April verlängert

US-Einreisestopp für Europäer soll verlängert werden

Trump liess zunächst offen, wie lange der ursprünglich bis Mitte April geplante Einreisestopp andauern soll.
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Trump liess zunächst offen, wie lange der ursprünglich bis Mitte April geplante Einreisestopp andauern soll.
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Der zunächst auf einen Monat begrenzte Einreisestopp der USA für Europäer zur Bekämpfung des Coronavirus soll verlängert werden. Diese und ähnliche Beschränkungen würden in Kraft bleiben und möglicherweise sogar verschärft werden, sagte US-Präsident Donald Trump.

Bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weissen Hauses liess er am Montag offen, bis wann der Einreisestopp, der eigentlich Mitte April auslaufen sollte, andauern soll. Die USA sind gemessen an der Zahl der bestätigten Infektionen inzwischen weltweit am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

Trump hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass die restriktiven Schutzmassnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in den USA bis Ende April verlängert werden sollen. Seit Mitte März können Menschen aus dem Schengenraum, Grossbritannien und Irland nicht mehr in die USA reisen.

Ausgenommen davon sind US-Amerikaner, bestimmte Diplomaten und Europäer, die eine langfristige Arbeitsgenehmigung in den USA haben, eine sogenannte Green Card. Auch deren Angehörige sind ausgenommen. Die Regelung sollte zunächst für 30 Tage gelten.

Eine Million Tests

Im Kampf gegen das Coronavirus haben die USA inzwischen nach Trumps Angaben mehr als eine Million Menschen auf den Erreger getestet. "Heute haben wir einen wichtigen Meilenstein im Krieg gegen das Coronavirus erreicht", sagte Trump. "Wir haben bei weitem mehr Tests ausgeführt als jedes andere Land auf der Welt."

Das stimmt in absoluten Zahlen, aber nicht gemessen an der Bevölkerungszahl. So hat beispielsweise Südkorea pro Kopf mehr Menschen getestet als die USA.

Beim Thema Südkorea leistete sich Trump am Montagabend einen Lapsus. Als ihn eine Reporterin auf den Pro-Kopf-Vergleich der Tests zwischen den beiden Ländern ansprach, sagte er: "Ich kenne Südkorea besser als jeder andere. (...) Wissen Sie, wie viele Menschen in Seoul sind? Wissen Sie, wie gross die Stadt Seoul ist? 38 Millionen Menschen. Das ist grösser als alles, was wir haben."

Tatsächlich leben in der Hauptstadt Seoul nach Angaben der südkoreanischen Regierung 9,7 Millionen Menschen - im ganzen Land sind es knapp 52 Millionen.

Auch wenn die Tests in den USA deutlich zugenommen haben, herrscht immer noch ein Mangel. In einem am Montag online veröffentlichten Gastbeitrag für die "Washington Post" schrieben Marylands Gouverneur Larry Hogan - der wie Trump den Republikanern angehört - und Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer (Demokraten): "Es gibt einfach nicht genug Tests, medizinisches Material und andere lebensrettende Geräte, um das Ausmass dieser Pandemie zu bewältigen."

Spitzenreiter bei Infektionen

Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 stieg in den USA unterdessen auf mehr als 3000. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor, die am Montagabend (Ortszeit) 3008 Todesfälle verzeichnete. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 in den USA stieg demnach auf mehr als 163'000.

Damit gibt es in den USA weiterhin mehr bekannte Infektionen als in jedem anderen Land der Welt, noch vor Italien, Spanien und China. Bei der Zahl der Toten liegen die USA hinter Italien, Spanien, China und Frankreich.

Die Verbreitung der Coronavirus-Epidemie in den USA hat sich zuletzt dramatisch beschleunigt. So hatte etwa die Zahl der bekannten Infektionen erst am Freitag die Marke von 100'000 überschritten. Bis zu dem Zeitpunkt waren rund 1500 Tote gemeldet gewesen.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Hilferuf aus New York

Der US-Ostküstenstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole hat sich zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA entwickelt. Weil die Kapazitäten der Spitäler dort nicht auf die Ansteckung weiter Teile der Bevölkerung vorbereitet sind, werden provisorische Kliniken aufgebaut und vorhandene Einrichtungen mit zusätzlichen Betten aufgestockt. Auch ein Lazarettschiff der Marine ist am Montag in New York ankommen.

New Yorks demokratischer Gouverneur Andrew Cuomo appellierte am Montag an das medizinische Personal anderer US-Bundesstaaten: "Ich frage Mitarbeiter des Gesundheitswesens im ganzen Land: Wenn die Situation in Ihrer eigenen Gemeinde gerade nicht dringend ist, kommen Sie bitte nach New York." Es werde unbedingt Unterstützung für Pflegepersolal und Ärzte gebraucht.

Ein weiterer Hotspot ist Kalifornien an der US-Westküste. Dort werden mindestens 50'000 zusätzliche Krankenbetten benötigt, um die Versorgung von Patienten während der Corona-Krise zu bewältigten, wie Gouverneur Gavin Newsom am Montag sagte.

Mit einer neuen Initiative wolle er in den kommenden Wochen zusätzlich 37'000 Ärzte, Pflegefachleute und Pharmazeuten mobilisieren, etwa Personal aus dem Ruhestand holen oder Studenten einsetzen, sagte der Demokrat.


NACHRICHTENÜBERBLICK INTERNATIONAL

Erste Coronavirus-Infektion in griechischem Flüchtlingslager

Erstmals ist in Griechenland in einem Flüchtlingslager eine Infektion mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Betroffen ist eine Frau, bei der das Virus nach der Geburt ihres Kindes in einem Krankenhaus in Athen festgestellt wurde, wie das griechische Migrationsministerium am Dienstag mitteilte.

Die Menschen, die mit der aus Afrika stammenden Frau in Kontakt gekommen sind, seien isoliert worden. Ähnliche Massnahmen seien im Camp von Ritsona im Norden Athens getroffen worden. Es werde nun nachgeforscht, wo genau die Frau infiziert wurde.

Im Lager von Ritsona - wo nach Schätzungen der Athener Medien rund 3000 Menschen leben - ist die Lage bei weitem nicht so schlimm wie in den Camps auf den Inseln im Osten der Ägäis. Weitere Informationen sollte es am frühen Abend in Athen beim täglichen Briefing des Coronavirus-Krisenstabes geben.


Mehr als 1000 Tote durch Corona in den Niederlanden

Die Zahl erfasster Todesopfer in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ist in den Niederlanden auf 1039 gestiegen. Das sind 175 mehr als am Vortag, wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag meldeten.

Die Zahl registrierter Infektionen stieg demnach um 845 auf 12'595. Die Behörden gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer bei den Infizierten und Toten aus. In den Niederlanden werden nur ernsthaft Erkrankte auf das Virus getestet.

Auf den Intensivstationen würden nun 1065 schwerkranke Patienten behandelt, hiess es weiter. Damit ist die Kapazität der verfügbaren Intensiv-Betten fast ausgeschöpft. Die niederländischen Krankenhäuser wollen bis zum Ende der Woche die Kapazität auf 2500 Intensiv-Betten erhöhen.


Kardinal in Rom an Covid-19 erkrankt

Der Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom ist an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt. Der Kardinalvikar des Bistums, Angelo De Donatis, sei der erste Kardinal, der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe, berichtete die vatikanische Medienplattform Vaticannews.

Der 66-Jährige habe Fieber und sei im Krankenhaus, es gehe ihm aber gut, teilte das Bistum Rom am Montagabend mit. Er liegt in der römischen Klinik, in der auch Päpste behandelt werden.

Der Papst ist Bischof von Rom. Franziskus habe mit De Donatis aber in letzter Zeit keinen Kontakt gehabt, so Vaticannews. In dem kleinen Kirchenstaat gibt es mittlerweile einige wenige Corona-Fälle. Franziskus ist allerdings nicht betroffen, wie der Vatikan am Wochenende mitgeteilt hatte.


Pastor in Florida will Kirche nicht schliessen – Festnahme

Ein evangelikaler Pastor in Florida, der trotz der Schutzmassnahmen zur Eindämmung des Coronavirus Grossveranstaltungen in seiner Kirche abgehalten hat, ist nach einem Bericht des Senders CNN festgenommen worden.

Der US-Sender schrieb am Montag auf seiner Homepage: "Pastor Rodney Howard-Browne sagte, er werde die Türen seiner Megakirche in Tampa, Florida, nicht schliessen, bevor nicht die Endzeit beginnt. Die Polizei war nicht bereit, so lange zu warten."

Der zuständige Sheriff im Bezirk Hillsborough, Chad Chronister, sagte demnach, Howard-Browne würden Verstösse gegen Versammlungsregeln und der Regeln für gesundheitliche Notfälle vorgeworfen. Chronister sagte nach dem Bericht, die Behörden hätten Howard-Browne mehrfach aufgefordert, seine Kirche zu schliessen.


Spanien verbietet wegen Coronavirus alle Beerdigungszeremonien

Spanien hat wegen der Coronavirus-Pandemie alle Beisetzungszeremonien verboten. Die Teilnehmerzahl bei Bestattungen ist bis auf Weiteres auf maximal drei dem Verstorbenen nahe stehende Menschen beschränkt, wie es in einem am Montag veröffentlichten Regierungsdekret heisst.

Die Einschränkungen bei Beerdigungen gelten bis zum Ende des derzeitigen offiziellen landesweiten Notstandes, der vorerst bis zum 11. April befristet ist. Ähnliche Restriktionen für Beisetzungen gelten bereits in Italien.

Spanien ist nach Italien das Land mit den weltweit meisten Todesopfern der Pandemie. Laut der jüngsten Bilanz vom Montag wurden in Spanien 7340 Todesopfer verzeichnet, in Italien waren es 11'591.


Vietnamesischer Imbiss verkauft "Corona Burger"

Das ist kein Aprilscherz, sondern kommt aus der Abteilung Pandemie-Humor: Ein Imbiss in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi verkauft "Corona Burger".

Betreiber Hoang Tung erzählte der Nachrichtenagentur DPA, dass er damit ursprünglich Kindern eine Freude machen wollte. Als die ersten Nachrichten über das Coronavirus in China gekommen seien, sei alles so negativ gewesen, auch sein Geschäft sei schlechter geworden. "Also habe ich angefangen, darüber nachzudenken, wie man anders und positiv sein kann."

Das Burger-Brötchen erinnert von seiner Form her daran, wie das neue Virus unter dem Mikroskop aussieht. Am ersten Tag habe er 50 Burger verkauft, sagt Tung. Tage später seien es 100 gewesen. Der Burger kostet umgerechnet um die 3 Franken, es soll ihn nur für eine begrenzte Zeit geben.


Grosse Pyramide in Gizeh mit Slogans zur Corona-Krise erleuchtet

Auf die Grosse Pyramide in Gizeh sind Botschaften zur Coronavirus-Pandemie projiziert worden. "Bleibt sicher", "Bleibt zuhause" und "Dank an jene, die uns sicher halten" war am Montagabend in blauen und grünen Lichtzeichen auf dem mächtigen Grabmal des Pharaos Cheops nahe der ägyptischen Hauptstadt Kairo zu lesen.

Die Pyramiden von Gizeh sind ebenso wie zahlreiche andere Touristenattraktionen des Landes wegen der Pandemie derzeit geschlossen.

In Ägypten gab es bis Montag 656 offiziell verzeichnete Corona-Infektionsfälle, mindestens 41 Menschen starben dort an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Der Tourismussektor des Landes ist infolge der Pandemie weitgehend zum Erliegen gekommen.


Fifa-Skandal - Ex-CBF-Präsident Marin kommt wegen Corona aus US-Haft frei

Der in den USA inhaftierte ehemalige brasilianische Fussballfunktionär José Maria Marin kann unter anderem wegen der Ausbreitung des Coronavirus entlassen werden. Das ordnete ein Gericht in New York am Montag an.

Nach Berichten brasilianischer Medien nutzte die Verteidigung die Covid-19-Pandemie, das fortgeschrittene Alter (87) und die gesundheitlichen Probleme als Argumente für eine vorzeitige Freilassung des früheren Präsidenten des Brasilianischen Fussballverbandes CBF.

Bezirksrichterin Pamela Chen in New York stimmte dem Eilantrag der Marin-Anwälte unter den angeführten Argumenten am Montag zu. Zudem habe Marin bereits rund 80 Prozent seiner Strafe abgesessen und "gelte nicht als gewalttätig", erklärte sie.

Seine Anwälte arbeiten nun an einer baldigen Rückkehr Marins nach Brasilien. "Dort hat er mehr Möglichkeiten, auf seine Gesundheit zu achten und in der Nähe der Familie zu sein", zitierte das Portal "G1" die Anwältin Júlio Barbosa.

Festnahme in Zürich

Der Ex-CBF-Präsident war im Dezember 2017 zu 41 Monaten Haft verurteilt worden wegen Verbrechen aus seiner Zeit an der Spitze des Brasilianischen Fussballverbandes zwischen 2012 und 2015: organisierte Kriminalität, Betrug und Geldwäscherei.

Der Staatsanwaltschaft zufolge erhielt Marin insgesamt 6,5 Millionen Dollar an Bestechungsgeldern. Als Gegenleistung verkaufe er seinen Einfluss bei der Vergabe von Marketing- und Fernsehrechten im südamerikanischen Fussball.

Im Mai 2015 gehörte Marin zu jenen Funktionären, die in einem Hotel in Zürich festgenommen wurden, was den grossen Fifa-Skandal auslöste. Damals akzeptierte Marin, an die USA ausgeliefert zu werden und verbrachte zwei Jahre in Hausarrest in seinem Luxusapartment im Trump Tower.

Die früheren CBF-Präsidenten Ricardo Teixeira und Marco Polo Del Nero wurden ebenfalls beschuldigt, Brasilien liefert allerdings per Gesetz keine Staatsbürger aus.


Weitere Gemeinden in Österreich werden unter Quarantäne gestellt

In Österreich werden drei weitere Gemeinden aufgrund der Coronavirus-Krise unter Quarantäne gestellt. Betroffen sind die auch bei Touristen beliebten Orte Zell am See, Saalbach und Altenmarkt im Pongau.

Das teilte Wilfried Haslauer, Landeschef des österreichischen Bundeslandes Salzburg, am Dienstag mit. Die Quarantäne für die Gemeinde Flachau wird zudem verschärft. "Da wird es keinen Berufsverkehr mehr geben können, ausser für Lebensmittel, Treibstoffe, Heizmaterial, Medikamente et cetera", sagte Haslauer. Die Zunahme der Infektionsfälle mit Sars-CoV-2 sei dort in den vergangenen Tagen "dynamisch" gewesen.

In den österreichischen Alpen stehen inzwischen zahlreiche Gebiete, darunter das gesamte Bundesland Tirol, unter Quarantäne. Die Menschen dürfen hier beispielsweise ihre Gemeinden nur in begründeten Ausnahmefällen verlassen. Im Bundesland Salzburg gelten die besonderen Schutzmassnahmen zudem für die Gemeinden Grossarl und Hüttschlag im Grossarltal und die Kommunen Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein.


Ikea produziert Schürzen und Schutzmasken für Spitäler

Der weltgrösste Möbelhändler Ikea hat mit der Herstellung von Schutzausrüstung wie Schürzen und Schutzmasken für Spitäler begonnen, die gegen die Ausbreitung des Coronavirus kämpfen.

Die Produktion soll Firmenangaben zufolge gesteigert werden. Einkaufsmanager Henrik Elm erklärte zudem, dass die Nachfrage nach Büromöbeln ungebrochen sei, da infolge der Coronakrise viele Beschäftigte ins Home-Office gehen. Elm fügte hinzu, dass er keinen Mangel an Holz und anderen Rohstoffen erwarte.


Zweifel an Viruszahlen aus China

Angesichts von Zweifeln an den offiziellen Daten zu Corona-Infektionen in China haben die Behörden Änderungen zugesagt. Ab dem 1. April sollen auch die Zahlen von Infizierten ohne Krankheitssymptome veröffentlicht werden.

Diese würden dann auch zentral für 14 Tage unter Quarantäne gestellt, sagte ein Mitglied der Nationalen Gesundheitskommission am Dienstag in Peking. Zuletzt war wiederholt vermutet worden, dass eine hohe Zahl von Infizierten in der offiziellen Statistik nicht auftaucht und dass Infizierte andere Menschen anstecken, weil sie gar nicht wüssten, dass sie das Virus in sich tragen.

In einem Eintrag auf einer Internet-Plattform vom 12. März etwa hatte ein Einwohner aus Yueyang erklärt, es habe mehrere Neu-Infizierte in der Stadt gegeben, auf der offiziellen Liste stehe aber die Zahl null. Die örtliche Regierung hatte daraufhin erklärt, es seien tatsächlich fünf Personen positiv getestet worden. Da sie aber keine Symptome gehabt hätten, seien die Behörden auch nicht verpflichtet gewesen, dies öffentlich mitzuteilen.

Zweifel gibt es zudem in der Stadt Wuhan, in der die Pandemie ihren Ausgang nahm. Dort sagten Bewohner und medizinisches Personal der Nachrichtenagentur Reuters, es habe in einigen Kliniken Probleme mit den Tests gegeben. Das habe bedeutet, dass einige Infizierte nicht registriert und nicht in die Statistik einbezogen worden seien.

Auch Experten wundern sich

Auch Experten fragen sich, warum die Zahlen aus der von der Kommunistischen Partei gelenkten Volksrepublik eher niedrig sind. "Selbst wenn die Fälle in China um das Hundertfache über den offiziellen Daten liegen würden, wären immer noch weniger als ein Prozent der Bevölkerung infiziert", sagte etwa Raina McIntyre, Leiterin des Bereichs Biosecurity am Kirby Institute an der University of Now South Wales.

Offiziell gelten in China mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern derzeit rund 81'500 Menschen als infiziert. In Staaten mit deutlich weniger Einwohnern - den USA, Italien und Spanien - werden höhere Fallzahlen genannt. Auch die Zahl der Menschen, die an der Lungenerkrankung gestorben sind, liegt dort höher als in China.


Stimmung in Chinas Industrie erholt sich von Rekordeinbruch

Die Stimmung in Chinas Industrie hat sich nach einem Rekordeinbruch wegen des Coronavirus wieder aufgehellt. Wie das Pekinger Statistikamt am Dienstag mitteilte, machte der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) des herstellenden Gewerbes im März einen Sprung von 35,7 auf 52 Punkte.

Vor dem Hintergrund des Coronavirus-Ausbruchs war die Stimmung in Chinas Industrie im Januar und Februar auf ein Rekordtief gesunken. Werte über der kritischen Grenze von 50 Punkten deuten auf eine positive Stimmung in der Wirtschaft hin, während darunter von einem Abschwung auszugehen ist.

Die strengen Massnahmen gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 hatten die chinesische Wirtschaft praktisch zum Stillstand gebracht. Langsam nehmen Fabriken und Unternehmen jedoch die Arbeit wieder auf. Bereits seit Wochen werden kaum noch inländische Neuinfektionen mehr mit dem Coronavirus gemeldet, sondern vor allem "importierte Fälle".

Wie das Statistikamt weiter mitteilte, hätten mehr als die Hälfte der befragten Firmen wieder mit der Arbeit begonnen und die Produktion aufgenommen. Dies bedeute jedoch nicht, dass Chinas Wirtschaft schon wieder ein zur Normalität zurückgekehrt sei.


Moskau beschliesst im Eiltempo schärfere Gesetze

Russland hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie härtere Strafen gegen Verstösse bei Quarantäne-Vorschriften sowie gegen die Verbreitung von Falschnachrichten beschlossen. Das russische Parlament - die Staatsduma - stimmte am Dienstag einem ganzen Paket für ein härteres Vorgehen der Politik zu.

So erhielt die Regierung von Michail Mischustin auch Vollmachten für eine Verhängung des Ausnahmezustands. Schon jetzt gibt es in vielen Regionen Russlands, darunter auch in der Hauptstadt Moskau, massive Ausgangsbeschränkungen.

Die Staatsduma beschloss hohe Geld- und Haftstrafen auch wegen fahrlässiger Ansteckung von Mitmenschen. Je nach Schwere des Vergehens, wenn eine Infektion etwa zum Tod von Menschen führt, sind Strafen bis zu sieben Jahre Haft möglich. Ausserdem sind hohe Geldstrafen vorgesehen bei Verstössen gegen die Quarantäne und bei einer Verbreitung folgenreicher Falschnachrichten, etwa in den Medien.

Zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin eine rigorose Bestrafung von Verstössen gegen die Auflagen von Behörden gefordert. Er warnte vor "krimineller Achtlosigkeit". Zugleich hatte er die Entscheidung der Hauptstadt Moskau begrüsst, eine Ausgangssperre für alle Bürger zu verhängen. Ausnahmen gelten dort für Einkäufe, den Weg zur Arbeit oder zum Müllcontainer.

Nach offiziellen Angaben lag die Zahl der Sars-CoV-2-Infizierten in Russland am Montag bei mehr als 1800. Etwa zehn Menschen starben demnach im Land bisher an dem Virus.


Warnung vor Nebenwirkungen experimenteller Corona-Therapien

Frankreichs Arzneimittelbehörde ANSM hat mögliche gefährliche Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen bei neuen Methoden zur Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 festgestellt.

Bei mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Patienten, die mit Plaquenil oder anderen Medikamenten wie Kaletra behandelt wurden, seien rund 30 verschiedene unerwünschte schwere Nebenwirkungen aufgetreten, sagte ANSM-Direktor Dominique Martin am Montag der Nachrichtenagentur AFP. So habe es auch drei Todesfälle gegeben.

Plaquenil enthält den Wirkstoff Hydroxychloroquin, der in der Malaria-Prophylaxe Anwendung findet. Kaletra enthält eine Kombination aus den Wirkstoffen Lopinavir und Ritonavir, die üblicherweise zur Behandlung von HIV-Patienten eingesetzt werden.

Die Nebenwirkungen wurden aus Spitälern gemeldet. Ob sie auf die genannten experimentellen Methoden zur Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 zurückzuführen sind, muss laut Martin noch untersucht werden. Erste Ergebnisse lägen hoffentlich bis Ende der Woche vor. Er mahnte in jedem Fall, solche Medikamente "in keinem Fall" eigenmächtig einzunehmen.

Überwachung durch Experten

Martin sagte, angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sei es "ganz normal", dass auch experimentelle Behandlungsmethoden zur Anwendung kämen. Diese müssten aber von Experten überwacht werden.

Dies gelte insbesondere für die Kombination aus Hydroxychloroquin und dem Antibiotikum Azithromycin. Die gleichzeitige Gabe dieser Mittel "potenziert das Risiko" für Herzrhythmusstörungen, die zu einem Herzanfall führen könnten, warnte der Behördenchef. Dies gelte umso mehr für Patienten, die an Covid-19 erkrankt seien.

Durch das neuartige Coronavirus sind weltweit schon mehr als 36'600 Menschen ums Leben gekommen. In mehr als 180 Ländern und Gebieten weltweit wurden insgesamt rund 758'000 Infektionen registriert. Bislang gibt es kein passgenaues Medikament und keinen Impfstoff gegen den neuartigen Erreger.


AirBnB entschädigt Gastgeber für Ausfälle wegen Corona-Krise

Der Wohnungsvermittler AirBbnb will seinen unter der Corona-Krise leidenden Gastgebern Entschädigungen in Höhe von insgesamt 250 Millionen Dollar zahlen. Das teilte das US-Unternehmen am Montag (Ortszeit) mit.

Die Gastgeber, die über die Plattform ihre Wohnungen anbieten, sollen demnach bei durch die Pandemie bedingten Stornierungen 25 Prozent ihres Mietpreises von AirBnB gezahlt bekommen. Die Entschädigungszahlungen sollen bei Stornierungen von Wohnungsbuchungen für den Zeitraum zwischen dem 14. März und dem 31. Mai gezahlt werden.

Für diesen Zeitraum bietet AirBnB den potenziellen Gästen bei Stornierungen volle Rückerstattungen oder entsprechend hohe Gutschriften für künftige Buchungen an. Volle Rückerstattungen für Buchungen bis Mitte April hatte AirBnb bereits vor einigen Wochen angekündigt, dieser Zeitraum wurde nun also verlängert.

Die damalige Ankündigung hatte für Verärgerung bei manchen Gastgebern gesorgt. Unternehmenschef Brian Chesky entschuldigte sich nun dafür, dass die Gastgeber vor dieser Entscheidung nicht konsultiert worden seien. Es bleibe jedoch richtig, "Gesundheit und Sicherheit" Priorität einzuräumen.

Das Geschäft von AirBnb ist von den massiven weltweiten Reise- und Einreisebeschränkungen stark betroffen. Chesky zeigte sich gleichwohl zuversichtlich, dass das Unternehmen die Krise durchstehen wird: "Dieser Sturm wird enden - egal, wie schlimm er ist.". Nach Ende der Krise würden die Menschen ihre Wohnungen wieder verlassen und "die Welt erkunden" wollen.


USA schicken medizinische Hilfsmittel nach Italien

Die USA schicken nach Angaben von US-Präsident Donald Trump medizinische Hilfsmittel im Wert von 100 Millionen Dollar in das von der Coronavirus-Krise gezeichnete Italien.

Trump sagte am Montagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus, er habe darüber gerade mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte gesprochen. "Guiseppe war sehr, sehr glücklich." Trump kündigte an, nach Möglichkeit auch Beatmungsgeräte nach Italien, Frankreich und Spanien zu schicken.

In den USA gibt es inzwischen rund 160'000 bestätigte Infektionen mit dem neuen Coronavirus - mehr als in Italien oder jedem anderen Land auf der Welt. Trump zeigte sich dennoch optimistisch, dass die USA gestärkt aus der Krise hervorgehen würden.


Kanada hilft Ureinwohnern beim Umzug in die Wildnis

In der Corona-Krise hilft Kanadas Regierung den Ureinwohnern des Landes dabei, sich in der arktischen Wildnis zu verteilen. Dafür sollen rund 2,6 Millionen kanadische Dollar zu Verfügung gestellt werden, teilte die Regierung in Ottawa am Montag (Ortszeit) mit.

Viele Ureinwohner in dem Gebiet Nordwest-Territorien im Norden Kanadas lebten eng zusammen in grossen Familienverbünden, weil es zu wenig Häuser und Wohnungen gebe, sagte Kami Kandola, Gesundheitsbeauftragter der Region. Viele von ihnen wollen nun in Jagd- oder Fischerhütten in der Wildnis des Gebiets ziehen, wo sie besser voneinander Abstand halten können, um sich und andere so vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu schützen.

"Unsere Ältesten und Weisesten haben uns immer gesagt: "Es wird ein Tag kommen, an dem wir auf das Land gehen müssen." Und jetzt ist dieser Tag", sagte Norman Yakeleya, Chef der Dene-Ureinwohner.

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